Sarah Huckabee Sanders tritt als Trump-Sprecherin ab. (c) White House
Sarah Huckabee Sanders tritt als Trump-Sprecherin ab. (c) White House
Sarah Huckabee Sanders

Womöglich beste Pressesprecherin aller Zeiten geht

Nach dreieinhalb Jahren - die in Wirklichkeit zweieinhalb Jahre waren - gibt Sarah Huckabee Sanders ihren Posten im Weißen Haus auf.
Aus der Redaktion

„Nach dreieinhalb Jahren“, so twitterte ihr Chef, verlässt Sarah Huckabee Sanders das Weiße Haus. Diese Behauptung illustriert anschaulich das spezielle Verhältnis des US-Präsidenten und seiner Sprecherin zu den Fakten – denn Donald Trump selbst ist erst zweieinhalb Jahre im Amt, und auch Huckabee Sanders trat ihre Tätigkeit in der Presseabteilung des Weißen Hauses erst im Januar 2017 an.

Ende Juni gibt sie nun ihren Posten auf, begleitet von überschwänglichem Lob durch den Präsidenten. Sie sei „wundervoll“, „eine ganz besondere Person mit außergewöhnlichen Talenten“ und habe einen „unglaublichen Job“ erledigt, so Trump.

 

 

Wie niemand sonst – außer vielleicht der berühmt-berüchtigten Erfinderin der „alternativen Fakten“, Kellyanne Conway – symbolisiert Huckabee Sanders die Entschlossenheit der Trump-Administration, die Realität in ganz eigenen Farben zu malen. Sie gehört zu den wenigen Vertrauten Trumps, die aus seiner Wahlkampagne 2016 verblieben waren und fiel vor allem durch ihre offenbar bedingungslose Loyalität zum US-Präsidenten auf.

Begonnen hatte Huckabee Sanders ihre Karriere im Weißen Haus Anfang 2017 als stellvertretende Pressesprecherin. Kurzzeit-Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci nutzte später seine zehntägige Amtszeit, um sie als Nachfolgerin des wegen ihm zurückgetretenen Präsidentensprechers Sean Spicer zu installieren. Dieses Amt trat Huckabee Sanders am 26. Juli 2017 an.

Ihre Kommunikationstätigkeit im Namen Donald Trumps schloss harsches Zurückweisen und Abkanzeln von Journalisten bei Pressekonferenzen im Weißen Haus ebenso ein wie – ausweislich des offiziellen Reports von Sonderermittler Robert Mueller – blankes Lügen.

Beispielsweise behauptete Huckabee Sanders während einer Pressekonferenz, „zahllose“ Mitarbeiter des FBI hätten vom Weißen Haus die Entlassung das damaligen FBI-Direktors James Comey gefordert. Eine Erfindung, wie die Präsidentensprecherin in Vernehmungen durch das Mueller-Team später zugeben musste – in Wirklichkeit hatte es keinerlei solche Forderungen gegeben.

Der Karriere von Sarah Huckabee Sanders haben diese Enthüllungen bislang nicht geschadet. Zumindest Donald Trump traut ihr sogar noch Größeres zu. Er hoffe, sie werde als Gouverneurin ihres Heimatstaates Arkansas kandidieren, twitterte der Präsident – sie wäre „fantastisch“.

Auch nach ihrem Rücktritt als Präsidentensprecherin dürfte Huckabee Sanders die Pressekonferenzen im Weißen Haus kaum vermissen. Diese fanden seit Monaten nur noch äußerst sporadisch in kürzester Form statt – zuletzt am 11. März für wenige Minuten.

 

 
 


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