Ein guter Ruf sorgt im Schnitt für ein Viertel des Umsatzes, hat eine Studie ergeben. (c) Getty Images/tuk69tuk
Ein guter Ruf sorgt im Schnitt für ein Viertel des Umsatzes, hat eine Studie ergeben. (c) Getty Images/tuk69tuk
Studie „Corporate Reputation Score“

Ein guter Ruf macht sich bezahlt

Eine Studie zeigt, wie Reputation sich auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirkt. Von ihrem Ruf profitieren vor allem Marken, bei denen Kaufentscheidungen weniger komplex sind, zum Beispiel Haribo und Miele. Einige Dax-Konzerne wie Volkswagen oder Deutsche Bank verlieren.
Carolin Sachse-Henninger

Unternehmen sollten auf ihre Reputation achten, denn ein guter Ruf sorgt im Schnitt für ein Viertel des Umsatzes. Das ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchung der Münchener Markenberatung Biesalski and Company und der Berliner Kommunikationsagentur Serviceplan Corporate Reputation.

Mit einer Befragung von 2.000 Verbrauchern untersuchten die Unternehmensberatungen, wie Reputation sich auf den Geschäftserfolg eines Unternehmens auswirkt. Dazu bewerteten die Teilnehmer 20 ausgewählte Unternehmen anhand bestimmter Reputationsfaktoren, beispielsweise nach der Qualität der Leistungen, Arbeitgeberattraktivität und Führung. Zudem sollten sie Angaben zu ihrem Kaufverhalten machen. Die Werte aggregiert ergeben den sogenannten Reputationsindex. (Mehr zur Durchführung der Studie finden Sie unten.)

Im Ergebnis stehen Miele, Haribo und Daimler auf der Reputationsskala ganz oben. Bemerkenswert: Die Firmen mit dem besten Ruf sind frei von Skandalen und wirtschaftlich erfolgreich. Zudem sind ihre Markenbilder laut Studie klar und positiv besetzt.

Unternehmen mit guter Reputation wie Miele, Bosch oder Haribo sind sind frei von Skandalen und gelten als wirtschaftlich erfolgreich. (c) Biesalski & Company/Serviceplan Corporate Reputation

Unternehmen mit guter Reputation wie Miele, Bosch oder Haribo sind sind frei von Skandalen und gelten als wirtschaftlich erfolgreich. (c) Biesalski & Company/Serviceplan Corporate Reputation

Die emotionale Kundenbindung sinkt

Ein besonders schlechtes Image hat dagegen die Deutsche Bank (47 von 100 möglichen Prozentpunkten). Auch Volkswagen hat infolge des Dieselskandals viel an Renommee eingebüßt: In der vergangenen Studie aus dem Jahr 2012 kam der Konzern noch auf 79 von 100 möglichen Punkten, jetzt liegt der Wert bei nur noch 59 Prozentpunkten.

Dass es schwieriger ist, Reputation aufzubauen als sie zu verlieren, zeigt ebenfalls ein Vergleich zu 2012: Die Gewinner haben verhältnismäßig nur wenig gewonnen, die Verlierer aber verhältnismäßig viel verloren.

Ein weiteres Ergebnis zeigt, dass die emotionale Bindung von Kunden zu Unternehmen offenbar sinkt. Das heißt, die Verbraucher seien zwar zufrieden mit den Unternehmen, sie würden aber im Zweifel keines vermissen.

Für die Studienautoren ein alarmierendes Signal, denn Kaufentscheidungen seien oft emotional. Je weniger komplex eine Kaufentscheidung sei, desto mehr komme es auf die Reputation an. Bei dem Süßwarenhersteller Haribo beispielsweise lassen sich so laut den Autoren gar 41 Prozent des Umsatzes erklären. Es gelte also: Je positiver ein Unternehmen wahrgenommen wird, desto besser für das Geschäft. Diese Wahrnehmung zu steuern und zu halten, sei eine der wichtigsten Aufgaben des Managements.  

