Tui-Cruises-Chein Meier gerät beim Thema CO2 ins Straucheln - vor laufenden Kameras. (c) Getty Images / Rawpixel
Tui-Cruises-Chein Meier gerät beim Thema CO2 ins Straucheln - vor laufenden Kameras. (c) Getty Images / Rawpixel
CEO-Kommunikation

Tui-Cruises-Chefin Meier strauchelt bei CO2-Frage

Auf dem falschen Fuß erwischt: Ob Kreuzfahrten für mehr oder für weniger CO2 sorgen, wollte die Tui-Kreuzfahrt-Chefin nicht beantworten.
Aus der Redaktion

Zu den größten Ärgernissen für Unternehmenskommunikatoren gehört es, wenn die Geschäftsführerin oder der CEO vor laufenden Kameras ins Straucheln gerät. Das gilt erst recht, wenn die Frage der Journalisten beinahe erwartbar und recht einfach zu beantworten war.

Dieser Alptraum der CEO-Kommunikation unterlief der Kreuzfahrtsparte von Tui und der Geschäftsführerin von Tui-Cruises, Wybcke Meier, in der letzten Ausgabe des ARD-Magazins Panorama und dessen Bericht "Klima kippt - Kreuzfahrt boomt".

Die Kreuzfahrtbranche wächst, sieht sich allerdings wegen der Auswirkungen ihres Geschäfts auf Umwelt und Klimaschutz zunehmender Kritik gegenüber. Fragen von TV-Journalisten zum CO2-Ausstoß der Ozeanriesen liegen also äußerst nahe.

Umso ärgerlicher für ein Unternehmen, die Geschäftsführerin und die PR-Abteilung, wenn ausgerechnet dieses Thema kommunikativ aus dem Ruder läuft.

Die Tui-Cruises-Geschäftsführerin geriet – anscheinend eine Fangfrage befürchtend – nach mehreren zunächst souveränen Antworten bei einer unverfänglichen Interviewpassage zur CO2-Bilanz der Kreuzfahrtbranche mächtig in die kommunikative Bredouille. Nach einigem Hin und Her erklärte Meier, sie wolle die Frage nicht beantworten, ob durch Kreuzfahrten der CO2-Ausstoß steige oder sinke.

Der Wortlaut der Interviewpassage von Wybcke Meier bei Panorama

Panorama: Steigen denn die Treibhausgase durch die Kreuzfahrt oder sinken sie?

Meyer: Das kann ich Ihnen so nicht beantworten. Also … Das … ähm … Die Treib … ähm … Es gibt keine … Es gibt keine … Das müssen wir mal rausnehmen … Also, da gibt’s keine Messungen, die man … Man kann nicht sagen, die Treibhausgase oder dies oder jenes, also …

Panorama: Es gibt ja einen Treibstoffverbrauch durch die Kreuzfahrt, und es gibt weiteren Energieverbrauch. Man kann schon messen, ob der Treibhausgasausstoß durch die Kreuzfahrt sinkt oder steigt – also: sinkt er oder steigt er?

Meyer: Äh (lacht) … Na ja, Sie haben’s ja … durch mehr Schiffe … Nee, möchte ich nicht beantworten, die Frage.

Der komplette Panorama-Beitrag inklusive des Interviews mit Wybcke Meier ist in der Mediathek der ARD verfügbar.

 

 
 

Kommentare

Der GAU - auswechseln.

