Tote stellen bei Facebook in wenigen Jahrzehnten die Mehrheit, sagen Wissenschaftler aus Oxford. (c) HBO
Tote stellen bei Facebook in wenigen Jahrzehnten die Mehrheit, sagen Wissenschaftler aus Oxford. (c) HBO
Digitales Erbe

Is winter coming? Übernehmen Tote bald Facebook?

In wenigen Jahrzehnten werden mehr Tote als Lebende ein Profil in dem sozialen Netzwerk haben.
Aus der Redaktion

Bei Facebook werden bis zum Jahr 2070 mehr Nutzer registriert sein, die bereits tot sind, als solche, die noch leben. Diese Hochrechnung präsentierte das renommierte Oxford Internet Institute, eine Fakultät der University of Oxford.

Basierend auf Facebook-Nutzerzahlen aus dem Jahr 2018 und Analysen der Vereinten Nationen zur globalen Bevölkerungsentwicklung würden demnach bis zum Jahr 2100 rund 1,4 Milliarden Facebook-Mitglieder sterben. Selbst wenn das derzeit führende soziale Netzwerk bis dahin so weiterwächst wie bisher – was eher zweifelhaft erscheint – würden schon in fünfzig Jahren die Toten die Mehrheit der Facebook-Nutzer stellen.

Die Entwicklung von Facebook zu einem „Zombiebook“ von „The Living Dead“ könnte auch wesentlich schneller verlaufen, falls jüngere, von neuen Generationen als cooler und moderner angesehene Netzwerke wie Instagram oder Tik Tok sowie gänzlich neue Plattformen das Facebook-Wachstum bremsen.

Selbst im günstigsten Szenario, so die Oxford-Forscher, wiese Facebook schon in wenigen Jahrzehnten „Hunderte von Millionen“ Profile verstorbener Ex-Mitglieder auf. Die meisten dieser Profile von Toten dürften aus den USA stammen, wo die Facebook-Nutzung derzeit besonders verbreitet ist, sowie aus bevölkerungsreichen Staaten wie zum Beispiel Indien, Nigeria und Brasilien.

Was sich nach einem makabren Zahlenspiel zum Schmunzeln anhört, hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund: Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass die digitalisierte Gesellschaft angesichts solcher absehbarer Entwicklungen dringend eine Debatte darüber führen müsse, wie mit Profilen und Inhalten Verstorbener in Zukunft umgegangen wird.

„Wir fordern ein skalierbares, nachhaltiges und würdevolles Kurationsmodell, das die Interessen mehrerer Gruppen berücksichtigt", erklärten die Ersteller der Analyse.

 

 
 


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