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Ratgeber

Was Unternehmen sich von Freiwilligen-Communitys abschauen können

In den vergangenen Jahren hat sich die Community der Flüchtlingshelfer in kürzester Zeit organisiert und neue Start-ups geschaffen. Unternehmen können sich in Bezug auf Koordination und Innovation einiges davon abschauen. Die wichtigsten Tipps im Folgenden
Anne Hünninghaus

1. Autonomie einräumen
Eigenständiges Arbeiten kann erheblich zur Zufriedenheit der Mitarbeiter beitragen. Oberstes Gebot ist hier, von Seiten des Manage­ments transparent zu machen, welche Entscheidungen der Mitarbeiter selbst treffen darf und an welchen Stellen dies aus welchen Gründen nicht möglich ist.

2. Sinn stiften
Nicht jeder kämpft in seiner alltäglichen Arbeit für eine bessere Welt. Auch Mitarbeiter, die mit dem Job zufrieden sind, finden Sinn und Erfüllung in der Regel woanders. Unternehmen sollten ihnen über Corporate Volunteering ermöglichen, sich freiwillig zu engagieren, und ihnen Zeit dafür einräumen. Bestenfalls können die Mitarbeiter Hilfsorganisationen und Projekte frei oder aber aus einer Vor­auswahl des Unternehmens aussuchen.

3. Partizipation und Vernetzung ermöglichen
Ein Community-Gefühl beflügelt. Wer sich im täglichen informellen Austausch mit Gleichgesinnten befindet und Erfahrungen teilt, lernt nicht nur dazu, sondern wird darüber hinaus motiviert, sein Engagement fortzusetzen. Im Unternehmen kann beispielsweise die Kommunikation über ein Social Intranet zur Stärkung der Community und der Vernetzung beitragen.

4. Entdeckungswettbewerb fördern und Kräfte bündeln
Ideen, wie Probleme gelöst werden können, dürfen natürlich in Konkurrenz zueinander stehen. Gibt es aber ähnliche oder sich ergänzende Ideen, gilt es, Symbiosen zu finden und, wie es die „Helfer­allianz“ versucht, gemeinsam etwas Größeres zu schaffen.

5. Flexibel bleiben
Viele der Start-ups wurden in kürzester Zeit gegründet, um einen ersten Bedarf zu decken. Weitere Funktionen und Optimierungen wurden peu à peu weiterentwickelt, immer in enger Rücksprache mit den Partnern, in diesem Falle den Organisationen. Der Anspruch besteht nicht darin, eine sofort und für alle Zeiten perfekte Plattform zu schaffen, sondern darin, flexibel zu bleiben und sich der Bedarfslage anzupassen.

6. Angebote niedrigschwellig gestalten
Haben Sie noch einen Staubsauger im Keller? Er wird am Standort xy gerade dringend benötigt. Start-ups zur Koordination von Freiwilligenarbeit setzen verstärkt darauf, die Schwelle zu mehr Engagement herabzusenken, indem sie konkrete Bedarfe aufzeigen und eine direkte Ansprache wählen. Das Prinzip: Sagen Sie, was Sie bieten können, lehnen Sie sich dann zurück und warten Sie auf Ansprache. Auch die Projektarbeit im Unternehmen könnte davon profitieren.

Die Tippliste entstand im Rahmen der Recherchen zum Beitrag "Die Macht der Gemeinschaft" in dem Flüchtlingshelfer berichten, wie sich ihre Community innerhalb weniger Monate organisierte. Lesen Sie den Artikel hier.

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