katastrophal. Zeigt ein wenig, wie TUI und auch TUI Cruises ein wenig überfordert, konzern- und gewinngesteuert herum eiern. Ich stellte kürzlich in einem Seminar einer Repräsentantin von Regent 7 Sea Cruises die Frage: Welchen Treibstoff benutzen Sie jetzt und für die zukünftigen Schiffe? Einfache klare Antwort: "Sie meinen sicher, ob wir in absehbarer Zeit LNG (flüssiges Erdgas) benutzen. Ein klares NEIN. Wir nutzen abgasarme Dieselkraftstoffe. Begründung: 1.) Nur 5% aller Schiffe auf den Meeren sind Kreuzfahrtschiffe , 2.) Es gibt bisher kaum Häfen, welche LNG liefern können. Dies gilt auch für die mittelfristige Zukunft. Kürzlich wurde einem reinen LNG-betriebenen Schiff von einem Schweröl-betriebenem Schiff über tausende Meilen LNG-Treibstoff geliefert. Wo ist da der Sinn? Ich wünsche Frau Meyer auf diesem Wege ordentlich Wasser unterm Kiel. Ahoi


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Agenturchefin Andrea Montua spricht im Interview über die Zukunft der internen Kommunikation. (c) Montua Partner
Andrea Montua (c) Montua Partner
Lesezeit 6 Min.
Interview

"Sich gegen Veränderung sträuben, ist menschlich"

In ihrem Podcast „Auf einen Tee“ tauscht sich Agenturchefin Andrea Montua seit Kurzem regelmäßig mit Branchenexperten zu Themen rund um die interne Kommunikation aus. Warum sie vielen – aber nicht allen – Unternehmen zum Podcast rät, verriet sie uns im Interview. Außerdem: Wie es die interne Kommunikation künftig mit der künstlichen Intelligenz halten sollte und warum auch die klassische Mitarbeiterzeitung immer noch ihre Vorzüge hat. »weiterlesen
 
Martin Bachler von Osram sprach über Herausforderungen und Trends in der Kommunikation. (c) Quadriga Media Berlin
Martin Bachler von Osram (c) Quadriga Media Berlin
Lesezeit 1 Min.
Interview

„Inmitten einer fundamentalen Transformation“

Kommunikationschef Martin Bachler sprach mit uns über aktuelle Herausforderungen in der Osram-Kommunikation und darüber, wie er und sein Team diese meistern. »weiterlesen
 
Liqui-Moly-Chef Ernst Prost verleiht seiner Wut über Software-Probleme Ausdruck. (c) Liqui Moly
Ernst Prost von Liqui Moly betreibt CEO-Kommunikation mal anders. Foto: Liqui Moly
Meldung

Liqui-Moly-Chef zelebriert seine Wut

Der Geschäftsführer ist wütend über Ergebnisse und Softwareprobleme? Auch so funktioniert CEO-Kommunikation – jedenfalls bei Ernst Prost von Liqui Moly. »weiterlesen
 
Thomas Mickeleit, Director of Communications bei Microsoft Deutschland, sieht die Zukunft der Internen Kommunikation in AR. / Thomas Mickeleit: (c) Microsoft Deutschland GmbH
Foto: Microsoft Deutschland GmbH
Interview

"Wir experimentieren jeden Tag"

Die Interne Kommunikation war bei Microsoft lange kein Thema. Mittlerweile denkt der Konzern um. Wie sich Bianca Bauer, Internal Communications Lead, und Thomas Mickeleit, Director of Communications, die Interne Kommunikation in Zukunft vorstellen, verraten sie im Interview. »weiterlesen
 
Für 57 Prozent der Deutschen ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema./ Nachhaltigkeit: (c) Getty Images/ julief514
Nachhaltig einkaufen. Bild: Getty Images/ julief514
Meldung

Deutsche legen Wert auf nachhaltigen Einkauf

Laut Group-M-Studie interessieren sich 57 Prozent der Deutschen für Nachhaltigkeit. Für Unternehmen bietet das Chancen in der Kommunikation. »weiterlesen
 
McDonald's will Plastik gegen erneuerbare Materialien austauschen./ McDonald's: (c) McDonald's Deutschland
Bild: McDonald's Deutschland
Meldung

McDonald’s will 1000 Tonnen Plastik einsparen

McDonald’s will grüner werden. Der Konzern kündigt an 1000 Tonnen Plastik einsparen zu wollen. Bis 2025 sollen alle Verpackungen erneuerbar werden. »weiterlesen