Armin Peter, neuer Pressesprecher von Friedrich Merz, legte einen spektakulären Social-Media-Start hin. (c) privat
Armin Peter, neuer Pressesprecher von Friedrich Merz, legte einen spektakulären Social-Media-Start hin. (c) privat
Politische Kommunikation

Neuer Merz-Sprecher: mit 3 Tweets in den Fettnapf

Binnen kürzester Zeit wurde Armin Peter, neuer Sprecher von Friedrich Merz, zur kleinen Twitter-Berühmtheit. Und er ging nicht als Sieger vom Platz.
Aus der Redaktion

Der neue Pressesprecher des CDU-Politikers Friedrich Merz ist auf rekordverdächtig holprige Weise in sein Aufgabengebiet gestartet.

Armin Peter ist eigentlich Referent für Presse- und Medienkommunikation beim Wirtschaftsrat der CDU. Im Rahmen einer genehmigten Nebentätigkeit hatte er am 1. März zusätzlich die Position des Pressesprechers für den Aufsichtsratsvorsitzenden und Cheflobbyisten von Blackrock, ehemaligen Vorsitzenden der Unions-Bundestagsfraktion und Ex-Kandidaten für den Parteivorsitz übernommen. Erstmals gemeldet wurde die Personalie am 11. März von Politik & Kommunikation.

Nicht einmal 48 Stunden und exakt drei Tweets später stand Peter im Zentrum einer heftigen Social-Media-Kontroverse. Seinen frisch eröffneten Twitter-Account hatte der neue Sprecher von Friedrich Merz – womöglich inspiriert von anderen berühmt-berüchtigten Twitterern – @realArminPeter genannt.

Zunächst sandte Peter einen harmlosen Begrüßungstweet ins Twitter-Universum. Diesem folgte ein mäßig origineller Spruch („Ich hab ja schon lange mein #Netflix-Abo gekündigt und gucke stattdessen immer #Brexit.“), der bereits erste lakonisch-stirnrunzelnde Reaktionen auslöste. Doch schon mit seinem dritten Posting sprang der neue Merz-Sprecher beherzt in den Social-Media-Fettnapf, und er ging nicht als Sieger vom Platz.

Entgegen der ausdrücklichen Anweisung im inoffiziellen Twitter-Handbuch – „Never ever mess with @BVG_Kampagne!“ – zog der neue Merz-Sprecher brachial über eine Aktion der Berliner Verkehrsbetriebe her, die zum Equal Pay Day am 18. März ein verbilligtes Frauenticket anbieten.

Unvermeidlicherweise landete das mehrfach preisgekrönte und reichweitenstarke Social-Media-Team der BVG daraufhin mit der üblichen Berliner Schnauze einen schweren Wirkungstreffer gegen den ambitionierten Nachwuchs-Pressesprecher:
 

4,70 Euro kostet in Berlin die Tageskarte für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und vierzehn Jahren.

Die Folge von Peters ebenso wagemutiger wie fehlgeschlagener Twitter-Premiere waren zahlreiche belustigte und hämische Kommentare. Außerdem schossen binnen weniger Stunden gleich mehrere Parodie-Accounts zu @realArminPeter aus dem Boden. Mit nur drei Tweets hatte es der neue Merz-Sprecher geschafft, eine kleine Twitter-Berühmtheit zu werden.

Seit dieser Erfahrung hat Peter sein Social-Media-Engagement etwas zurückgefahren. Er beschränkt seine Postings derzeit auf das gelegentliche Verbreiten von Presseberichten über Friedrich Merz.

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Mit ihrer aktuellen Werbekampagne erntete Scandinavian Airlines einen Shitstorm von rechts. (c) Getty Images / ArtesiaWells
Foto: Getty Images / ArtesiaWells
Meldung

Rechte nehmen Scandinavian Airlines ins Visier

In einem Werbespot weist die Airline auf den Anteil verschiedener Nationen an skandinavischen Errungenschaften hin – und erntet damit einen Shitstorm. »weiterlesen
 
Reuters und Facebook kooperieren beim Fakten-Check. / Fakten: (c) Getty Images/Gajus
Fakten: (c) Getty Images/Gajus
Meldung

Reuters unterstützt Facebook beim Fakten-Check

Reuters arbeitet ab sofort mit Facebook beim Checken von Fakten zusammen. Ein vierköpfiges Team prüft dafür Posts von User:innen. 
 
Zwei Bundesländer fordern Social Media zur Herausgabe von Userdaten auf. / Datenschutz: (c) Getty Images/Chainarong Prasertthai
Datenschutz: (c) Getty Images/Chainarong Prasertthai
Meldung

Social Media sollen personenbezogene Daten sichern

Einige Bundesländer fordern, dass Social Media Name, Adresse und Geburtsdatum ihrer Nutzer:innen erheben müssen. »weiterlesen
 
Bundesweit informieren Feuerwehren unter #112live heute über ihre Arbeit. / Symbolbild Feuerwehr: (c) Getty Images/industryview
Foto: Getty Images/industryview
Meldung

Twittergewitter #112live – Feuerwehren informieren

Wie sieht die Arbeit der Feuerwehr aus? Und wozu braucht es den Notruf 112? Darüber informiert ein bundesweites Twittergewitter. »weiterlesen
 
Das gilt es für Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Influencern zu beachten. (c) Getty Images / chatsimo
Foto: Getty Images / chatsimo
Gastbeitrag

Influencer Marketing – darauf müssen Firmen achten

Influencer-Marketing ist bei Unternehmen als Kommunikationsmittel längst etabliert. Dabei sollten sie sich rechtlich absichern. Warum es sich lohnt, dass Unternehmen und Influencer einen Vertrag abschließen, und was da alles reingehört. »weiterlesen
 
Binnen sechs Jahren sind der PR-Ausgaben der Bundesregierung deutlich gestiegen. Foto: Getty Images / ClaraNila
Die FDP kritisiert den PR-Etat der Bundesregierung als zu hoch. (c) Getty Images / Clara Nila
Meldung

Seit 2014: PR-Etat der GroKo stark gestiegen

Die Große Koalition hat in den letzten sechs Jahren ihre Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit erheblich gesteigert. Die Opposition sieht das kritisch. »weiterlesen