CEO-Medienpräsenz-Studie 2015 (c) Getty Images/iStockphoto/Shivendu Jauhari
CEO-Medienpräsenz-Studie 2015 (c) Getty Images/iStockphoto/Shivendu Jauhari
CEO-Medienpräsenz-Studie 2015

Über diese Chefs wurde am häufigsten berichtet

Das neue CEO-Medienpräsenz-Ranking von Keynote Kommunikation ist da. Die Top 3: Fitschen (Deutsche Bank), Müller (Volkswagen), Spohr (Lufthansa).
Hilkka Zebothsen

Beim CEO Communication Monitor standen im vergangenen Jahr vor allem Krisen-Chefs im Fokus. Neben der reinen Masse der Berichte wurde auch die Tonalität ausgewertet, weswegen eine Top-Platzierung im Ranking nicht immer nur Gutes bedeutet…

Auf Platz 1 steht Jürgen Fitschen: Unter den 84 CEOs von Dax- und MDax- Konzernen hatte der Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank 2015 mit Erwähnungen in 4.876 Artikeln die größte Medienpräsenz. Damit erreichte er etwa 11,7 Prozent der CEO Berichterstattung, was rund ein Drittel mehr als im Vorjahr ist, als Fitschen noch Rang 2 der Medienpräsenz belegte.

Jürgen Fitschen, Deutsche Bank (c) Thinkstock/Hannelore Foerster

Jürgen Fitschen, Deutsche Bank (c) Thinkstock/Hannelore Foerster

Volkswagen-Chef Matthias Müller belegt Platz 2. Der Vorstandsvorsitzende des Autobauers wurde er in 4.757 deutschen Presseartikeln genannt und erreichte eine Medienpräsenz von 11,4 Prozent. Dabei hatte er seinen Posten erst mit dem Beginn des Abgasskandals im September 2015 übernommen.

Matthias Müller, Volkswagen (c) Wikimedia Commons / Volkswagen AG / CC BY 3.0

Matthias Müller, Volkswagen (c) Wikimedia Commons/Volkswagen AG/CC BY 3.0

Der Drittplatzierte hatte erst mit dem tragischen Flugzeugabsturz zu tun, dann mit Streiks: Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Er stieg von Rang 6 im Vorjahr auf Rang 3 im Jahr 2015 und war mit 3.131 Artikeln in 7,5 Prozent der CEO-Berichterstattung präsent.

Carsten Spohr, Lufthansa (c) flickr.com/BM für Verkehr und digitale Infrastruktur/CC BY-ND 2.0

Carsten Spohr, Lufthansa (c) flickr.com/BM für Verkehr und digitale Infrastruktur/CC BY-ND 2.0

Trend zur personalisierten Wirtschaftsberichterstattung

Dass Gesichter für Marken stehen, zeigt sich gerade bei Krisen und Skandalen. Umso wichtiger, dass sich eine langfristige und nachhaltige Positionierung des CEO für das Unternehmen auszahlt. „2015 haben wir im Krisenmanagement der deutschen Top-Manager Licht und Schatten gesehen“, sagt Harald Maass, Geschäftsführer von Keynote Kommunikation. „Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist sicher ein Beispiel dafür, wie man die Reputation eines Vorstandsvorsitzenden aufbaut und in der Krise für das Unternehmen nutzt. Andere Unternehmen haben dagegen in 2015 durch Fehler in der CEO-Kommunikation deutlich an Reputation eingebüßt.“

Die Aufsteiger

Der CEO Communication Monitor ermittelt auch die langjährige Entwicklung der deutschen Vorstandsvorsitzenden. Unter den Aufsteigern: Martin Blessing von der Commerzbank (Platz 8) ist wieder in den Top 10 mit verbesserter Tonalität. Außerdem: BASF-Chef Kurt Bock (Platz 20) und ProSiebenSat1-CEO Thomas Ebeling (Platz 35).

Bewegung gab es auch im hinteren Mittelfeld mit überwiegend positiver Berichterstattung: Gordon Riske (Kion, Platz 46) und Thomas Hegel (LEG Immobilien, Platz 48) stiegen um 35 beziehungsweise 22 Plätze auf.

Die Absteiger

Siemens-Chef Joe Kaeser, der im Vorjahr noch die größte Medienpräsenz aller CEOs verzeichnete, rutschte auf Platz 6 bei ausgewogener Tonalität der Berichterstattung. Verloren auch an Medienpräsenz: Herbert Hainer (Adidas, Platz 13), Heinrich Hiesinger (ThyssenKrupp, Platz 22) und Bill McDermott (SAP, Platz 25).

Alle Auf- und Absteiger finden Sie hier:

Die Medienpräsenz der deutschen Top-Manager in 2015 (Dax/MDax) (c) Keynote Kommunikation

Die Medienpräsenz der deutschen Top-Manager in 2015 (Dax/MDax) (c) Keynote Kommunikation

Über die Studie

Für den CEO Communication Monitor werden die 250 wichtigsten deutschsprachigen Print- und Online-Medien ausgewertet, Leitmedien sind diejenigen 15, die im vergangenen Jahr am häufigsten zitiert wurden. Für das Ranking 2015 wurden 42.000 Artikel analysiert und dabei die Anzahl von Artikeln erfasst, in denen der Name eines Vorstandsvorsitzenden mindestens einmal genannt wird. Die Untersuchung der Tonalität erfolgt durch eine automatisierte Sentiment-Analyse. Herausgeber der Studie ist das Beratungsunternehmen Keynote Kommunikation mit Sitz in München.

 
 

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