Foto: Getty Images/Hakinmhan
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Kommunikatoren berichten

Was uns das PR-Jahr 2019 bringen wird

Sechs Kommunikatoren haben uns verraten, was im kommenden Jahr wichtig wird.
Aus der Redaktion

Michael Schmidtke

Leiter Digitale Kommunikation, Bosch

Michael Schmidtke, Leiter Digitale Kommunikation, Bosch (c) Alexander Schmitt

„2018 war für mich das Jahr, in dem das gesprochene Wort gegenüber Text und Bild im Digitalen wieder mehr Raum entfalten konnte. Das lag vor allem an den digitalen Sprachassistenten. Zu den PR-Highlights gehörte hier für mich das Daimler-Blog auf Alexa. Außerdem habe ich in diesem Jahr so viele Podcasts gehört wie noch nie, auch gerne Corporate-Produktionen von Audi oder GE. Gleichzeitig assistierten Chatbots erfolgreich in der Kommunikation, wie etwa bei der Mali-Serie der Bundeswehr. Ich bin überzeugt, dass diese Trends auch 2019 ungebremst bleiben, weil wir im Digitalen und darüber hinaus eine immer persönlichere Kommunikation erwarten.“

 

Alexander Leinhos

Leiter Externe Kommunikation / Unternehmenssprecher, Vodafone

Alexander Leinhos, Leiter Externe Kommunikation und Unternehmenssprecher, Vodafone (c) Vodafone

„Was ich mir für 2019 vornehme (und was für viele von uns wieder wichtig werden sollte): gegen den Strom schwimmen – und mehr Analog wagen. Öfter mal raus aus dem digitalen Hamsterrad der vielen Social-Kanäle auf dem Handy. Weg vom ständigen, selbst verordneten Like-, Share- und Publish-Zwang, vom kakophonen Netz-Getöse. Und diese Detox-Stunden für das nutzen, was für Kommunikation genauso elementar ist wie hohe Reichweiten: belastbare Beziehungen und gut durchdachte Konzepte. Sei es beim Bier oder Kaffee mit Journalisten oder im nachmittäglichen Gehirnspaghetti mit den eigenen Kollegen. Wir können Themen nur vernünftig treiben, wenn wir uns nicht ständig vom Smartphone treiben lassen. Einfach mal abschalten!“

 

Kerstin Hoffmann

Vortragsrednerin und Kommunikations- und Strategieberaterin, bloggt auf „PR-Doktor"

Kerstin Hoffmann, Vortragsrednerin und Kommunikations- und Strategieberaterin (c) ?

„Meine persönlichen Highlights 2018 waren viele Begegnungen mit PR-Verantwortlichen, die PR vernetzt betrachten. Der Gedanke dahinter: raus aus den Silos, Unternehmenskommunikation als gemeinsames, integriertes Projekt aller Menschen im Unternehmen betrachten. Entsprechend wird auch im kommenden Jahr die PR herausgefordert sein, spannende Geschichten zu entdecken, die von der Nutzer-, Leser-, Zuschauerseite her gedacht sind. 

Wir begleiten eine Reihe von Projekten in die nächste Stufe der Content-Strategie. Herausfordernd ist es vielfach weiterhin, wirklich funktionierende digitale Strukturen der Zusammenarbeit zu etablieren – besonders dann, wenn die Compliance einen engen Rahmen steckt. ‚Online first‘ ist fast überall verwirklicht. Bei einigen unserer Kunden – nicht bei allen! – wird daraus ‚Online only‘, zumindest in bestimmten Teilbereichen der Kommunikation.“

 

Magnus Hüttenberend

Leiter Digitale Kommunikation Global, Tui

Magnus Hüttenberend, Leiter Digitale Kommunikation Global, Tui (c) Tui

„Mein PR-Jahr 2018 war geprägt davon, andere Medienmärkte kennenzulernen. Seit April führe ich die Kommunikation in den vier nordischen Märkten für Tui – und bin überrascht, welche Macht beispielsweise klassischer Print gerade im hohen Norden noch hat. Aber gerade die kleineren Unterschiede – von der Macht von Debatten-Podcasts in Schweden bis zum Hang zur Skandalisierung in Finnland – machen meinen Alltag spannend. 

Mein Trend-Thema bleibt der Aufbau von Manager-Persönlichkeiten in den sozialen Netzwerken. Nicht nur ist dies eine effektive Methode, Reputation zu fördern, sie öffnet vor allem die Köpfe der Geschäftsführung für die Kommunikation. Kurioser Gegentrend: Mein Team hat mich tatsächlich überzeugt, dass eine Pressekonferenz auf einer Messe eine gute Idee ist. Ich bin gespannt, wie das 2019 funktionieren wird.“

 

Gudrun Herrmann

Leiterin Unternehmenskommunikation DACH, Linkedin

Gudrun Herrmann, Leiterin Unternehmenskommunikation DACH, Linkedin (c) Simon Koy 

„Wichtig in diesem Jahr war für mich das Thema ‚Haltung zeigen‘ in den Zeiten der vierten industriellen Revolution mit all ihren Unsicherheiten. Wir Kommunikationsexperten kennen uns im Handling von Inhalten und Kommunikationskanälen aus. Wer, wenn nicht wir, soll also gekonnt Haltung zeigen? 

Im kommenden Jahr wird der Wandel von der One-to-Many- zur Many-to-Many-Kommunikation weitergehen. Kommunikationsprofis werden daher zunehmend ‚Leitplankenfunktionen‘ – also die Schulung von Mitarbeitern zum richtigen Einsatz von Kommunikation – übernehmen. Außerdem werden Kommunikation und Marketing weiter zusammenwachsen, zum Beispiel in Bereichen wie Content Creation und Content Placement. Für mich konkret wird 2019 der Einsatz für ‚Causes‘ und damit verbunden das Thema Influencer- Marketing wichtig werden. Dazu gehören Themen wie Diversity, Frauen in Führungspositionen und die Förderung der digitalen Erziehung von Kindern.“ 

 

Oliver Chaudhuri

Leiter Geschäftsstelle Düsseldorf / Principal Consultant Kommunikation, Hirschtec

Oliver Chaudhuri, Leiter Geschäftsstelle Düsseldorf und Principal Consultant Kommunikation, Hirschtec (c) Hirschtec

„Chatbots, KI, Data Analytics: Die (interne) Kommunikationslandschaft ist auch 2018 immer weiter durch Technologien geprägt worden. Eiszeit der Emotionen? Bedeutungsverlust für Kommunikationsmanager? Aber nicht doch! Gerade beim Modern Workplace stehen Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt – und damit stärker als zuvor die Unterstützung durch Kommunikation und Medien. Was sich 2019 fortsetzen wird, ist der Rollenwandel interner Kommunikatoren – weniger Redakteur, mehr Community Manager. Andere anleiten, digitale Instrumente sinnvoll zu nutzen, Tool-Landschaften einzäunen und begradigen. Plattformen für Kommunikation  und Kollaboration pflegen und zum Blühen bringen – auch das wird 2019 kein ‚Kollege Roboter‘ leisten können.“

 

 
 

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