Rund 50 südwestdeutsche Tageszeitungen setzen sich im Rahmen der Kampagne für Qualitätsjournalimus ein. (c) Journalismus zeigt Gesicht
Rund 50 südwestdeutsche Tageszeitungen setzen sich im Rahmen der Kampagne für Qualitätsjournalimus ein. (c) Journalismus zeigt Gesicht
„Journalismus zeigt Gesicht“

Südwestdeutsche Zeitungen werben für Journalismus

Rund 50 süddeutsche Lokalzeitungen warben am gestrigen Mittwoch auf ihren Titelseiten für den Qualitätsjournalismus. Die Aktion kam jedoch nicht überall gut an.
Aus der Redaktion

Im Rahmen der Aktion „Journalismus zeigt Gesicht“ erschienen am Mittwoch rund 50 Tageszeitungen in Baden-Württemberg mit der gleichen Titelseite. Die Schlagzeile: „Die beste Zeit für guten Journalismus ist jetzt“. Die Aktion ist Teil einer Kampagne, mit der der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) auf die Bedeutung des Lokaljournalismus aufmerksam machen will.

Auf den Titelseiten erklären Redakteurinnen und Redakteure der jeweiligen Blätter, wie sie arbeiten, wofür sie stehen und warum sie wichtig für die Gesellschaft sind. Außerdem gibt es eine eigene Kampagnenwebseite, einen Imagefilm sowie die Möglichkeit für Leser, ihre Unterstützung für die Aktion durch Anpassung ihres Profilbilds auf Facebook kundzutun.

„Wer professionellen Journalismus vor Ort wertschätzt, der verteidigt die Meinungsfreiheit und damit eine der tragenden Säulen der Demokratie“, so der Verband seiner Motivation. In Zeiten digitaler Kommunikation leide die Glaubwürdigkeit der Branche jedoch: Auf vielen sozialen Medienplattformen sei die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit oft nicht mehr unterscheidbar. Daher sei es wichtig, verlässlichen Qualitätsjournalismus zu stärken.

Die Aktion sorgte jedoch nicht überall für Beifall – Kritik kam beispielsweise aus Berlin: „Zeitungen Baden-Württembergs werben für sich selbst“, untertitelte die Taz ihren Kommentar. Zunächst einmal sei es nicht besonders originell, dass Zeitungen sich wegen ihrer Titelblätter absprechen. Auch für die „nachdenklichen Sprüche“ – nach dem Motto „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ – mit denen die Kampagne wirbt, hat das Blatt nichts übrig.

Auch die Motivation hinter der Kampagne wird hinterfragt: „Wenn Zeitungen auf ihrer Titelseite schreiben müssen, wie wahr, schön und gut sie sind, zeigt das an, wie schlecht es um sie steht.“ Die Zeitungen hätten ihre Titelseite besser nutzen sollen, um guten Journalismus abzudrucken, statt lediglich für ihn zu werben, so die Taz.

 

 

 
 


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