Klima- und Umweltschutz ist den Deutschen ein wichtiges Anliegen. (c) Getty Images/conceptualmotion
Klima- und Umweltschutz ist den Deutschen ein wichtiges Anliegen. (c) Getty Images/conceptualmotion
Nachhaltigkeitskommunikation

Vertrauen in CSR-Maßnahmen steigt

Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt Nachhaltigkeitsbekundungen von Unternehmen nicht. Doch einer Umfrage zufolge ist das Misstrauen in den vergangenen Monaten gesunken.
Aus der Redaktion

Umweltschutz wird den Deutschen immer wichtiger: Für drei Viertel der Deutschen ist der Klimawandel ein dringendes Problem, wie die auf Reputation spezialisierte Kommunikationsberatung Instinctif Partners in einer repräsentativen Umfrage herausfand. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Bedeutung von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel ist bei den Deutschen demnach über alle Altersgruppen hinweg weiter gestiegen. 62 Prozent der Deutschen gaben an, grundsätzlich mehr nachhaltige Entscheidungen treffen zu wollen. Knapp die Hälfte (49 Prozent) befürchtet, dass das Thema Klimawandel nach der Corona-Pandemie zu wenig Aufmerksamkeit erhalten wird.

Nach den entscheidenden Akteuren im Kampf gegen den Klimawandel befragt, sehen die Deutschen vier nahezu gleichverantwortliche Gruppen in der Pflicht: die Unternehmen, die Bundesregierung, die Regierungen anderer Länder sowie die Bevölkerung, also sich selbst.

Zuversicht in Klimaschutz-Maßnahmen steigt

Ihre Zuversicht in die Maßnahmen der Bundesregierung und der Wirtschaft ist dabei im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: 37 Prozent der Deutschen vertrauen der Bundesregierung und ihren klimapolitischen Maßnahmen, gegenüber lediglich 25 Prozent im Vorjahr. Zwar sind noch 38 Prozent der Befragten nicht oder überhaupt nicht zuversichtlich, dass Unternehmen ausreichende Schritte gegen den Klimawandel unternehmen. Im Vorjahr lag dieser Wert aber noch bei 47 Prozent. Der Anteil derjenigen, die zuversichtlich oder sehr zuversichtlich hinsichtlich der Maßnahmen sind, ist von 24 auf 32 Prozent gestiegen. Dies geht einher mit einer wachsenden Glaubwürdigkeit, wenngleich noch immer 41 Prozent der Verbraucher:innen (2020: 48 Prozent) den Bekundungen von Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit skeptisch gegenüberstehen.

„Trotz der hohen Aufmerksamkeit für Covid-19-Themen im Nachrichtenzyklus des vergangenen Jahres scheinen die Menschen Signale aufzugreifen, dass Regierungen und Unternehmen Nachhaltigkeit ernster nehmen“, sagt Götz Schlegtendal, Managing Partner bei Instinctif. Ein Großteil der Verbraucher misstraue den Aussagen von Unternehmen aber nach wie vor in Bezug auf ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. „Um die eigene Reputation zu steigern, brauchen Unternehmen eine glaubwürdige Positionierung und effektivere Kommunikation in Sachen Nachhaltigkeit“, betont der Experte.

Die jährliche, repräsentative Umfrage wurde von Truth, einer Marktforschungstochter von Instinctif Partners, im Januar und Februar 2021 unter europäischen Verbraucher:innen unter anderem in Deutschland durchgeführt. Hierzulande haben 2.021 Personen an der Umfrage teilgenommen. Weitere Informationen zum „Nachhaltigkeits-Barometer“ finden Sie hier.

 

 
 


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