Die interne Kommunikation durch Videos verbessern (c) Thinkstock/Anikei
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Interne Kommunikation

Tipps für Videos im Intranet

Unternehmen verfügen über verschiedene Techniken der internen Kommunikation. Rainer Zugehör erklärt, wie wichtig die Videokommunikation via Intranet ist und was man bei ihrer Einführung beachten muss.

Videos beherrschen das Internet und machen bereits heute rund 70 Prozent des globalen Internet-Traffics aus. Bezüglich der Nutzungsdauer stehen sie mittlerweile auf Platz Eins – und verweisen sogar die vielzitierten Social Networks auf ihre Plätze. Videos sind nicht nur ein Phänomen der Verbraucherwelt, sondern erobern auch auf B2B-Ebene und erst recht in der internen Kommunikation die Bühne. Unternehmen, die das dominierende Medium unserer Zeit ignorieren, werden langfristig im wahrsten Sinne des Wortes von der Bildfläche verschwinden.

Videos immer beliebter für die interne Kommunikation

Eine Erhebung unserer Analytiker auf Basis der Daten von annähernd 157 europäischen Unternehmen, darunter 21 Dax-Konzerne, besagt: Seit 2008 hat sich das Datenvolumen in den Unternehmen im Bereich Video verachtfacht. Jeden Monat streamen die untersuchten Unternehmen rund 82 Terrabyte an Videomaterial – Tendenz steigend. Schon jetzt befinden sich 30 Prozent aller Unternehmensvideos im Intranet. Eine Vorreiterrolle nehmen hier überraschenderweise die Finanz- und Versicherungsunternehmen ein. Mit 26 Prozent stellen sie die größte Branchengruppe bei internen Videos dar.

Das Nutzen von Videos dient der intensiven Schulung und Informationsversorgung der Mitarbeiter. Videos garantieren eine höhere Aufmerksamkeitsspanne als Text und Bild und können komplexe Produkte und Innovationen des Konzerns verständlicher kommunizieren. Zudem können sie Details, aktuelle Fragen sowie die umfassenden Facetten der Unternehmensstrategie jederzeit erläutern. Weiterhin können, dank Livestreamings im Intranet, alle Angestellten an Pressekonferenzen und Mitarbeiterveranstaltungen teilnehmen. Solche Live-Übertragungen vermitteln Informationen präziser als Textreportagen am Folgetag.

Videokommunikation fördert Hierarchieabbau

Innovative Unternehmen haben mit Videos bereits neue Wege der direkten Mitarbeiteransprache gefunden. So wurde das Video-Format „Direkt zu“ geboren, welches einen direkten Draht zur Chefetage herstellt. Damit werden die aktuellen Fragen der Mitarbeiter in einem Video vom Vorstand beantwortet. Dadurch entsteht mehr Nähe zur Konzernleitung und die Mitarbeiter sehen, dass ihre Anregungen beim CEO ankommen und nicht im Stille-Post-Prinzip im Nirwana der Hierarchien verschwinden.

Dass viele Unternehmen diese Chancen noch nicht nutzen, liegt unter anderem an der technischen Infrastruktur. Die Hürde, dass Videos immer, überall und am besten auf jedem Endgerät fließend laufen müssen und das Firmennetzwerk eben nicht bei der ersten Prüfung in die Knie gehen darf, muss im Vorfeld genommen werden.

Damit die Implementierung in die Unternehmenskommunikation problemlos verläuft, sollten die Kommunikatoren eng mit der IT zusammenarbeiten. Während bei Bild und Text lediglich die Inhalte relevant sind, sollte bei der Video-Umsetzung auch an die oben erwähnte Technik gedacht werden. Das Outsourcing auf externe Server kann eine Lösung sein. Dank neuester Technologien zertifiziert, ist dies auch ohne Sicherheitsverlust möglich.

Die wichtigsten Faktoren für Videos im Intranet:

1) Das Konzept: Der „Rote Faden“ eines Videos sollte feststehen, bevor die ersten Aufnahmen gemacht werden – zusammengewürfeltes Videomaterial ist wenig brauchbar.

2) Professionelle Aufnahmen: Auch wenn moderne Smartphones eine Kamerafunktion haben, sollten Kommunikatoren auf professionelle Aufnahmen setzen und gegebenenfalls auch Zeit in die Nachbearbeitung investieren.

3) Solide Infrastruktur: Gewöhnliche Firmennetzwerke sind nicht auf große Datenmengen wie beim Videostreaming ausgelegt. Dieser Aspekt hat viele Kommunikatoren auch bisher von der Videonutzung abgeschreckt. Mittlerweile kann jedoch durch cloud-basiertes Videomanagement diese Hürde einfach und ohne eine weitere Hardware genommen werden. Dem Gebrauch von Videos für die interne Kommunikation steht damit nichts mehr im Weg – jedenfalls nicht auf technischer Seite.

 
 


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