Die BVG bietet zum Equal Pay Day am 18. März ein verbilligtes Ticket für Frauen. (c) Getty Images/pseudodaemon
Die BVG bietet zum Equal Pay Day am 18. März ein verbilligtes Ticket für Frauen. (c) Getty Images/pseudodaemon
Aktion zum Equal Pay Day

BVG bietet verbilligtes Frauen-Ticket

Mit einem vergünstigten Ticket zum Equal Pay Day am 18. März will die BVG Haltung beim Thema Lohngerechtigkeit zeigen.
Aus der Redaktion

Die Berliner Verkehrsbetriebe stimmen sich schon einmal auf den anstehenden Equal Pay Day ein. 21 Prozent weniger als Männer verdienen Frauen im Schnitt in Deutschland – denselben Prozentsatz sparen sie nun beim Kauf eines BVG-Tickets: Am 18. März wird die Tageskarte im Tarif-Bereich AB für Frauen nur 5,50 Euro statt 7 Euro kosten. Die Aktion wird unter dem Slogan „Es zahlt sich aus, eine Frau zu sein" mit einer Kampagne der Agentur Serviceplan beworben.

(c) BVG

So bewirbt die BVG ihre Aktion zum Equal Pay Day. (c) BVG

Die BVG will damit ein Statement setzen: „Bei den Berliner Verkehrsbetrieben ist die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in allen Berufen natürlich selbstverständlich“, heißt es in der Pressemitteilung. Für die Förderung von Frauen und der Geschlechtergerechtigkeit sei das Unternehmen bereits mehrmals ausgezeichnet worden.

Noch im Januar hatte Martell Beck, der Marketing-Chef der BVG, das Thema Haltung zum „Unwort des Jahres“ erklärt und damit den Eindruck erweckt, er lehne solche Aktionen grundsätzlich ab. Beck erläuterte seine Aussage nun: „Eine Haltung zu gesellschaftspolitischen Themen hat man in seinem Unternehmen oder nicht. Das lässt sich nicht befehlen. Sich lediglich einen Anstrich zu verpassen, wird früher oder später vom Kunden entlarvt.“

Die BVG habe sich entschieden, zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung zu beziehen, die die ureigensten Interessen des Unternehmens berühren. Das betreffe vor allem die Themen Toleranz und Diskriminierung.

 

 
 

Kommentare

Es gibt in Deutschland ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz , das Diskriminierung auf Grund des Geschlechts ausdrücklich verbietet. § 19 Abs. 1 AGG lautet: Eine Benachteiligung aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, wegen des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität bei der Begründung, Durchführung und Beendigung zivilrechtlicher Schuldverhältnisse, die 1.typischerweise ohne Ansehen der Person zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen (Massengeschäfte) oder bei denen das Ansehender Person nach der Art des Schuldverhältnisses eine nachrangige Bedeutung hat und die zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen oder 2.eine privatrechtliche Versicherung zum Gegenstand haben, ist unzulässig. Am 18.03.2019 sollte daher jeder Mann, der die BVG benutzt, das mit einem "Frauenticket" tun und, falls irgendwelche Fahrkartenkontolleure Stress machen, sich auf das AGG berufen und es erforderlichenfalls auf einen Prozess vor Gericht ankommen lassen! Die Chancen, dort zu obsiegen, sind sehr gut!

Ich finde es auch zweifelhaft. Die verantwortliche Agentur Serviceplan meint, dass das AGG hier gar nicht greift. Siehe Diskussion auf Facebook: https://www.facebook.com/ServiceplanDE/posts/2287007678052268?comment_id=2287076364712066

Frau Nikutta verdient als Vorstandsvorsitzende der BVG etwa eine halbe Million EUR. Kann man im Geschäftsbericht der BVG nachlesen. Darf die jetzt auch mit dem "Frauen-Ticket" fahren. Der ungelernte Mann mit Hilfsjobs hingegen nicht, weil er ein Mann ist? Ist es mit dem Geschäftszweck der BVG vereinbar, dass sie nun Politpropaganda im Sinne des RRG-Senats macht?


randbemerkung

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