Von Links: Frank Behrendt, Norbert Lindhoff, Uwe Kohrs, Christian Garrels und Karl-Martin Obermeier (c) Laurin Schmid
Von Links: Frank Behrendt, Norbert Lindhoff, Uwe Kohrs, Christian Garrels und Karl-Martin Obermeier (c) Laurin Schmid
Spannungsfeld Pitch

Warum von Burundi lernen, dass es keine Pitch-Honorare gibt?

Der Pitch und alles, was damit verbunden ist, bewegt die Agenturszene. Pitch-Honorar, ja oder nein? Und wie wäre es mal mit mehr Transparenz? Es diskutierten Frank Behrendt, Norbert Lindhof, Uwe Kohrs, Christian Garrels und Karl-Martin Obermeier.
Felicitas Ernst

Der Pitch, er kostet Zeit, Kraft, Nerven und vor allem Geld. Sogenannte Pitch-Honorare bezahlen, das wollen allerdings nicht alle Auftraggeber. „Spannungsfeld Pitch“, so das Thema, über das Christian Garrels (ADAC), Uwe Kohrs (Impact Agentur für Kommunikation und GPRA-Präsident), Frank Behrendt (Fischer Appelt, stellvertretende GPRA-Präsident), Norbert Lindhof (Aller! Best) diskutierten. Moderiert wurde die Runde der Rock’n’Roller, wie sie sich nannten, von Karl-Martin Obermeier, Professor an der Westfälischen Hochschule.

Es könne nicht sein, dass man nach einem aufwendigen Pitch eine Absage bekommt und unterschreiben soll, dass eine andere Agentur die eigenen Ideen aufgreifen darf, beschwert sich Frank Behrendt. „Wir sind ein hochentwickelter Markt, warum sollen wir von Burundi lernen, dass es keine Pitch-Honorare gibt?“ Natürlich gibt es auch faire Pitches. Dennoch plädiert Uwe Kohrs für mehr Transparenz. Das sei eine Frage des Respekts. „Warum habe ich verloren? Welche Kriterien waren ausschlaggebend?“, will Kohrs wissen. Oftmals müsse er Auftraggeber sogar fragen, wer eigentlich den Pitch gewonnen hat. „Wir brauchen stabilere, belastbarere Standards im Markt“, fordert Kohrs.

Nicht mit Arschlöchern zusammenarbeiten

So wenig Pitches wie möglich wünscht sich  Norbert Lindhof, der als Berater Unternehmen und Agenturen zusammenführt. „Ich rate meinen Mandanten, Pitches zu vermeiden, weil der Aufwand auf Unternehmens- und Agenturseite überproportional groß ist“, so Lindhof, zu dessen Kunden auch Samsung, Coca-Cola und Beiersdorf zählen. Wenn gepitcht werden muss, dann gebe es verschiedene Phasen mit genauen, transparenten Vorgaben. Fasst alle auf dem Podium vermissen in Deutschland eine Chemistry-Meeting-Kultur, die bei den Amerikanern üblich sei. „Chemie ist de Essenz und Basis vertrauensvoller Zusammenarbeit“, sagt Behrendt. Warum also nicht erst einmal treffen und reden – bevor man anfängt, Präsentationen zu erarbeiten und 120-Seiten-Papiere zu erstellen? Spart Zeit und Geld. Oder wie es Frank Behrendt formuliert: „Ich will nicht mit Arschlöchern zusammenarbeiten und Unternehmen wollen nicht mit Arschlöchern zusammenarbeiten.“  Also lieber mal vorher reden.

 
 


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