Von weiblichen Vorbildern kann man lernen, wie man sich in schwierigen Situationen durchsetzt. (c) Getty Images / artisteer
Von weiblichen Vorbildern kann man lernen, wie man sich in schwierigen Situationen durchsetzt. (c) Getty Images / artisteer
Frauen in der PR

Wie man sich als Frau in der PR durchsetzt

Manche Karrierehindernisse können Frauen in der PR selbst aus dem Weg räumen, meint Monika Schaller – und hält einen überraschenden Ratschlag bereit.
Monika Schaller

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Kommunikation wächst kontinuierlich – aber zu langsam. Da ist noch deutlich Luft nach oben. Vor allem gemessen daran, dass die Berufseinsteigerinnen klar in der Überzahl sind, müssten wir hier weiter sein.

Als karrierehemmend für Frauen gilt immer noch die fehlende Vereinbarkeit von Karriere und Beruf und dass sie nach der Geburt von Kindern häufig eine Auszeit nehmen oder in Teilzeit arbeiten. Doch das ist bei weitem nicht der einzige Faktor.

Ich glaube, wir brauchen mehr weibliche Vorbilder, die Frauen Mut und Selbstbewusstsein vermitteln. Von ihnen kann man lernen, wie man seine Karriere plant, Verhandlungen führt und sich in schwierigen Situationen durchsetzt. Meine weiblichen Vorbilder haben mir mehr geholfen als alle Seminare oder Mentoring-Programme.

Frauen planen ihre Karriere oftmals zurückhaltender als ihre männlichen Kollegen. Sie fragen zum Beispiel seltener nach einer Beförderung oder Gehaltserhöhung. Gehaltsverhandlungen mit Frauen laufen tatsächlich anders ab als mit Männern. Ich habe das öfters erlebt: Oft verhandeln Frauen schlicht weniger hart.

Die Folge: Wenn eine Frau eine Führungsposition übernimmt, wird ihr häufig deutlich weniger Gehalt angeboten, als der (männliche) Vorgänger erhalten hat – mit dem Argument, sie müsse ja in den Job noch hineinwachsen. Wenn dem so wäre, müsste es für männliche Nachfolger ebenso gelten. Doch das ist nach meiner Erfahrung nicht der Fall.

Manchmal stehen sich Frauen noch selbst im Weg

Veraltete Rollenbilder wirken dabei bis heute nach: Unser Arbeitsumfeld ist noch immer konservativ, und Frauen werden gerne in Schubladen gesteckt. So belegen Studien, dass es der Karriere von Männern nützt, wenn sie selbstbewusst auftreten und Konkurrenten ausstechen. Frauen dagegen wird dasselbe Verhalten oft negativ ausgelegt – weil man von ihnen offenbar immer noch anderes erwartet als von ihren männlichen Kollegen.

Generell braucht es mehr Transparenz von Seiten der Arbeitgeber, etwa zu Zielen, Erwartungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Dann könnten Frauen ihre Karriere auch besser aktiv planen. Oft werden die begehrten Spitzenjobs unter der Hand im Kreis der Vertrauten vergeben, lange bevor der Posten ausgeschrieben wird. Der Kreis der Vertrauten besteht im Top-Management aber zum Großteil aus Männern – und so kommen auch mehrheitlich wieder sie zum Zug.

Manchmal stehen wir uns allerdings auch selbst im Weg: Viele Frauen meinen, sie müssen perfekt sein. Sie bewerben sich erst für eine Position, wenn sie denken, die Aufgaben zu 200 Prozent erfüllen zu können. Bis dahin ist die Stelle aber längst besetzt – wahrscheinlich von einem Mann.

Daher rate ich Kolleginnen: Habt auch mal den Mut zur Lücke! Ihr müsst nicht alles überperfekt können, sondern dürft ruhig auch mal an euren Aufgaben wachsen. Die Männer machen es genauso.

 

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

E-Sports erreicht Zuschauerzahlen, von denen manch traditioneller Sport träumt, sagt Christopher Flato./ Christopher Flato: (c) ESL/Christopher Flato
Foto: ESL/Christopher Flato
Interview

"Menschen über 45 haben kein Interesse an E-Sport"

E-Sports boomt. Die Marketingbudgets steigen, immer mehr Marken engagieren sich. Doch noch hat die Branche nicht alle Hürden genommen, wie Christopher Flato im Interview erklärt. »weiterlesen
 
Ein Viertel der Deutschen hat noch nie etwas von E-Sports gehört./ E-Sports: (c) Getty Images/gorodenkoff
E-Sports auf dem Vormarsch. Foto: Getty Images/gorodenkoff
Analyse

"E-Sports gehört auf die Titelblätter"

Unternehmen entdecken den E-Sports für sich. Die Branche boomt. Trotzdem haben 25 Prozent der Deutschen noch nie von E-Sports gehört. »weiterlesen
 
Unternehmen sollten wissen, wofür sie stehen. (c) Getty Images / 3D_generator
Foto: Getty Images / 3D_generator
Lesezeit 2 Min.
Kolumne

Ohne Sinn bleibt nur Unsinn

Der Begriff „Purpose" wird vielerorts bereits als Buzzword verschrien. Künftig wird das Thema jedoch eher noch an Bedeutung gewinnen. Unternehmen sollten sich also klar darüber werden, welche Werte sie vertreten. »weiterlesen
 
Der VfL Wolfsburg positioniert sich neu. (c) VfL Wolfsburg
Foto: VfL Wolfsburg
Lesezeit 1 Min.
Meldung

Der VfL Wolfsburg setzt auf Selbstironie

Zwar ist der VfL Wolfsburg bei weitem nicht der erfolgloseste Verein der Fußball-Bundesliga: Immerhin wurde man 2009 Meister, gewann 2015 den DFB-Pokal. Trotzdem muss der Verein mit negativen Vorurteilen kämpfen. Eine neue Kampagne soll das nun ändern. »weiterlesen
 
Die Pressemitteilung ist heute nicht mehr gern gesehen. (c) Getty Images / Ralf Geithe
Foto: Getty Images / Ralf Geithe
Gastbeitrag

Die Pressemitteilung ist tot – was jetzt?

Die Pressemitteilung war lange fester Bestandteil der Kommunikation von Unternehmen und Agenturen. Heute ist sie jedoch in Ungnade gefallen. Was also stattdessen tun, um die Aufmerksamkeit von Journalisten zu gewinnen? »weiterlesen
 
Liu Yifei provozierte einen Boykott-Aufruf zum neuen Mulan-Film./ Mulan: (c) Disney
Filmposter Mulan. Foto: Disney
Meldung

Aktivisten fordern Boykott von Disneys Mulan

Disneys Mulan-Remake sieht sich mit Boykottaufrufen konfrontiert. Denn die Hauptdarstellerin schlägt sich im Konflikt um Hongkong auf die Seite der Polizei. »weiterlesen