Fünf Tipps aus der Trickkiste zum bewussten Umgang mit versteckten Signalen
Fünf Tipps aus der Trickkiste zum bewussten Umgang mit versteckten Signalen

Versteckte Signale deuten

Eine unendliche Vielfalt an versteckten Signalen prägen unsere Botschaften. Die Körpersprache-Expertinnen Gabriele Schranz und Gabriele Cerwinka geben Tipps, wie man versteckte Signale entschlüsselt.
Gabriele Schranz
Gabriele Cerwinka

Versteckte Signale dringen nicht bis in unser Bewusstsein vor. Wir nehmen sie jedoch im Unterbewusstsein sehr wohl wahr, und sie beeinflussen unser Verhalten. Das ist die Macht der versteckten Signale – sie wirken direkt und ungefiltert auf unser Unterbewusstsein. Wer diese Signale bewusst wahrnimmt und auch die eigenen, die er aussendet, steuert, hat einen entschiedenen kommunikativen Vorteil.

Tipp 1 Beachten Sie die Sprache der Füße

Die eigene Körpersprache zu steuern gelingt uns am besten im Gesicht. Je weiter es nach unten geht, desto unbewusster spricht der Körper mit. Unruhiges Hin- und Herbewegen der Füße verrät Unsicherheit und Fluchtgedanken, obwohl der obere Körperteil vielleicht Souveränität und Ruhe ausstrahlt. Schauen Sie Ihrem Vis-à-vis genau auf die Füße und erkennen Sie so seine echten Gefühle. Achten Sie bei sich selber stets auf einen sicheren und festen Stand(punkt): beide Beine hüftbreit fest am Boden. So vermitteln Sie Selbstsicherheit ohne Überheblichkeit.

Tipp 2 Gegenstände als Waffe

Wer einen Stift beim Sprechen in den Händen hält tendiert dazu, ihn bei Fortdauer des Gespräches wie eine Waffe in der Hand zu bewegen. Das wirkt auf das Unterbewusstsein des anderen wie ein Angriff und provoziert Verteidigungsverhalten. Nehmen Sie diese Gesten bewusst wahr, um gelassen darauf reagieren zu können. Vermeiden Sie Ihrerseits, diese Waffen einzusetzen. Vermeiden Sie vor allem eine Unterlage oder Mappe wie ein Schutzschild vor den eigenen Körper zu halten – das signalisiert Unsicherheit und Verletzlichkeit.

Tipp 3 Der M-Blick

Kommunikation und Verständigung gelingen eindeutig besser, wenn wir Blickkontakt mit unseren Gesprächspartnern haben. Doch was tun, wenn eine große Menge an „Gesprächspartnern“ auf der anderen Seite ist? Achten Sie dabei vor allem auf die rechts- und linksaußen befindlichen Personen. Beim „M-Blick“ schweift Ihr Blick beginnend links außen über die Gesichter am linken Rand des Auditoriums nach hinten, von dort schräg zur Mitte in der ersten Reihe, von dort wieder schräg nach rechts hinten und dann am rechten Rand der Zuhörerreihen zur Person ganz rechts außen vorne. Ihr Blick erfasst mit diesem „M“ alle Zuhörer, bezieht alle mit ein.

Tipp 4 Der Namenstrick

Es ist immer ein Zeichen der Wertschätzung, den Gesprächspartner von Beginn an mit seinem Namen anzusprechen. Muss der Gesprächspartner unterbrochen werden, gelingt dies elegant, in dem man seinen Namen an den Anfang einer Frage stellt. Wird ein Gesprächspartner in der Runde unangenehm und angriffslustig, wirkt die Anrede mit dem Namen meist deeskalierend, da alle im Umkreis wissen, wer da so vorlaut agiert. Doch was tun, wenn man sich nicht alle Namen merken kann, weil die Runde zu groß ist oder Ihr Namensgedächtnis nicht fit genug ist? Merken Sie sich einfach nur drei Namen und sprechen Sie diese drei Personen möglichst bald im Gespräch mit dem Namen an – so haben alle anderen auch den Eindruck, dass Sie ihre Namen kennen. So behalten Sie die Souveränität im Gespräch.

Tipp 5 Die Wahrnehmungssprache des anderen entschlüsseln

Unsere subjektive Wahrnehmung beeinflusst unsere Kommunikation. Man unterscheidet dabei grundsätzlich drei Typen: den visuellen (Sehtyp), den auditiven (Hörtyp) und den kinästhetischen (Begreiftyp). Treffen unterschiedliche Typen aufeinander, wird die Verständigung schwierig. Wie Sie diese Typen erkennen? An seinen Formulierungen! Der Visuelle: „Das sehe ich anders“, „Man muss ins Auge fassen.“, usw. Der Auditive: „Da höre ich heraus“, „Das klingt für mich“ und der Kinästhet: „Das begreife ich nicht“, „Ich spüre deutlich“. Haben Sie Ihr Gegenüber entschlüsselt, „übersetzen“ Sie Ihre Statements in die Sprache des anderen und Sie werden viel eher verstanden.

 
 

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