Eine Pressekonferenz ausschließlich per Gifs? Die Ankündigung weckte hohe Erwartungen. (c) Thinkstock/wildpixel
Eine Pressekonferenz ausschließlich per Gifs? Die Ankündigung weckte hohe Erwartungen. (c) Thinkstock/wildpixel
Kaspersky Lab

Gif us more – aber nächstes Mal bitte mutiger!

Als Highlight in der vergangenen Woche hatte Softwarehersteller Kaspersky Lab eine Gif-Pressekonferenz angekündigt. Das Versprechen erfüllte das Experiment letztlich nicht. Doch es gibt interessante Ansätze.
Carolin Sachse-Henninger

Hohe Erwartungen weckte die Einladung zur „ersten Gif-Pressekonferenz der Welt“: „Wir wollen mit einem Augenzwinkern dieses Standard-Tool der PR auf ein neues Level bringen“, hieß es in der Einladung, die die Unternehmenskommunikation der Deutschland-Sparte von Kaspersky Lab am Mittwoch verschickt hatte. Anlass war der Launch eines kostenlosen Antiviren-Schutzes.

Eine Pressekonferenz ausschließlich per Gifs? Spannend!

Weil in der Ankündigung zudem der Vergleich zum viel beachteten PR-Stunt von Chevrolet gezogen wurde, war die Aufmerksamkeit vollends da. Zur Erinnerung: Der Autohersteller hatte 2015 eine ausschließlich aus Emojis bestehende Pressemitteilung verschickt. Wahrlich ein Coup, denn die halbe Welt rätselte anschließend über den Inhalt der Mitteilung. Was würde also Kaspersky mit seinen Gifs gelingen?

Aufbruch zu neuen Ufern

Allein, dass die Pressekonferenz auf Facebook stattfand (und ausschließlich dort), war ungewöhnlich genug. Und ganz dem Zufall wollte man den Erfolg der Veranstaltung auch nicht überlassen: Für die Aktion arbeitete Kaspersky mit der PR-Agentur Berkeley Kommunikation und mit der in Live-Kommunikation erfahrenen Agentur Makai Europe zusammen. Geprobt wurde auch, dabei kam es „immer mal wieder zu kleinen Verzögerungen beim Upload“, wie Stefan Rojacher, Corporate Communications Manager DACH & CEE, erzählt.

Technisch ist am Ende alles gut gelaufen. Können wir also vom Beginn einer neuen Ära der Pressekonferenz sprechen? Wohl kaum. Wer erwartet hatte, dass die Unternehmensbotschaften allein über Gifs mitgeteilt würden, wurde enttäuscht. Letztlich bekamen die User nicht mehr zu sehen als Text in Form von Postings inklusive einiger Emojis, daran angehängt jeweils ein Gif mit einem einäugigen, grünen Maskottchen. Das Gif verkam so zu nicht mehr als einer unterhaltsamen Note.

Schade, hätte die Pressekonferenz doch mit etwas mehr Mut – ähnlich wie bei Chevrolet – sicher Wellen geschlagen. Am Ende war sie aber nicht mehr als das Ergebnis einer Kommunikationsstrategie, die zweigleisig fährt: Zum einen sollten die „traditionellen Medien“ bedient werden. Zum anderen wollte Kaspersky die eigentliche Zielgruppe – die Millennials, die von Ersteren „zu weit entfernt“ seien – direkt ansprechen, wie Rojacher erklärt. Daraus folgt: „Wir werden unsere Gifs auch über eigene Kanäle pushen. Hier werden wir dann das Engagement messen.“

Mehr Mut, bitte!

Also kein schönes, neues Format für die Zukunft? „Generell werden Online-Pressekonferenzen natürlich an Bedeutung gewinnen“, meint Rojacher, schränkt jedoch ein: „Alle haben den Nachteil, dass man schnell von einer E-Mail oder einem Anruf abgelenkt werden kann.“ Auch Facebook sieht er nicht als optimale Plattform.

„Unsere gesamte Pressekonferenz dauerte aber nur gut zehn Minuten und war natürlich etwas Neues. Ich hoffe, wir konnten die Aufmerksamkeit halten.“

Und falls nicht – die gesamte Pressekonferenz gibt es auch zum Nachschauen in diesem Video:

Fazit: Eine außergewöhnliche Aktion, die hoffentlich auch andere motiviert, Neues auszuprobieren. Aber nächstes Mal dann gern ein bisschen mutiger.

 

 
 


randbemerkung

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