Mit gesellschaftlichem Engagement zum Vorbild werden (c) Thinkstock/RamCreativ
Mit gesellschaftlichem Engagement zum Vorbild werden (c) Thinkstock/RamCreativ
Der Wettbewerb "Mein gutes Beispiel"

Soziales Engagement der Unternehmen

Zum fünften Mal veranstaltet der Verein Unternehmen für die Region in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung den Wettbewerb „Mein gutes Beispiel“. Er soll familiengeführten und mittelständischen Unternehmen die Chance geben, ihr soziales Engagement zu präsentieren. Über das Format und die Relevanz des Wettbewerbs haben wir mit Tina Weber, Leiterin der Geschäftsstelle vom Verein Unternehmen für die Region, gesprochen.
Rebecca Dietrich

Was möchten Sie mit der Präsentation des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen bewirken?

Tina Weber: Der Wettbewerb soll vorrangig das gesellschaftliche Engagement von kleinen, mittelständischen und familiengeführten Unternehmen sichtbar machen, würdigen und damit auch andere zur Nachahmung inspirieren. Damit möglichst viele Unternehmen mitmachen, ist die Teilnahme kostenlos und relativ simpel.

Welchen Stellenwert nimmt soziales Engagement in Unternehmen ein?

Oftmals engagieren sich kleine und mittelständische Unternehmen weil sie mit konkreten Herausforderungen konfrontiert werden – nicht um ihre Reputation zu verbessern. Es existieren meist Handlungsnotwendigkeiten, entweder extern im Umfeld oder auch intern im eigenen Unternehmen, und es wird geholfen, wo Hilfe benötigt wird. Viele Unternehmen sehen ihren Einsatz als eine Selbstverständlichkeit an, nicht als herausragendes soziales Engagement – was es jedoch ist. Durch den Wettbewerb sollen genau diese Unternehmen öffentlich wertgeschätzt werden. Engagement darf und soll sich lohnen.

Inwiefern können Unternehmen von ihrem sozialen Engagement profitieren?

In unserer heutigen Gesellschaft spielt nicht mehr nur das Gehalt eine Rolle sondern, ob sich der Arbeitnehmer mit den Werten und Zielen des Unternehmens identifizieren kann.  Vor allem kleine Unternehmen können sich mithilfe sozialen Engagements von großen Unternehmen abheben. Damit gewinnen sie an Attraktivität für potenzielle Arbeitnehmer. Studien und Erfahrungen unseres Netzwerks zeigen, dass beispielsweise die Ausfallzeiten, bedingt durch Krankheit der Arbeitnehmer, bei einer positiven Unternehmenskultur deutlich kürzer sind. Auch nach Erwerbspausen oder Elternzeit steigen Arbeitnehmer schneller wieder in den Berufsalltag ein, wenn sie die Werte des Unternehmens teilen und sich wohl fühlen.

Kann sich denn jedes kleine Unternehmen soziales Engagement leisten?

Absolut, denn gesellschaftlicher Einsatz hat keine Mindestanforderungen oder gesetzte Grenzen. Wenn ich als Geschäftsführer in meinem Unternehmen, sei es noch so klein, eine positive Unternehmenskultur vorlebe, dann ist das auch schon Engagement. Mithilfe verschiedener Maßnahmen, beispielsweise um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, erzielt man positive Rückmeldungen.

Zudem gibt es regionale Verbünde, in denen sich Unternehmen mit der Kommune, mit der organisierten Zivilgesellschaft und so mit den Bürgern zusammenschließen können. Durch diese Verbindung wird es auch kleinen Unternehmen möglich, sich großen Themen zu widmen. Mittlerweile existieren schon zwanzig dieser Verantwortungspartnerregionen, die genau dieses Ziel verfolgen – denn man erreicht gemeinsam immer mehr als alleine.

Warum sollten kleine Unternehmen ihr soziales Engagement kommunizieren?

Einerseits sollten sie für ihren Einsatz kommunizieren, um eine gewisse Anerkennung zu erhalten. Andererseits können sie durch ihren Einsatz andere Unternehmen zur Nachahmung anregen. Ziel ist es die Gesellschaft zu inspirieren und positiv mitzugestalten. Die Vorstellung der guten Beispiele soll letztendlich auch die einzelnen Unternehmen vernetzen und so ihre Ressourcen und Kräfte bündeln.

