Gut vorbereitet ins Interview gehen (c) Thinkstock
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Vorsicht, Journalist! Zehn Frage-Fallen im Interview

Wie bereitet man sich am besten auf ein Interview vor? Sprechtrainer Michael Rossié hat mögliche Fragen, die Journalisten gerne stellen, aufgelistet. Teil zwei zum Thema Interviewvorbereitung.
Michael Rossié

Die hypothetische Frage

Hypothetische Fragen sollte man grundsätzlich nicht beantworten. Eine Antwort führt nur dazu, dass man jede Menge Mutmaßungen anstellt, die für den Journalisten schöne Schlagzeilen ergeben.

Können Sie ausschließen, dass…

Auch die Frage, ob man etwas garantieren oder ausschließen kann, sollte man nicht beantworten. Diese Frage ist eine Falle, und in Fallen tappt niemand freiwillig. Also identifiziert man die Frage als Falle und fertig.

Unterschieben von Begriffen

Wenn der Journalist unwidersprochen ein Wort verwendet, kann es im Interviewtext vorkommen. Widersprechen Sie also der „Freisetzung von Arbeitskräften“, dem „Nullwachstum“ oder „Kollateralschaden“.

Formulierungen vorgeben

Wer in Interviews unter Druck gerät, neigt dazu, die Formulierungen des Fragers aufzunehmen. „Nein, wir sind kein Saftladen!“ und schon hat er eine schöne Schlagzeile produziert.

Die dreigeteilte Frage

Mehrteilige Fragen sollten grundsätzlich nacheinander beantwortet werden. Auf drei Fragen gleichzeitig zu antworten, ist zu schwierig. Erst eine Antwort. Dann lässt man sich die zweite Frage nochmal geben. Dann geht es weiter.

Die unverständliche Frage

Nachfragen als Mittel, um Zeit zu gewinnen, halte ich für albern. Aber wenn man nicht weiß, worauf der Fragende hinaus will, sollte man das vor der Antwort klären. Viele harmlose Einstiegsfragen führen zu kontroversen Themen.

Das Schriftstück

Während eines Interviews nimmt man am besten kein Schriftstück des Journalisten in die Hand, das man nicht genau kennt. Man verspricht, sich das in Ruhe anzusehen, aber es wird nicht kommentiert.

Die Privatmeinung

In einem Interview gibt es keine Privatmeinung. Man spricht mit einem Journalisten und der verdient auch mit Privatmeinungen sein Geld. Privatmeinungen gehören in rein private Gespräche und nicht ins Interview.

Glaskugelfrage

Natürlich kann man über seine Hoffnungen und Wünsche sprechen, aber sichere Voraussagen über die Zukunft zu machen ist sehr problematisch, nicht nur, wenn die Firma börsennotiert ist.

Überfallfrage

Manche Journalisten glauben, mit einer überfallartig gestellten Frage zu besseren Antworten zu kommen. Wenn der Journalist ein neues Thema anschneidet oder Dinge fragt, mit denen Sie nicht gerechnet haben, dann geben Sie (noch) keine Antwort.

Das nächste Interview für den Chef steht an? Hier geht es zum Interview mit Michael Rossié zum CEO-Coaching.

 

 
 

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