Nicht jedes Bild darf man teilen oder sharen. Die Bildbeschaffer verraten, wie man sich vor Lizenzfallen schützen kann (c) Thinkstock/boygovideo
Nicht jedes Bild darf man teilen oder sharen. Die Bildbeschaffer verraten, wie man sich vor Lizenzfallen schützen kann (c) Thinkstock/boygovideo
Tipps zur Verbreitung von Bildmaterial

Wenn Teilen und Liken nicht gestattet sind

Die Like- oder Share-Buttons zum Teilen von Inhalten auf Facebook sind Fluch und Segen zugleich. Die Bildbeschaffer Michaela Koch und Alexander Karst verraten, wie sich die unerlaubte Nutzung von Bildern durch willkürliches Teilen und Liken vermeiden lässt und Unternehmen sich unnötige Lizenzstrafen ersparen können.
Alexander Karst
Michaela Koch

Bilder, die auf Internetseiten veröffentlicht sind, können geteilt werden, ohne dass der Seitenbetreiber oder Bildinhaber explizit dazu befragt wird. Das kann schwerwiegende lizenzrechtliche Konsequenzen haben, wenn sich der Seitenbetreiber nicht im Vorfeld abgesichert hat. Denn in dem Moment, in dem ein Nutzer den Beitrag mit Bild über Facebook, Twitter und Co. teilt, wird er formal zu einem neuen Nutzer innerhalb des ursprünglich vereinbarten Nutzungsrahmens.

Gut zu wissen ist allerdings, dass das Teilen von Bildern grundsätzlich erst einmal rechtlich unbedenklich ist, wenn man in einem privaten Kontext handelt. Doch die Webseiten-Inhaber, die kommerziell handeln, sollten das Thema ernst nehmen, um nicht in die Lizenzfalle zu tappen. Die wichtigste Fragestellung lautet deshalb: Erfolgt das Teilen eines Fotos rein privat, ist alles gut. Erfolgt es in einem unternehmerischen Kontext, wird es kritisch. Professionelles Weiterverbreiten ist nur zulässig, wenn es sich um eine redaktionelle Veröffentlichung handelt. Alles andere gilt als kommerzielle Nutzung zu Werbezwecken, und da verstehen Abmahnanwälte keinen Spaß.

Lizenz zur Weitergabe an Dritte

Schützen können sich Inhaber von Webseiten auf verschiedene Weise. Der sicherste Weg ist es, beim Kauf des Bildes auch eine Lizenz zur Weitergabe an Dritte zu erwerben. Bei lizenzfreien Bildern ist diese in der Regel nicht enthalten und wird auch bei Microstocks nur selten dazugekauft. Es gilt also, sich um diese Lizenz frühzeitig zu kümmern und gegebenenfalls eine andere Bildquelle zu wählen, bei der die Weitergabe an Dritte explizit in der Lizenz enthalten ist.

Eine andere Möglichkeit ist es, das Teilen von Bildern aus rechtlichen Gründen zu untersagen. Dieser Hinweis muss deutlich sichtbar auf der Webseite und in unmittelbarer Nähe zum Bild untergebracht sein. Außerdem sollte in diesem Fall die Teilen-Funktion von Facebook gar nicht erst angeboten werden. Ein Restrisiko bleibt aber, denn wenn ein Nutzer sich an das Verbot nicht hält und den Beitrag trotzdem in seinen sozialen Netzwerken teilt, haftet wieder derjenige, der das Bild erstmalig veröffentlicht hat.

Doch es gibt auch eine technische Lösung. Mit ein wenig technischem Geschick kann man ein anderes Bild hinterlegen. So wird beim Teilen über den Like- oder Share-Button statt des eigentlichen Bildes ein anderes Motiv veröffentlicht, zum Beispiel das Firmenlogo.

Ein HTML-Geheimtipp

Das geht, wenn man sich an das Facebook-Protokoll „Open Graph“ herantraut, genauer an dessen Syntax. Dafür mit Hilfe der sogenannten „Open Graph Syntax“, die in Form einer Zeile im Header des HTML-Quelltextes der eigenen Seite eingetragen werden muss:

<meta property="og:image" content="http://www.DEINE_DOMAIN/images/logo.jpg" />

Am Ende dieses Texts zeigen wir Ihnen ein vollständiges Beispiel aller relevanten Elemente, anders herum: Wie es aussähe, wenn Die Bildbeschaffer ein Foto mithilfe dieses Tricks vor dem unerlaubten Teilen auf Facebook schützen würden.