Rund 27 Prozent am Umsatz gehen im Schnitt auf das Konto der Unternehmensreputation. (c) Biesalski & Company/Serviceplan Corporate Reputation

Rund 27 Prozent vom Umsatz gehen im Schnitt auf das Konto der Unternehmensreputation. (c) Biesalski & Company/Serviceplan Corporate Reputation

Über die Studie

Für die Studie „Corporate Reputation Score“ befragten die Unternehmensberatungen Biesalski and Company und Serviceplan Corporate Reputation 2.000 Endverbraucher zu 20 Unternehmen aus dem Business-to-Consumer-Bereich, darunter zehn börsennotierten Unternehmen. Über eine Onlinebefragung im Mai/Juni dieses Jahres ermittelten sie die Reputation der Unternehmen und das Kaufverhalten der Verbraucher. Auf dieser Grundlage bildeten sie den Reputationsindex und berechneten den prozentual erklärbaren Anteil von Reputation am Kaufverhalten und damit am Umsatz. Zum PDF der Studie geht es hier.

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Kommentare

Interessant - wie sind vor diesem Hintergrung sehr gutes Wachstum und Gewinne bei Volkswagen zu erklären?


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Klimawandelleugner verbreiten Desinformation auf Youtube. / Klimawandel: (c) Getty Images/piyaset
Klimawandel: (c) Getty Images/piyaset
Meldung

Youtubes lascher Umgang mit Klimawandelleugnern

Avaaz kritisiert in einer Studie den sorglosen Umgang Youtubes mit Videos, in denen der Klimawandel geleugnet wird.   »weiterlesen
 
Chinas Versuch, das Image hierzulande aufzupolieren, scheiterte – bislang. / China: (c) Getty Images/Rawf8
China: (c) Getty Images/Rawf8
Meldung

Chinesische PR auf Kosten deutscher Firmen

China will sein Image hierzulande mit einem eigenen Newsportal aufpolieren. Dafür bezahlen sollen deutsche Konzerne. »weiterlesen
 
Dürfen Kommunikatoren das Instrument der Lüge nutzen? / Symbolbild: (c) Getty Images/serazetdinov/SIphotography
Foto: Getty Images/serazetdinov/SIphotography
Analyse

Ist es legitim, Kampagnen auf Lügen aufzubauen?

Sommarøy zeigt, wie „Lügen“ eine Kampagne krachend scheitern lassen, "Zitrön" beweist das Gegenteil. Wie genau sollte es die PR mit der Wahrheit nehmen? »weiterlesen
 
Ruben Neugebauer ist Sprecher und Aktivist bei Sea-Watch. / Ruben Neugebauer: (c) Sea-Watch
Foto: Sea-Watch
Interview

"Viele Kritiker sind unwissend und rassistisch"

Sea-Watch rettet Menschen vor dem Ertrinken. Dafür schlägt der NGO Hass von rechts entgegen. Wie sie damit umgeht, erklärt Ruben Neugebauer. »weiterlesen
 
Auf Twitter wollten wir von unseren Followern wissen, welche Trends oder Themen das PR-Jahr 2020 ihrer Meinung nach prägen werden. (c) Getty Images / hanohiki
Foto: Getty Images / hanohiki
Meldung

Profi-Orakel: Welche Themen & Trends prägen 2020?

Welche Themen oder Trends werden das kommende Jahr 2020 prägen? Unsere Twitter-Follower wagten eine Einschätzung. »weiterlesen
 
Dario Nassal, Mitgründer von Buzzard, räumt Fehler im Umgang mit rechtsextremen Webseiten ein./ Dario Nassal: (c) Alisa Sonntag
Foto: Alisa Sonntag
Interview

"Unsere Leser werden sicher nicht zu AfD-Wählern"

Buzzard verlinkt rechtsextreme Webseiten und löst damit einen Shitstorm auf Twitter aus. Nun bezieht Firmengründer Dario Nassal im Interview Stellung. »weiterlesen