Der Faktor Glaubwürdigkeit ist so wichtig wie nie. (c) Thinkstock/BrianAJackson
Der Faktor Glaubwürdigkeit ist so wichtig wie nie. (c) Thinkstock/BrianAJackson
Studie

Wie PR-Profis bei Journalisten punkten

Die Pressemitteilung ist nicht tot: Noch immer stellt sie eine der wichtigsten Informationsquellen für Journalisten dar, wie eine aktuelle Studie zeigt. Doch auf Qualität kommt es an. Und auf Glaubwürdigkeit – hier zahlen sich persönliche Beziehungen aus.
Carolin Sachse-Henninger

Effektiv persönliche Netzwerke aufbauen und hochwertige Pressemitteilungen erstellen – das sind nach wie vor die Fähigkeiten, auf die es in der Pressearbeit ankommt. Zu diesem Ergebnis kommt die vergleichende Studie „Zusammen wachsen.“ des Anbieters Mynewsdesk, der 3.175 Journalisten und Kommunikatoren aus dem deutschsprachigen Raum sowie weltweit zu ihren Einstellungen befragt hat.

Demnach ziehen Medienvertreter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Storys zu rund 85 Prozent aus dem persönlichen Netzwerk und zu 80 Prozent aus Pressemitteilungen.

(c) Mynewsdesk

Der persönliche Kontakt spielt für Journalisten weltweit die wichtigste Rolle. Doch auch die Sozialen Medien sind bei der Suche nach Storys relevant. (c) Mynewsdesk

Schlüsselfaktor Glaubwürdigkeit

In Zeiten von Fake News spielt die Glaubwürdigkeit der Unternehmensvertreter eine entscheidende Rolle – im globalen Vergleich ist sie der größte Einflussfaktor, ob ein Journalist eine gepitchte Story aufgreift. Immerhin 71 Prozent der befragten Kommunikatoren im deutschsprachigen Raum schätzen ihre Marke als vertrauenswürdig ein. 80 Prozent gaben zudem an, auf eine langfristige Beziehung zu einzelnen Journalisten zu setzen.

Auch die Mehrheit (69 Prozent) der Medienvertreter findet es wichtig, eine gute und lange Beziehung zu PR-Profis zu pflegen. Dennoch sagt jeder Zweite, Kommunikatoren würden sich nur im Fall eines PR-Pitches bei ihnen melden.

Und da gibt es offenbar ebenfalls noch Luft nach oben: 61 Prozent der deutschsprachigen Medienvertreter wünschen sich Inhalte, die besser an ihre Bedürfnisse angepasst sind, 41 Prozent fordern eine höhere journalistische Ausrichtung der von Marken entwickelten Geschichten.

Die persönliche Beziehung wird von Journalisten im deutschsprachigen Raum mehr als bei ihren internationalen Kollegen geschätzt. (c) Mynewsdesk

Die persönliche Beziehung wird von Journalisten im deutschsprachigen Raum mehr geschätzt als bei ihren internationalen Kollegen. (c) Mynewsdesk 

Journalisten setzen auf Live-Formate

Authentizität und Transparenz sind in Zeiten der Vertrauenskrise der Schlüssel zum Erfolg. Medienvertreter erachten deshalb für die nächsten 18 Monate das Live-Streaming als wichtigste Technologie, um Nachrichten mit der Öffentlichkeit zu teilen. Live-Streaming ermöglicht dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen und damit eine authentischere und zugänglichere Interaktion mit der Zielgruppe, als dies mit professionellen Videoproduktionen der Fall ist. 

Insgesamt setzen PR- und Marketing-Profis aber mehr Vertrauen in Video-Messaging: 49 Prozent sehen darin eine bedeutende Entwicklung. Technologien wie Virtual Reality und maschinengenerierte Inhalte spielen dagegen für Kommunikatoren und für Journalisten in der nahen Zukunft eine geringere Rolle.

Auch die Perspektiven zum Arbeitsmarkt hat die Studie abgefragt. Derzeit beschäftigen 36 Prozent der Unternehmen Journalisten zum Schreiben von Markengeschichten – und laut der Untersuchung sieht es so aus, als ob die Nachfrage nach Journalisten in Unternehmen weiter steigen wird.

Aufseiten der Journalisten steht zwar fast jeder Zweite einer Zusammenarbeit mit einer Marke skeptisch oder ablehnend gegenüber. Doch 30 Prozent gaben an, bereits für eine Marke zu arbeiten oder dieser Aussicht offen gegenüberzustehen.

Interessant: 17 Prozent gaben an, mehr Informationen zu benötigen. Eine gezielte Kommunikation ist also erforderlich, um Journalisten die Vorteile einer Tätigkeit für Unternehmen zu erklären. Und ein Seitenwechsel von so manchem Kollegen könnte der Zukunft des Journalismus nützen: Denn als eine der größten Bedrohungen sehen fast 60 Prozent der befragten Journalisten eine sinkende Qualität in der Pressearbeit.

Über die Studie

Mynewsdesk, Anbieter eines digitalen PR-Workflow-Tools, führte im Juni 2017 eine quantitative Befragung von Journalisten, Redakteuren, Freiberuflern und Kommunikatoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA, dem Vereinigten Königreich, Irland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Australien und Kanada durch. Die Umfrage sammelte 3.175 Antworten, die sich auf zwei Hauptkategorien verteilten: Journalisten (65 Prozent) und Kommunikations-, PR- und Marketing-Profis (35 Prozent). Die Autoren der Studie haben die sechs wichtigsten Empfehlungen für Unternehmenskommunikatoren abgeleitet. Hier können Sie Ergebnisse der Befragung und das E-Book kostenlos herunterladen.

 

 
 

Kommentare

Vielen Dank für den interessanten Artikel. Aber obwohl schon lange im Geschäft, höre bzw. lese ich zum ersten Mal den Begriff "PR-Pitch". Was genau ist damit gemeint?


randbemerkung

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