Diese kleine Umprogrammierung ist ein wahrer Geheimtipp, für den es sich lohnt, jemanden mit HTML-Erfahrung darauf anzusetzen. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es natürlich nicht im Sinne von Facebook ist, solche kleinen Richtungskorrekturen vorzunehmen. Aber angesichts der Tatsache, dass sich ein Bild in dem Moment jeglicher Kontrolle entzieht, in dem es auf Facebook, Twitter und Co. veröffentlicht wird, ist es sicher ein enorm nützlicher Trick.

Wie sich die richtige Erkennung eines Bildes überprüfen lässt, beschreiben die Facebookentwickler auf der Developers-Page.

Wer also als Unternehmen oder Organisation Beiträge mit Bildern auf seiner Webseite veröffentlicht, muss sich im Vorfeld über die Risiken im Klaren sein, die durch das Verbreiten durch Dritte entstehen – und entsprechende Maßnahmen treffen.

Hier die Beispielsyntax:

<meta property="og:title" content="Die Bildbeschaffer GmbH - Hamburg - 040-411 881 771" />

<meta property="og:type" content="website" />

<meta property="og:image" content="http://img.bildbeschaffer.sodatech.com/public/userfiles/inhalt/images/logo_diebildbeschaffer.gif" />

<meta property="og:description" content="Die Bildbeschaffer: Wir wissen, wo Ihre Bilder sind. Mit dem gesamten

Service rund um Bildlizenzen und Bildrechte: Artbuying, Bildrecherchen,

Rechtklärung, Kalkulation und Abrechnung. Vom einzelnen Bild bis zur

integrierten Bilddatenbank." />

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Mehr als eine Milliarde Stunden Bewegtbild konsumiert die Menschheit täglich allein über Youtube. Doch es gilt einige Regeln zu beachten. (c) TCmake_photo
Foto: TCmake_photo
Lesezeit 2 Min.
Gastbeitrag

Gifs und Videos im Rechte-Check

Am Bahnsteig und am Flughafen, beim Elektronikfachhändler des Vertrauens, auf gängigen Nachrichtenportalen und auf Social-Media-Plattformen – das Bewegtbild ist nicht mehr wegzudenken aus unserer Wahrnehmung. Welche Grundregeln es bei der Veröffentlichung von Animationen, Gifs oder Videoclips zu beachten gibt, erklären Alexander Karst und Michaela Koch von den Bildbeschaffern. »weiterlesen
 
Welche Schutzrechte gilt es zu beachten, wenn Personen oder Marken fotografiert wurden? (c) Thinkstock/MikeLaptev
Welche Schutzrechte gilt es zu beachten, wenn Personen oder Marken fotografiert wurden? (c) Thinkstock/MikeLaptev
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Wann Sie Fotos von Personen nutzen dürfen

Es ist das Wesen eines PR-Events, dass es von sich reden machen möchte. Wer der offiziellen Einladung zu so einer Veranstaltung folgt und sich im Rahmen dessen von einem Fotografen ablichten lässt, muss damit rechnen, dass dieses Foto verwendet wird. So das allgemeine Verständnis – zumindest auf Seiten der Veranstalter. Doch nicht selten sieht die Realität anders aus. Die Grenzen zwischen erlaubter und nicht erlaubter Veröffentlichung von Personen und Marken sind schwammig. Aber mit etwas Bedacht im Umgang mit Bildern lässt sich Ärger vermeiden. »weiterlesen
 
Die Zeichenfolge der Buchstaben ist urheberrechtlich nicht schützenswert, aber das von einem Grafiker gestaltete Icon auf Ihrem Smartphone. (c) Blend Images/ John Lee
Die Zeichenfolge der Buchstaben ist urheberrechtlich nicht schützenswert, aber das von einem Grafiker gestaltete Icon auf Ihrem Smartphone. (c) Blend Images/ John Lee
Lesezeit 2 Min.
Gastbeitrag

Was es beim Einsatz von Emoticons in der PR-Arbeit zu beachten gilt

Emoticons sind aus der heutigen Kommunikation kaum noch wegzudenken, doch in der PR-Arbeit sollten sie nicht bedenkenlos verwendet werden. Michaela Koch und Alexander Karst von den Bildbeschaffern mit einem Beitrag über die rechtlichen Stolperfallen bei der Verwendung von Emoticons als PR- und Marketing-Instrument. »weiterlesen
 
Die Unternehmenskommunikation von morgen nutzt Bewegtbild (c) Thinkstock/tang90246
Foto: Thinkstock/tang90246
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Bewegtbild in der Unternehmenskommunikation

