Für die Telekom sind Corporate Influencer ein Segen. (c) Getty Images / HAKINMHAN
Für die Telekom sind Corporate Influencer ein Segen. (c) Getty Images / HAKINMHAN
Markenbotschafter

Wie die Telekom Corporate Influencer nutzt

Corporate Influencer – Sein oder Schein, Fluch oder Segen? Telekom-Kommunikationschef Philipp Schindera hat darauf eine eindeutige Antwort.
Anna Sophie Göldner

Der Peak des Corporate-Influencer-Hypes sei schon längst erreicht, hört man zurzeit immer öfter. Wie sehr das Thema Unternehmen jedoch immer noch beschäftigt, wurde auf dem Kommunikationskongress in der vergangenen Woche klar. Zahlreiche Redner behandelten das Thema in ihren Vorträgen. Einer von Ihnen war Philipp Schindera, der in seinem Vortrag das Telekom-Markenbotschafterprogramm vorstellte.

Es gehe nicht ums Senden, sondern um die Interaktion, so Schindera. Die Idee sei, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, das Unternehmen in den sozialen Medien zu promoten und so eine gewisse Transparenz zu schaffen. Denn, wie Kommunikationsberater Torsten Panzer in seinem Vortrag über Influencer Marketing im B2B erklärte: Die Meinung einer Person, die einem vertraut oder wichtig ist, galt schon immer viel. Egal ob auf Xing, Linkedin, Twitter oder Instagram – Corporate Influencer geben der Marke ein Gesicht.

Über die Erfahrungen, die die Deutsche Telekom mit Corporate Influencern gesammelt hat, berichtete Schindera in seinem Vortrag. Rund 150 sogenannte „Telekom-Botschafter“ teilen täglich via Twitter und Instagram ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Die Ergebnisse sind vielfältig: Ein Mitarbeiter postete beispielsweise ein Bild von magentafarbenen Flipflops; ein anderer – von Beruf Techniker – kletterte für ein Foto auf eine Mobilfunktantenne, und wieder andere drehten zu Ehren der Telekom sogar ein Musikvideo. Das Geheimnis der Telekom-Influencer: „Sie sind bunt, schrill und vielfältig – und vor allem keine Hilfs-Pressesprecher.“

Schindera teilt die Botschafter in verschiedene Kategorien ein. „Vernetzer“, „Rockstar“ oder „Magenta-Lover“ – sie und andere erzählen authentische, spannende Unternehmensgeschichten und nehmen so Einfluss auf die Markenpräsenz des Unternehmens. Darauf komme es an, so Schindera. Um wiederum mit Torsten Panzer zu sprechen: Marketing solle im wahrsten Sinne des Wortes „merk-würdig“ sein – den Menschen im Kopf bleiben.

Schinderas Fazit: „Corporate Influencer sind da – und gehen nicht mehr weg.“ Ein Segen seien sie allemal, denn sie kommunizieren in einer Form, die klassische Kommunikatoren nicht beherrschen. Teilweise bieten sie sogar mehr Social-Media-Reichweite als selbst der CEO. Zum Schluss appelliert Schindera an die Kommunikatoren. Man solle Corporate Influencer ernst nehmen und akzeptieren, denn: Auch mit einfachen Mitteln könne man erfolgreiche Kommunikation machen.

Wie aber könne man überwachen, was Mitarbeiter posten, so eine Frage aus dem Publikum. „Gar nicht“, entgegnet Schindera. Man müsse Vertrauen haben, denn abhalten oder kontrollieren könne man sie nicht. Natürlich könne man Regeln festlegen – die Mitarbeiter sollten sich aber kreativ austoben können.


Auf der diesjährigen Speakersnight wurden die Telekom-Botschafter mit dem BdP-Award in der Kategorie „Team des Jahres“ ausgezeichnet.

 
 


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