Journalisten greifen laut einer Umfrage in der Recherche häufig auf Blogs zurück. (c) Thinkstock/Ken Drysdale
Journalisten greifen laut einer Umfrage in der Recherche häufig auf Blogs zurück. (c) Thinkstock/Ken Drysdale
Online-Umfrage zur Blognutzung

Weblogs sind ein beliebtes Recherchemittel von Journalisten

Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, haben sich Weblogs trotz fehlender journalistischer Standards als feste Recherchequelle im Redaktionsalltag etabliert.
Fabian Peters

PR- und Marketing-Blogger sowie Autor Jost Broichmann hat in seiner Online-Umfrage „Wie häufig nutzen Journalisten Blogs?“ 570 Journalisten und Redakteure zu Ihren Recherchemethoden bezüglich Weblogs befragt. Etwa zwei Drittel der Befragten gaben an, die Internet-Journale als Recherchequelle zu verwenden. Jedoch lässt sich der Trend erkennen, dass Blogs entweder regelmäßig oder überhaupt nicht genutzt werden: Ein Viertel der Umfrage-Teilnehmer gab an, Weblogs regelmäßig für Recherchen zu nutzen. Weitere 39 Prozent nutzen sie gelegentlich, 36 Prozent verzichten gänzlich darauf. Diese Ergebnisse seiner im Januar 2015 zum zweiten Mal durchgeführten Umfrage präsentierte Broichmann auf dem Strategiegipfel Corporate Publishing in Berlin.

Alters- und medienabhängige Unterschiede

Unterschiede gibt es auch zwischen den verschiedenen Ressorts: Spitzenreiter sind Befragte aus den Themengebieten Umwelt, Politik und Wirtschaft. Journalisten aus den Ressorts Regionales, Technik sowie Tourismus nutzen Blogs am seltensten für ihre Recherchen.

Zudem zeigen sich altersabhängige Unterschiede beim Nutzungsverhalten: 56 Prozent der Befragten in der Gruppe bis zu 30 Jahren und 40 Prozent der 30 bis 50-Jährigen gaben an, Weblogs regelmäßig zu nutzen. Dahingegen lassen nur 31 Prozent der über 50-Jährigen Bloginhalte in Ihre Recherchen einfließen.

Hier finden Sie alle Ergebnisse der Studie.

Zur Studie

Jost Broichmann hat seine Studie „Wie häufig nutzen Journalisten Blogs?“ nach einer ersten Erhebung aus dem Jahr 2012 im Januar 2015 erneut durchgeführt. Die Teilnehmerzahl stieg von 478 auf 570 Personen. Trotz geringer Unterschiede bestätigt die aktuelle Erhebung die vorherigen Ergebnisse.

 
 

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