Mithilfe von Mitarbeiter-Apps kann die digitale Transformation forciert sowie die Mitarbeiterbindung verbessert werden (c) Thinkstock/TCmake_photo
Mithilfe von Mitarbeiter-Apps kann die digitale Transformation forciert sowie die Mitarbeiterbindung verbessert werden (c) Thinkstock/TCmake_photo
Digitalisierung

Wie Mitarbeiter-Apps die interne Kommunikation digital und mobil machen

Nachrichten senden und empfangen, Fotos und Videos aufnehmen, den Urlaub planen oder Abendessen bestellen: Smartphone-Apps sind aus dem Alltag kaum wegzudenken. Wo im Privaten Kommunikation und Organisation immer digitaler und mobiler werden, verpassen es viele Unternehmen, diesen Schritt mitzugehen. Mithilfe von Mitarbeiter-Apps können sie das Defizit ausgleichen – und so gleichzeitig die digitale Transformation forcieren sowie die Mitarbeiterbindung verbessern.
Martin Böhringer

In der Unternehmenskommunikation kommt es heute mehr denn je darauf an, dass alle Mitarbeiter schnell, übersichtlich und möglichst umfangreich mit Informationen versorgt werden – vor allem im Krisenfall zahlt sich das aus. Aber auch im Alltag ist die interne Kommunikation gefordert. Bisher genutzte Informationssysteme wie das klassische Intranet, Hausmitteilungen oder E-Mails werden dem zunehmend mobilen Lebens- und Arbeitsstil der Mitarbeiter aber nicht mehr gerecht – besonders, wenn diese ihren Job ohne festen Schreibtisch erledigen. Außerdem wollen Mitarbeiter nicht nur „News von oben“ empfangen, sondern auch mit- und untereinander kommunizieren.

Ermöglicht werden kann das durch entsprechende Mobile Apps. Und tatsächlich planen laut einer „Future of Work“-Studie von Raconteur aus dem Jahr 2016 58 Prozent der befragten Unternehmen, vermehrt Mobile Apps für den digitalen Arbeitsplatz – egal ob mit oder ohne Schreibtisch – einzusetzen.

Mobile Kommunikation mit einer Mitarbeiter-App

Eine Mitarbeiter-App ist ein vielseitiger Kommunikationskanal: Mitarbeiter können so mit News und Kantinenplänen versorgt werden, Kollegen miteinander chatten; Urlaubsanträge und andere Formulare können über sie an die Personalabteilung übermittelt, interne Stellenausschreibungen geteilt werden. Schließlich ist es auch möglich, die App etwa über eine SharePoint-Integration parallel zu beziehungsweise mit einem vorhandenen Intranet laufen zu lassen.

Grafik: Mitarbeiter-App als „All-in-one“-Lösung (c) Martin Böhringer

Grafik: Mitarbeiter-App als „All-in-one“-Lösung (c) Martin Böhringer

Da eine App auf dem Smartphone sich nahtlos in das Leben ihrer Angestellten integriert, gelingt es Unternehmen, alle Mitarbeiter zu erreichen – also auch diejenigen im Home Office, Außendienst oder in der Produktion. Die Reichweite von Mitarbeiter-Apps ist ein entscheidender Vorteil gegenüber bisher genutzten internen Kommunikationswegen. Grund dafür ist auch die Möglichkeit, Mitarbeiter per Push-Nachrichten Informationen zu dringenden Themen übermitteln zu können.

Der Erfolg einer Mitarbeiter-App ist planbar

Die Einführung einer Mitarbeiter-App ist nicht von heute auf morgen möglich; bei gewissenhafter Planung aber geht sie schneller als andere Maßnahmen im Zuge der digitalen Transformation eines Unternehmens. So lagen etwa bei Viessmann, dem international agierenden Hersteller von Heiz-, Industrie- und Kühlsystemen, zwischen erstem Entwurf und dem Launch der App nur wenige Wochen. Mittlerweile ist die „Vi2Go“-App aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken: „Unsere App hat das Potenzial, die zentrale Plattform für Kommunikation und Zusammenarbeit zu werden“, resümiert Albrecht von Truchseß, Leiter der Unternehmenskommunikation.

Damit Unternehmen das Potenzial einer Mitarbeiter-App voll ausschöpfen können, sind folgende Dinge zu beachten:

  • Die Planung und Entwicklung der App sollte in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern erfolgen, deren Arbeitsalltag am meisten durch die App beeinflusst wird. Das sind vor allem diejenigen in den IT- und HR-Abteilungen, aber auch jene in der Produktion. Sie wissen, welche Prozesse digitalisiert und vereinfacht werden sollten.
  • Wer die Rechnung ohne Betriebsrat und Datenschutzverantwortlichen macht, der stößt eher früher als später auf Widerstand. Während der Betriebsrat bei generellen Fragen zur Nutzung – Pflicht oder freiwillig? – oder der Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten einbezogen werden sollte, berät der Datenschutzverantwortliche das Vorhaben bezüglich der Zugangsberechtigungen und der App-Inhalte.
  • Der Erfolg einer Mitarbeiter-App steht und fällt mit ihrer Nutzung. Um die Mitarbeiter-App intern zu promoten, helfen Informationsangebote, die auch um Gamification-Elemente ergänzt werden können: Zum Launch einer App incentivieren viele Unternehmen die ersten Nutzer gern mit Gutscheinen oder Event-Tickets. Stark nachgefragte Inhalte wie ein Kantinenplan treiben die Nutzungsquote ebenfalls nach oben.