Weitere Informationen zur Teilnahme sowie den Bewertungskriterien finden Sie hier. Sie können sich noch bis zum 15. Januar 2016 online bewerben.

 

 
Tina Weber (c) Fotostudio Balsereit
Tina Weber
Unternehmen für die Region
Leiterin der Geschäftsstelle

Tina Weber ist Leiterin der Geschäftsstelle des gemeinnützigen Vereins Unternehmen für die Region. Zuvor hat sie von 2009 bis 2013 im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes den Bereich Forschung verantwortet. Parallel zu ihrem Masterstudium European Studies war Frau Weber im Europareferat der Philipps-Universität in Marburg sowie bei der Europäischen Kommission in Brüssel zum Thema CSR tätig.

 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Die FDP nimmt mit ihrem Wahlvideo Influencer auf die Schippe und erntet damit reichlich Spott. (c) FDP / Screenshot
Foto: FDP / Screenshot
Lesezeit 2 Min.
Meldung

Influencer-Parodie der FDP geht nach hinten los

Zur anstehenden Europawahl wollte die FDP mit einem humorvollen Video vor allem bei jungen Wählern für die Briefwahl werben. Dieser Schuss ging gehörig nach hinten los. »weiterlesen
 
Eine offene, wertschätzende Beziehung zwischen Arzt und Patient kommt selten zustanden. Das liegt oft auch an der Kommunikation. (c) Getty Images / Sergey Tinyakov
Foto: Getty Images / Sergey Tinyakov
Lesezeit 5 Min.
Gastbeitrag

„Kommunikation in der Medizin darf kein Luxus sein"

Ärzte tragen große Verantwortung. Eine offene, empathische und wertschätzende Beziehung zu ihren Patienten kann Therapien positiv beeinflussen. Doch eine solche Beziehung kommt nicht immer zustande. Oft liegt das an einer missglückten Kommunikation. »weiterlesen
 
"Jeder Mensch hat die freie Wahl, zu entscheiden, wie er kommuniziert." (c) Getty Images / boonchai wedmakawand
Foto: Getty Images / boonchai wedmakawand
Lesezeit 5 Min.
Interview

„Es geht um Präzision in der Sprache“

Sprache kann aufklären, vermitteln oder diskriminieren. Wer mit ihr arbeitet, trägt Verantwortung und sollte sich darüber bewusst sein, was seine Worte bewirken. 2014 gab die NGO „Neue Deutsche Medienmacher“ ihr erstes Glossar zu „politisch korrekter“ Sprache heraus. Im Interview erklärt die Geschäftsführerin Konstantina Vassiliou-Enz, was dahintersteckt. »weiterlesen
 
Welche Folgen wird die Automatisierung von Dialogen für die Nutzer haben? (c) Getty Images / ismagilov
Foto: Getty Images / ismagilov
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

Wie KI die Unternehmenskommunikation verändert

Künstliche Intelligenz wird unsere Vorstellung von Unternehmenskommunikation deutlich verändern. Bereits heute trägt diese Technologie dazu bei, automatisch Muster im dauernden Nachrichtenfluss zu erkennen und besser zu verstehen. Mithilfe von KI wird man auch Dialoge automatisieren können – etwa durch sogenannte Dialogroboter. Aber welche Folgen hat das für die Nutzer? »weiterlesen
 
Um sich im Reich der Mitte zu bewähren, ist eine fundierte PR- und Kommunikationsstrategie für jedes Unternehmen essenziell. (c) Getty Images / teddybearpicnic
Foto: Getty Images / teddybearpicnic
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Mit Social Media den chinesischen Markt erobern

China bietet Kommunikatoren so viele Chancen wie kaum ein anderer. Wer sein Unternehmen im Reich der Mitte positionieren will, muss seine PR- und Kommunikationsaktivitäten an die Ansprüche des lokalen Marktes und der chinesischen Konsumenten anpassen. Social Media spielen dabei eine besonders wichtige Rolle.
 
Viele Menschen wollen heute nachhaltig agieren – wie können Unternehmen sie am besten ansprechen? (c) Getty Images / m-gucci
Foto: Getty Images / m-gucci
Studie

Wie spricht man Weltverbesserer an?

Viele Menschen wollen heute nachhaltig agieren. Was das für die Kommunikation von Unternehmen bedeutet, hat eine aktuelle Studie untersucht. »weiterlesen