Methoden und Denkwerkzeuge kommen in der Steuerung von Kommunikation noch nicht systematisch zum Einsatz. (c) Getty Images/marchmeena29
Methoden und Denkwerkzeuge kommen in der Steuerung von Kommunikation noch nicht systematisch zum Einsatz. (c) Getty Images/marchmeena29
Studie

Kommunikatoren fehlt es an Methodenkompetenzen

Beim Einsatz von Methoden und Denkwerkzeugen in der Steuerung von Kommunikation gibt es Nachholbedarf, wie eine aktuelle Studie zeigt. Kommunikatoren sollten solche Tools jedoch beherrschen, wenn sie in der obersten Führungsebene gehört werden wollen.
Katrina Geske

Kommunikatoren sollten Methoden und Denkwerkzeuge kennen und anwenden können. Das bestätigten neun von zehn befragten Kommunikationschefs in einer aktuellen Studie der Universität Leipzig und der Unternehmensberatung Lautenbach Sass. Dazu wurden Antworten von 125 leitenden Kommunikationen in deutschen Großunternehmen ausgewertet.

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Der Studie zufolge werden in der Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation wiederkehrender Kommunikationsaufgaben standardisierte Denkwerkzeuge, Methoden und Vorgehensweisen künftig unverzichtbar werden. Bislang würden diese Management-Tools aber praktisch nur wenig genutzt. Selbst Kommunikatoren in Managementpositionen hätten bisher nur begrenztes Anwendungswissen.

Zu den am häufigsten eingesetzten Tools zählen Redaktions- und Themenpläne (94 Prozent) sowie Medienresonanzanalysen (93 Prozent). Dagegen sind Methoden wie die Touchpoint-Analyse (28 Prozent) oder Scrum (26 Prozent) wenig verbreitet.

Die Befragten zeigten sich mit komplexeren, aber weniger verbreiteten Tools zufriedener als mit stärker verbreiteten (c) Universität Leipzig / Lautenbach Sass

Die Befragten zeigten sich mit komplexeren, aber weniger verbreiteten Tools zufriedener als mit stärker verbreiteten (c) Universität Leipzig / Lautenbach Sass

Zwar haben die meisten Kommunikatoren bereits verschiedene dieser Tools verwendet, jedoch geschah dies eher situativ und auf Anregung von Beratern oder Agenturen. Eine systematische Steuerung mit diesen Management-Tools findet der Studie zufolge dagegen nicht statt.

Darüber hinaus wurden die Kommunikatoren gefragt, wie zufrieden sie mit der Verwendung verschiedener Tools waren. Ergebnis: Mit komplexeren, jedoch weniger verbreiteten Methoden und Denkwerkzeugen zeigten sich die Befragten zufriedener als mit den stärker verbreiteten. Beispielsweise sei die Zufriedenheit mit der Communication-Touchpoint-Analyse sehr hoch (74 Prozent), doch nur wenige setzen sie ein (38 Prozent).

Die Autoren empfehlen Kommunikationsabteilungen, eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Toolbox zusammenzustellen. Nur so könnte sich die Abteilung weiterentwickeln und die Anerkennung des Top-Managements gewinnen.

Über die Studie

Mittels einer Online-Befragung haben die Universität Leipzig und die Unternehmensberatung Lautenbach Sass den Einsatz von Management-Tools in der Unternehmenskommunikation untersucht. Von April bis Juni 2018 wurden insgesamt 282 Kommunikatoren in Leitungsfunktion in deutschen Großunternehmen befragt. Ausgewertet wurden 125 vollständig ausgefüllte Fragebögen. Ein Ergebnisbericht der Studie kann hier heruntergeladen werden.

 

 
 

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