Studie zum Nutzerverhalten Print, TV und Radio (c) Thinkstock/Ellagrin
Studie zum Nutzerverhalten Print, TV und Radio (c) Thinkstock/Ellagrin

Welche Präsenz haben Print, Radio und TV im Social Web?

Immer mehr Deutsche unterhalten sich online über Beiträge der Printmedien oder tauschen sich während des Fernsehens über das Programm aus. Dazu nutzen sie vorrangig Twitter. Radioinhalte spielen hingegen kaum eine Rolle.
Florian Till Patzer

Zuschauer und Leser haben im Herbst 2014  am meisten über „Spiegel“, „FAZ“ und RTL gezwitschert und gepostet. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Medien im Social Web“ von Brandwatch.

Fernsehsender bekommen die meiste Aufmerksamkeit

Überregionale Medien geben bei den Gesprächen im Social Web den Ton an. Das größte Gesprächsvolumen erzeugen dabei die fünf untersuchten Sender ARD, ProSieben, RTL, Sat.1 und das ZDF. Die „Bild-Zeitung“,  „Der Spiegel“, „Die Zeit“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“ folgen mit einem Anteil von 46 Prozent auf dem zweiten Platz. Lediglich vier Prozent der Online-Gespräche fallen auf die Radiosender 1LIVE, Antenne Bayern, Bayern1, SWR 3 und WDR 2.

Foto: Brandwatch

TV und Print nehmen den Großteil des Online-Buzz ein. Über die untersuchten Radiosender wird vergleichsweise wenig gesprochen.

Foto: Brandwatch

Die meistbesprochenen Medienmarken im Social Web sind der Spiegel, die FAZ und RTL

ProSieben und „Bild“ bei Twitter vorn

Twitter ist mit einem Gesprächsanteil von 54 Prozent eindeutige Triebkraft des Austauschs über Medien im Internet. Facebook folgt mit 21 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von News-Seiten mit durchschnittlich 16 Prozent. „Der Spiegel“ und das ZDF liegen bei der Anzahl der Tweets vorne. Der am häufigsten verwendete Hashtag bei den Printmedien ist jedoch #faz. Die meisten Follower haben hingegen ProSieben (910.713), die „Bild-Zeitung“ (573.771) und „Der Spiegel“ (524.347).

Inhalte der Tweets und Posts

Der Gesprächsstoff im Internet unterscheidet sich inhaltlich je nach Medienformat. Bei Printmedien werden tagesaktuelle Nachrichten besprochen, während beim Fernsehen auch Sportthemen und einzelne Sendeformate in das Programm kommen. Beim Radio stehen hingegen verschiedene Sendungen und Aktionen der Stationen im Fokus.

Der meisten Online-Gespräche über Fernsehsender werden nach dem Feierabend (19 bis 21 Uhr) geführt. Das hohe Gesprächsaufkommen am Sonntag zeigt zudem: Sonntag ist Fernsehtag. Radio-Inhalte werden wie die Printmedien hauptsächlich werktags besprochen, vorrangig morgens.

Foto: Brandwatch

Das Mediennutzungsverhalten spiegelt sich auch im Social Buzz zu den Medienkategorien wider.

Foto: Brandwatch

Am Sonntagvormittag steht Print auf dem Programm. Je später der Abend, desto stärker rückt TV in den Fokus.

Hier geht's zur Studie.

Zur Studie

Brandwatch untersuchte in Zusammenarbeit mit den „Medientagen München“ die Aktivität und das Gesprächsaufkommen der 15 führenden deutschen Medienunternehmen, aufgeteilt in die Kategorien Print, Radio und TV, untersucht. Insgesamt gab es im Untersuchungszeitraum von Anfang August bis Mitte Oktober 2014 fast zwei Millionen Erwähnungen der 15 untersuchten Medienmarken in den Sozialen Medien.

 
 

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