Cover: Vahlen
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Rezension

Unterhaltsame Storytelling-Anleitung

Simone Dettelbacher

An gute Geschichten erinnern wir uns gerne. Doch wie erzählt man eigentlich eine gute Geschichte? Und welche Fehler sollte man beim Kreieren einer solchen besser vermeiden? Genau das möchte der Drehbuchautor Edgar von Cossart in „Storytelling. Geschichten für das Marketing und die PR-Arbeit entwickeln“ seinen Lesern erklären.

Schon nach den ersten Seiten wird klar: Der erfahrene Fernsehjournalist befolgt seine eigenen Tipps rund um das Storytelling selbst – sein Erzählstil ist locker, und persönliche  Anekdoten sorgen für eine unterhaltsame Lektüre. Auf 111 Seiten erläutert er, welche Regeln ein guter Geschichtenerzähler beherrschen sollte. Ein poppiges Produkt sollte  beispielsweise mit einer ebenso frech aufbereiteten Geschichte verknüpft werden. Inhalt und Form müssen übereinstimmen. Diese Forderung hält auch der Autor selbst ein: Die  klassische Dramaturgie aus Exposition, Höhepunkt, Katastrophe entspricht den einzelnen Gliederungspunkten seiner Anleitung.

Eine seiner wichtigsten Regeln: Geschichten müssen emotional sein. Und das gelingt durch Identifikation, am besten mit einem Helden. „Tatsächlich hat das aber nichts mit dem Abenteuergenre zu tun, in dem sich der Plot vielleicht abspielt, oder mit der Person, die sich als Abenteurer oder Kämpfer zu bewähren hat. Der Held ist in dramatischen Geschichten  eine Metapher für die menschliche Natur“, schreibt von Cossart.

Bei der Charakterzeichnung dürfe man ruhig übertreiben: Von Cossart schildert ein Erlebnis, bei dem dies wichtig war: Für eine Hotelkette sollte er einen Schulungsfilm entwickeln. Den  Angestellten gegenüber wollte er aber nicht oberlehrerhaft auftreten. Deshalb demonstrierten  die Schauspieler offensichtliche Fehler derart überzeichnet, dass sich die Mitarbeiter  amüsierten, ohne sich auf den Schlips getreten zu fühlen. Und so kam die Botschaft auch an. Man muss wissen, wem man eine Geschichte erzählt. Vermeiden sollte man hingegen,  dass das Ende zu früh absehbar ist. Die Zielspannung sollte so lange wie möglich hinausgezögert werden. Ein weiterer Fehler sind zu komplexe Geschichten. Nimmt die Geschichte  zu viele Umwege, lenke das nur unnötig vom eigentlichen Kern ab.

Klare und einfache Erklärungen machen Edgar von Cossarts Tipps auch für Storytelling- Anfänger leicht verständlich. Der Autor setzt kein dramaturgisches Vorwissen voraus. Aus der Praxis für die Praxis – kein wortverliebtes Abdriften in abstrakte Gedankensphären, keine Zeile, die nicht von  praktischem Nutzen wäre.

Fazit: Ein präziser Ratgeber, der Schritt für Schritt erklärt, wie man eine spannende, witzige und fesselnde Geschichte erzählt.

Bewertung: Absolutes Lese-Muss (fünf von fünf möglichen Sternen)

Cover: Storytelling von Edgar von Cossart. (c) Vahlen

Cover: Vahlen

Edgar von Cossart: Storytelling. Geschichten für das Marketing und die PR-Arbeit entwickeln. Vahlen 2017, 16,90 Euro

 

 
 


randbemerkung

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