Faktenkontor hat sechs Typen von Verbrauchern identifiziert, die sich in ihrem Informationsverhalten unterscheiden./ Verbrauchertypen: (c) Getty Images/AndreyPopov
Faktenkontor hat sechs Typen von Verbrauchern identifiziert, die sich in ihrem Informationsverhalten unterscheiden./ Verbrauchertypen: (c) Getty Images/AndreyPopov
Wer sich wo informiert

Studie identifiziert sechs Arten von Verbrauchern

Wer informiert sich wo über Produkte und Dienstleistungen? Diese Frage beantwortet eine neue Studie von Faktenkontor und identifiziert sechs Verbrauchertypen.
Toni Spangenberg

85 Prozent der volljährigen Deutschen lassen sich in eine von sechs Verbrauchergruppen einteilen. Jede dieser Gruppen informiert sich grundsätzlich anders über Produkte und Dienstleistungen, die meisten über Online-Medien im Web 1.0. Das geht aus der Studie „Wege zum Verbraucher 2020“ hervor, die die Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor in Zusammenarbeit mit dem Marktforscher Toluna und der dpa-Tochter News Aktuell erstellt hat. Online befragt wurden 2000 Deutsche ab 18 Jahren. Die Daten lassen sich nach Alter, Geschlecht und Bundesland aufschlüsseln.

1. Der zielstrebige Traditionalist

16 Prozent der erwachsenen Deutschen sind zielstrebige Traditionalisten. Sie bevorzugen klassische Medien und suchen gezielt nach Produktinfos. Dabei legen sie Wert auf seriöse und neutrale Informationen. 63 Prozent sind älter als 50 Jahre, ein Drittel sogar schon im Ruhestand. Sie stellen mit einem Durchschnittsalter von 53,3 Jahren die älteste Gruppe.

2. Der aufgeschlossene Traditionalist

Der aufgeschlossene Traditionalist entspricht sechs Prozent der volljährigen Deutschen. Sie beziehen Informationen über Produkte und Dienstleistungen auch überwiegend aus klassischen Medien wie Zeitung, Zeitschrift und TV. Aber sie suchen nicht gezielt danach, sondern stoßen zufällig darauf. Fotos, eine persönliche Ansprache und unterhaltsame Darstellung sind ihnen besonders wichtig. 52 Prozent dieser Gruppe sind 50 Jahre und älter, 31 Prozent jünger als 40.

3. Der systematische Onliner

Zu den systematischen Onlinern gehören 27 Prozent der erwachsenen Deutschen. Sie sind damit die größte Gruppe. Produktinformationen suchen sie gezielt überwiegend im Internet, nicht aber im Social Web. Wichtig: Die Infos müssen seriös, neutral und detailliert sein. Auch in dieser Gruppe ist der überwiegende Teil mit 55 Prozent mindestens 50 Jahre alt und ein Drittel im Ruhestand.

4. Der effizienzorientierte Onliner

Mit 19 Prozent der erwachsenen Deutschen stellen sie die zweitgrößte Gruppe: die effizienzorientierten Onliner. Bei der Informationssuche gleichen sie den systematischen Onlinern, bevorzugen allerdings kompakte Zusammenfassungen. Zu viele Details schrecken sie ab. Rund 50 Prozent der effizienzorientierten Onliner sind älter als 50, 37 Prozent jünger als 40.

5. Der aufgeschlossene Onliner

Die aufgeschlossenen Onliner umfassen 13 Prozent der erwachsenen Deutschen. Sie sind die jüngste Gruppe derer, die Produktinfos vorwiegend im Web 1.0 suchen. 49 Prozent der aufgeschlossenen Onliner sind zwischen 18 und 39 Jahre alt, 33 Prozent älter als 50. Sie suchen nicht gezielt nach Informationen, sondern stoßen beim Surfen zufällig darauf. Großen Wert legen sie auf Seriosität.

6. Der Netzwerker

Die wenigsten Deutschen gehören den Netzwerkern an – gerade einmal vier Prozent der Erwachsenen. Sie zeichnen sich dadurch aus, Produktinfos als einzige Gruppe überwiegend in Social Media zu suchen. Dabei sind ihnen visuelle, unterhaltsame und emotional aufbereitete Infos und eine persönliche Ansprache besonders wichtig. Zwei Drittel der Netzwerker sind unter 40 Jahre alt, nur 14 Prozent über 50. Mit einem Durchschnittsalter von 35,9 Jahren sind sie damit die Jüngsten.

 

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Edeka ist Schlusslicht im Oxfam-Supermarkt-Ranking./ Supermarkt: (c) Getty Images/ sergeyryzhov
Oxfam kührt Aldi Süd zum besten deutschen Supermarkt./ Bild: Getty Images/ sergeyryzhov
Studie

Oxfam-Studie: Supermärkte missachten Menschenrechte

Oxfam hat Supermarktketten bei der Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten. Die Ergebnisse der deutschen Konzerne sind besser als noch 2018 aber dennoch nur mangelhaft und ungenügend. »weiterlesen
 
"Micro-Influencer" handeln aus altruistischen Motiven./ Influencer: (c) Getty Images/ Kritchanut
Bild: Getty Images/ Kritchanut
Meldung

„Micro-Influencern“ geht es nicht ums Geld

Macromedia und Territory Influence veröffentlichen eine neue Studie zu „Micro-Influencern“. Sie zeigt: Auch wer wenige Follower hat, ist interessant für Firmen. »weiterlesen
 
Im Fokus des ECM 2019 stand das Thema Vertrauen. (c) Getty Images / Arnanzung
Foto: Getty Images / Arnanzung
Lesezeit 3 Min.
Studie

Kommunikatoren kämpfen mit steigendem Misstrauen

Die Kommunikation wird von wachsendem Misstrauen gegenüber der Branche auf die Probe gestellt, ergab eine aktuelle Studie. Neue Möglichkeiten bieten sich unter anderem durch den Vormarsch der künstlichen Intelligenz. »weiterlesen
 
Hilfsorganisationen führen den so genannten Gemeinwohlatlas an. (c) Getty Images / Thitima Thongkham
Die Deutsche Bank ist das am schlechtesten bewertete Unternehmen im Gemeinwohlatlas 2019. Foto: Getty Images / Thitima Thongkham
Meldung

Marlboro, Fifa und Bild mit schlechtestem Image

Unternehmen schneiden im "Gemeinwohlatlas 2019" nicht besonders gut ab. Ob diese Image-Hitparade überhaupt sinnvoll ist: unklar. »weiterlesen
 
Audi, Studien, dpok-Nominierte, Andre Rieu und die Europawahlen hatten einen besonders guten PR-April. (c) Getty Images / RyanKing999
Zu den PR-Gewinnern des Monats April gehörten unter anderem Audi und Andre Rieu. (c) Getty Images / RyanKing999
Meldung

Die Gewinner des PR-April 2019

Besonders erfolgreich verlief der PR-April unter anderem für einen Autokonzern, Studien, viele Nominierte und manchmal übersehenen Musikstar, der auch im Internet unglaublich erfolgreich ist. »weiterlesen
 
Adidas schafft als erstes deutsche Unternehmen in die Top 10 der innovativsten Firmen weltweit. (c) Getty Images / phive2015
Deutsche Firmen schneiden im weltweilten Innovationsranking 2019 stark ab. Foto: Getty Images / phive2015
Meldung

Deutsche Firma unter den 10 innovativsten der Welt

Seriensieger Apple fällt im jährlichen Innovationsranking zurück - und deutsche Unternehmen schneiden 2019 besonders stark ab. »weiterlesen