Firmen stellen sich bei Youtube vor und sogar der Zeichentrick kehrt in Form animierter Gifs zurück: Die moderne Bildsprache hat in die Unternehmenskommunikation Einzug gehalten. Im fünften Teil unserer Bildbeschaffer-Serie erklären Alexander Karst und Michaela Koch die Vorteile von Gif-Formaten. »weiterlesen
 
Die unerlaubte Nutzung von Bildern kann zu rechtlichen Konsequenzen führen (c) Thinkstock/Thyrsus
Foto: Thinkstock/Thyrsus
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Wenn der Abmahnanwalt schreibt

Unerlaubte Nutzung von Bildern wird streng geahndet – und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dennoch sind viele Abmahnungen auch überzogen und sollten inhaltlich geprüft werden, erklären Alexander Karst und Michaela Koch im vierten Teil unserer Bildbeschaffer-Serie. »weiterlesen
 
Bei der Bildauswahl spielt die Rechteklärung eine entscheidende Rolle (c) Thinkstock/Nastco
Foto: Thinkstock/Nastco
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Die wichtigsten Lizenzmodelle zur Bildnutzung

Was ist bei der Bildauswahl zu beachten und für welche Zwecke dürfen Motive verwendet werden? Im zweiten Teil unserer Bildbeschaffer-Serie stellen Alexander Karst und Michaela Koch die wichtigsten Lizenzmodelle zum Thema Bildnutzung vor. »weiterlesen
 
Dieses Gesicht ist bekannt, lässt sich aber keiner Marke eindeutig zuordnen(c) PeopleImages.com/Fotolia.com, Montage: Julia Nimke
Fotos: PeopleImages.com/Fotolia.com, Montage: Julia Nimke
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Mitten im Bundestagswahlkampf 2013 wollten die FDP und die NPD mit dem gleichen "Familienbild" für ihre Politik werben. Seitdem ist deutlich geworden, wie wichtig das Thema Bildauswahl ist. Denn gerade für die Vermarktung von eigenen, unverwechselbaren Botschaften sollte nicht willkürlich auf frei zugängliches Stockmaterial zugegriffen werden. »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Ulf Poschardt verlässt Twitter. (c) Getty Images / zoff-photo
Foto: Getty Images / zoff-photo
Meldung

„Das klingt heulsusig“: Poschardt verlässt Twitter

Ulf Poschardt, Chefredakteur der „Welt“, verlässt Twitter. In seinem Blatt erklärt er, was ihn dazu bewogen hat. »weiterlesen
 
Elon Musk verabschiedet sich von Twitter (c) Daniel Oberhaus [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]
Foto:Daniel Oberhaus [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]
Meldung

Tesla-Chef Musk verkündet Abschied von Twitter

Elon Musk verkündet seinen Abschied von Twitter, weil er sich „über den Nutzen der Plattform nicht sicher“ ist. Seine Tweets hatten ihm in der Vergangenheit immer wieder Ärger eingebracht. »weiterlesen
 
Daimler hat seinen Blog aufgegeben. / R.I.P.: (c) Getty Images/ Brankospejs
Foto: Getty Images/ Brankospejs
Meldung

Daimler beerdigt seinen Blog

Daimler trennt sich von seinem Unternehmensblog. An seine Stelle soll ein neues Online-Magazin treten. »weiterlesen
 
Twitter verbietet bezahlte, politische Werbung. / Werbeverbot: (c) Getty Images/5m3photos
Twitter-Verbot. Foto: Getty Images/5m3photos
Meldung

Twitter verbannt politische Werbung

Twitter verbietet ab dem 22. November politische Werbung. Das habe nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun, sondern schütze die Demokratie. »weiterlesen
 
Whatsapp klagt für die Privatsphäre seiner Nutzer./ Spionage: (c) Getty Images/18percentgrey
Foto: Getty Images/18percentgrey
Meldung

Whatsapp klagt gegen israelische Überwachungsfirma

Die Facebook-Tochter Whatsapp klagt gegen eine israelische Überwachungsfirma. Damit setze sie sich für die Privatsphäre ihrer Nutzer ein. »weiterlesen
 
Breitbart wird Teil von Facebook-News. / Symbolbild Fake News: (c) Getty Images/ David Maki
Foto: Getty Images/ David Maki
Meldung

Facebook kooperiert mit rechtem Portal Breitbart

Facebook nimmt das Rechtsaußen-Portal Breibart in seinen neuen News-Bereich auf. Auf die Nachfrage eines Journalisten ist Zuckerberg nicht vorbereitet. »weiterlesen