Immer mehr Informationen auf immer mehr Kanälen: Nur wenn die interne Kommunikation an Stellenwert gewinnt, können Unternehmen die Herausforderungen der digitalen Transformation meistern. Mitarbeiter-Apps können dabei helfen, den Informationsfluss im Unternehmen zu verbessern und einen internen Austausch auf Augenhöhe zu fördern. Im Sinne der „Employee Experience“ erhöhen sie damit die Mitarbeiterbindung und die Transparenz im Unternehmen. Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen das Potenzial mobiler Kommunikationslösungen erkennen.

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

(c) Thinkstock/z_wei
Foto: Thinkstock/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Führung in Futur: Zehn Thesen

Miese Noten für deutsche Chefs: Der aktuelle Kununu-Führungskräftereport identifiziert Vorgesetzte und deren wenig vorbildliche Unternehmenskultur als Kündigungsgrund Nummer eins. Kein Grund zur Panik: In der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne von MontuaPartner Communications skizziert Katia Kröger zehn Ideen für gute Führung 4.0. »weiterlesen
 
Interne Kommunikation ohne Dialog ist Propaganda, meint die KfW - und fördert den Dialog mit den Chefs. (c) Thinkstock/twinsterphoto
Foto: Thinkstock/twinsterphoto
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Warum die KfW ihrem Vorstand Dialog verordnet

Unternehmen sollen agiler werden, Mitarbeiter fordern immer öfter kommunikative Einbindung. Wie dieser Kulturwandel aktiv gestaltet werden kann, illustriert das Beispiel KfW. »weiterlesen
 
Die Unternehmenskommunikation als auch das Marketing dürfen nicht fehlen, wenn es um Employer Branding geht. (c) Thinkstock/Rawpixel Ltd
Foto: Thinkstock/Rawpixel
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

In sechs Schritten zur Arbeitgebermarke

Auf die richtige Positionierung kommt es an – auch bei der Suche nach potenziellen Mitarbeitern. Und wie sollte das gehen ohne die Profis aus Unternehmenskommunikation und Marketing? Wie der Weg zur Arbeitgebermarke heute aussieht und welche Hürden dabei zu überwinden sind, erklärt Kommunikationsexpertin Claudia Thaler. »weiterlesen
 
Kreation bringt frische Farben auch in die Interne Kommunikation. (c) Thinkstock/your_photo
Foto: Thinkstock/your_photo
Lesezeit 2 Min.
Kolumne

Kein Change ohne Inspiration

Abschweifen erlaubt: Wer kreative Impulse sucht, findet sie meist nicht in Strategiepapieren. Doch ganz gleich, woher die Inspiration zur Kreativität auch kommen mag – aus der Philosophie, der Botanik, der Literatur: Die Interne Kommunikation sollte sie sich dringend zunutze machen, um interne Kommunikationsmittel originell und aufmerksamkeitsstark ins Rampenlicht zu rücken. Die neue Folge der „Echolot“-Kolumne, diesmal von Wolfgang Lux. »weiterlesen
 
Verhindern soziale Medien ­innerhalb eines Unternehmens ­Gemeinschaft? (c) Thinktsock/kennykiernan
Foto: Thinktsock/kennykiernan
Lesezeit 5 Min.
Interview

"Unsere Kultur ist auf einem Angsttrip"

Arbeiten wir durch Social Collaboration Tools wirklich alle vernetzter – also besser – zusammen? Fördern sie Vertrauen zwischen den Mitarbeitern? Der Medienpsychologe Daniel Salber ist überzeugt: Unternehmen laufen dem Diktat der Digitalisierung oft blind hinterher. »weiterlesen
 
Kommunikatoren sind für die Digitalisierung noch nicht ausreichend gerüstet (c) Thinkstock/mladensky
Kommunikatoren sind für die Digitalisierung noch nicht ausreichend gerüstet (c) Thinkstock/mladensky
Lesezeit 3 Min.
Studie

Wie fit ist die Kommunikation?

Kommunikationsabteilungen und Kommunikatoren haben noch Nachholbedarf im Bereich Digitalisierung. Das zeigt die Digital-Fitness-Studie 2017 von Lautenbach Sass und der PRCC Personalberatung. »weiterlesen