KPIs, Commitment, Hands-on – im Büroalltag wimmelt es von scheinbar inhaltsleeren Begriffen. (c) Getty Images/FoxysGraphic
KPIs, Commitment, Hands-on – im Büroalltag wimmelt es von scheinbar inhaltsleeren Begriffen. (c) Getty Images/FoxysGraphic
sprecherspitze

Buzzword-Bingo im Büro

Versehentlich hat uns eine interne E-Mail aus der Kommunikationsabteilung erreicht. Jetzt spielen wir Buzzword-Bingo. Unsere sprecherspitze.
Jens Hungermann

An: alle@thecommsdepartment.de
Betr.: Sum-up der Buzzdingsdas

Liebe alle,

habt Ihr mal ’ne Minute für mich? Ich bin entsetzt. Hatten wir nicht gesagt, wir wollen weg von dem üblichen Silodenken? Das stand doch ganz oben auf unserer Liste. Müssen wir fürs nächste Meeting besser orchestrieren.

Ich schlage vor: Brainstorming im großen Konfi, dann ein paar Slides vorbereiten für ’ne Präse. Zunächst quick and dirty, kein Deep Dive. Dann eine Telko einberufen mit allen Stakeholdern und denen das auf der Tonspur erklären. Bloß keine Rocket Science draus machen. Das ist wie beim Regiobusverband: Wir müssen die Leute da abholen, wo sie stehen.

Mein Kalender ist gepflegt, stellt mir gern asap einen Termin ein. Oder, noch besser: Entscheidet, wer im Lead ist, macht die Telko ohne mich und holt mich hinterher zum Thema ab. Ihr wisst ja, 5. OG, letzte Tür rechts, hahaha.

Und sagt mir nicht, Ihr hättet keine Kapa! Outsourcen kommt überhaupt nicht in Frage. Leute, es geht hier auch um Accountability und Commitment. Achtet auf Euer Mindset! Das hatten wir im letzten Workshop erarbeitet. Liegt für alle zum Nachlesen im Intranet ab. Da kann man sich noch mal aufschlauen. Jeder sollte außerdem unsere KPIs auf dem Schirm haben – nicht nur bei Regenwetter.

Wichtig ist jedenfalls, dass wir den Deal zeitnah closen. Sonst stehen wir gegenüber dem Marketing am Ende wieder als Underperformer da. Das kann ja nun wirklich keiner wollen. Was ich damit sagen will: Quick Wins sind, Stand jetzt, erst mal besser, als irgendwas on-the-long-run einzutüten. Spatz/Hand-Prinzip, Ihr wisst schon, was ich meine. Also lieber das Projekt zum Fliegen bringen als die Taube auf dem Dach. (Die Viecher kann ich eh nicht leiden. So grau wie alle Theorie – und den Kot knackt auch keiner gern.)

Mein grundsätzlicher Rat an alle: Das Networken nicht vergessen! Sonst ist es synergielos. Schon die australische Schafwollbranche kennt schließlich dieses zentrale Learning: Geshared ist besser als ungeshared.

So, genug gesagt. Jetzt heißt es Hands on – und zwar alle Mann und Frau. Haltet mich im Loop! Thx.

PS: Wer meint, diese Glosse sei zu oberflächlich, kann gern die Orga fürs nächste Teamevent übernehmen. Wir besuchen eine Werft und schauen uns an, wie das mit dem Tiefgang funktioniert.

Buzzword-Bingo zum Mitspielen

Unser Buzzword-Bingo fürs nächste Abteilungsmeeting: Wer vier Kreuze in einer Reihe hat, ruft laut „finished!".

(c) Quadriga Media Berlin

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Geschlechtergerechte Sprache wird bei Microsoft Deutschland auch mithilfe des „Gendersternchens“ umgesetzt. (c) Getty Images/Syuzanna Guseynova
Foto: Getty Images/Syuzanna Guseynova
Lesezeit 2 Min.
Gastbeitrag

Inklusion mit Sternchen

Immer mehr Organisationen achten in ihrer Kommunikation auf eine geschlechtergerechte Sprache. Warum Microsoft Deutschland gendert und welche Erfahrungen das Unternehmen damit gemacht hat, berichtet Projektleiterin Paula Auksutat. »weiterlesen
 
Der Weg führt weg vom generischen Maskulinum. (c) Getty Images/ AlbertPego
Foto: Getty Images/ AlbertPego
Lesezeit 4 Min.
Ratgeber

Der Weg zur inklusiven Sprache

Als Leiterin der Kommunikationsabteilung der Stadt Hannover führte Annika Schach vor etwa zwei Jahren die geschlechtergerechte Sprache in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein. Wie sollten Organisationen vorgehen, die eine genderneutrale Sprache verwenden wollen? »weiterlesen
 
Der Eisbrecher „Polarstern“ ließ sich an einer Eisscholle festfrieren und bewegte sich so durchs Meer. (c) picture alliance / ZUMAPRESS.com | Esther Horvath
Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Esther Horvath
Lesezeit 6 Min.
Lesestoff

Unterwegs im schwindenden Eis

Etwa ein Jahr lang driftete der Forschungseisbrecher „Polarstern“ durch das Nordpolarmeer. Die „Mosaic“-Expedition in die Arktis soll entscheidende Hinweise über den Verlauf des Klimawandels liefern. Mit an Bord: ein Kommunikationsteam des Alfred-Wegener-Instituts, das über die Mission weltweit informierte. »weiterlesen
 
Bei Bayer-Hauptversammlungen demonstrieren regelmäßig NGOs und Aktivisten. Für Medien ein beliebter Aufhänger für ihre Berichterstattung. (c) picture alliance/SvenSimon/Malte Ossowski
Foto: picture alliance/SvenSimon/Malte Ossowski
Lesezeit 5 Min.
Gastbeitrag

Kein Interesse an der Gegenthese

Christian Maertin wirft Journalisten vor, dass sie immer seltener an Themen unvoreingenommen herangehen. Die Sicht von Unternehmen kommt ihm zu kurz. NGOs seien überrepräsentiert. Die Bayer-Kommunikation ändert deshalb ihre Strategie: Sie will künftig Fragenkataloge nicht mehr jedes Mal mit mehreren Seiten beantworten, sondern häufiger nur noch wenige Sätze liefern, die als griffige Zitate dienen. »weiterlesen
 
Empathie ist wichtig, um sich in Gesprächspartner:innen hineinversetzen zu können – nur so gelingt Kommunikation. (c) Getty Images/Anastasia Usenko
Foto: Getty Images/Anastasia Usenko
Lesezeit 4 Min.
Essay

Mit Empathie die Kommunikation lenken

Fantasie und Imagination beeinflussen die Kommunikation. Welche Prozesse dabei abspielen und warum Empathie wichtig ist, erklärt der Berner Psychologe Fred Mast. »weiterlesen
 
Die Gesellschaft ist vielfältig - diese Realität sollte Sprache abbilden, auch in der internen Kommunikation. (c) Getty Images/dragana991
Foto: Getty Images/dragana991
Lesezeit 2 Min.
Kolumne

Der, die, das, wieso, weshalb, warum?

An der Verwendung von gendersensibler Sprache und Texten scheiden sich die Geister. In den Unternehmen finden sich unterschiedlichste Regelungen – oder es herrscht beständig das generische Maskulinum. Selbst als bisher recht unsensible Schreiberin findet „Echolot“-Kolumnistin Kerstin Feddersen, dass Lesbarkeit und „Mitmeinen“ einfach keine guten Argumente mehr sind. »weiterlesen