Ein Thema, vier Perspektiven: Native Advertising (c) Getty Images/iStockphoto
Ein Thema, vier Perspektiven: Native Advertising (c) Getty Images/iStockphoto

Wir brauchen eine Regelung für Native Ads

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Der MEEDIA-Chefredakteur Georg Altrogge fordert eine Sprachregelung für die Branche. Teil vier unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven".
Hilkka Zebothsen

"Rund um das Native Advertising läuft, man könnte sagen: tobt seit einiger Zeit eine Debatte, die dem Thema nicht wirklich gerecht wird. Die Fronten sind verhärtet, und vor allem auf Seiten der Medienmacher gibt es erbitterten Widerstand gegen eine Werbeform, die es Anzeigenkunden gestattet, redaktionelle Umfelder unter der Tarnkappe zu kapern. Dabei ist die Diskussion nicht einmal neu, und wer sich einen klaren Blick auf die Dinge verschaffen will, sollte die Realität der Medien wie die Marktentwicklung verstehen.

Der Vorwurf der Schleichwerbung dürfte so alt sein wie die kommerziellen Medien an sich. Mehr oder minder schwere Fälle von ummäntelter Werbung hat es immer wieder gegeben. Das muss und sollte man nicht gut finden, aber gerade der wirtschaftliche Druck, unter dem viele Medienhäuser durch die digitale Konkurrenz stehen, macht es wahrscheinlich, dass sich eher mehr als weniger Medien auf die unmoralische Angebote einlassen.

Wer heute die Service-Rubriken von Frauenzeitschriften oder die Beilagen von Tageszeitungen kritisch ansieht, erkennt, dass es bereits eine boomende Grauzone für Inhalte auf Bestellung gibt. Zudem haben immer mehr Unternehmen das Content Marketing als Chance ihrer Kundenkommunikation entdeckt und treten damit – zumindest bei den aufwändig und gut gemachten Publikationen – in direkte Konkurrenz zu klassischen Medien.

Von daher wäre es eher ein Fortschritt, wenn es eine in der Branche anerkannte Regelung für werblich eingefärbte Inhalte im Redaktionskontext geben würde. Allerdings braucht es dazu auch eine deutliche Ausflaggung und allgemein akzeptierte und dem Leser vermittelbare Termini. Wer hier von einem „Sponsored Post“ spricht und dort ein kleines „Presented by“ einfügt, wird dem sicher nicht gerecht. Eine klare Sprachregelung ist nötig und natürlich auch ein kreativer Umgang mit dem jeweiligen Thema. Wer es hier schafft, Redaktion nicht zu ersetzen, sondern einen informativen oder unterhaltenden Mehrwert zu schaffen, kann damit gewinnen – ohne dem Journalismus zu schaden."

 

 
Georg Altrogge (c)
Georg Altrogge

Georg Altrogge ist Chefredakteur beim Medienportal MEEDIA.

 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Alexander Unverzagt warnt vor Native Advertising (c) Getty Images/iStockphoto/Frans Rombout
Foto: Getty Images/iStockphoto/Frans Rombout
Lesezeit 1 Min.
Kommentar

Native Ads können Schleichwerbung sein

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Native Advertising kann verbotene Schleichwerbung sein, sagt Anwalt Alexander Unverzagt.Teil eins unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven". »weiterlesen
 
Die SoMe-Expertin Julia Rathjen Native Advertising nirgends so spannend wie online (c) Getty Images/iStockphoto
Foto: (c) Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 1 Min.
Kommentar

Native Ads sind ein Gewinn für den Online-Auftritt

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Gut gemachte Native Ads bereiten den Nutzer freude, sagt Social Media-Expertin Julia Rathjen. Teil zwei unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven". »weiterlesen
 
Ein Thema, vier Perspektiven – Native Advertising: Marco Vollmer sieht die Kreativität bedroht (c) Getty Images/iStockphoto
Foto:Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 1 Min.
Kommentar

Offen sein für Native Ads?

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Der WWF-Kommunikator Marco Vollmar warnt vor dem Bankrott der Kreativität. Doch es bringe nichts, sich darüber zu beschweren.Teil drei unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven". »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Daimler hat seinen Blog aufgegeben. / R.I.P.: (c) Getty Images/ Brankospejs
Foto: Getty Images/ Brankospejs
Meldung

Daimler beerdigt seinen Blog

Daimler trennt sich von seinem Unternehmensblog. An seine Stelle soll ein neues Online-Magazin treten. »weiterlesen
 
Twitter verbietet bezahlte, politische Werbung. / Werbeverbot: (c) Getty Images/5m3photos
Twitter-Verbot. Foto: Getty Images/5m3photos
Meldung

Twitter verbannt politische Werbung

Twitter verbietet ab dem 22. November politische Werbung. Das habe nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun, sondern schütze die Demokratie. »weiterlesen
 
Whatsapp klagt für die Privatsphäre seiner Nutzer./ Spionage: (c) Getty Images/18percentgrey
Foto: Getty Images/18percentgrey
Meldung

Whatsapp klagt gegen israelische Überwachungsfirma

Die Facebook-Tochter Whatsapp klagt gegen eine israelische Überwachungsfirma. Damit setze sie sich für die Privatsphäre ihrer Nutzer ein. »weiterlesen
 
China editiert Wikipedia-Beiträge, um seine Sicht der Dinge darzustellen. / Eigene Collage. Bilder: Wikimedia Foundation
Bilder: Wikimedia Foundation
Meldung

Der Wikipedia-Krieg zwischen China und Taiwan

China passt Wikipedia-Einträge in seinem Interesse an. Die BBC hat dafür einige Belege gefunden. »weiterlesen
 
Auf Twitter kursieren Informationen zu einer geplanten Kampagne der GdW./ Mieten: (c) Getty Images/ gopixa
Mietendeckel. Foto: Getty Images/ gopixa
Meldung

GdW plant Kampagne gegen Mietendeckel

Der Immobilienverband GdW plant eine Kampagne gegen den Mietendeckel. Informationen dazu wurden auf Twitter geleakt. »weiterlesen
 
Armin Petschner moderiert CSYou. / Armin Petschner: (c) Screenshot Youtube
Armin Petschner. Bild: Screenshot Youtube
Kommentar

CSYou musste scheitern

Die CSU startet den halbherzigen Versuch, mit einem Youtube-Format eine junge Zielgruppe zu erreichen. Er ist zum Scheitern verurteilt. Ein Kommentar. »weiterlesen