Social Media (c) ChristianChan
Social Media (c) ChristianChan
Von Facebook bis Snapchat

Fünf Social-Media-Kanäle, fünf Ziele, eine Strategie

Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest und Snapchat. Jeder Kanal hat seine Besonderheiten. Frank Hanauer, Head of Social Media bei Thomas Sabo, erklärt, wie er die einzelen Anwendungen geschickt nutzt.
Frank Hanauer

Mit der wachsenden Varianz von Social-Media-Kanälen schwinden zugleich halbherzige „One-fits-all“-Lösungen, was Ziele und Inhalte anbelangt. Frank Hanauer, Head of Social Media bei Thomas Sabo, erklärt die Charakteristika einzelner Apps sowie Netzwerke und wie die Schmuck- und Uhrenmarke sie in die Kommunikation einbindet.

Facebook

Status quo
Facebook stirbt. Ist uncool. Bei ­Jugendlichen out. So oder ähnlich klingen immer wieder Schlagzeilen, wenn Studien zeigen, dass ­gerade Teenager mittlerweile ­andere Apps wie Instagram oder Snapchat bevorzugen. Das mag der Trend sein, doch noch ist ­Facebook uneinholbar weit vorn: Mit 1,65 Milliarden monatlich aktiven Nutzern ist die Plattform für Unternehmen und Werbetreibende extrem attraktiv. Denn keine andere Plattform sammelt so viele Daten über ihre Nutzer wie ­Facebook. Genau das können Unternehmen nutzen, um (potenzielle) Kunden zielgruppengenau ­anzusprechen.

Das Ziel
Dank des genauen Targetings spielen wir viele unserer regulären Posts und natürlich vor allem unsere Werbeanzeigen ­zielgruppengenau aus: So bekommt der tätowierte, 40-jährige Harley-Davidson-­Fahrer ­keine filigranen Herz­anhänger zu sehen, sondern einen ­extravaganten Totenkopfring.
Ziel ist, mit den richtigen Inhalten bestehende und potenzielle Kunden zu inspirieren und in unseren Onlineshop oder ­unsere Läden zu leiten. Natürlich ist auch der Branding-Effekt nicht zu verachten. Denn trotz der stetigen Reduzierung der organischen Reichweite durch Facebook erreichen wir immer noch täglich mehrere hundert­tausend Kontakte ohne ­jeglichen Media-Invest.

  Nutzung der Targeting-Möglichkeiten für eine zielgenaue Werbung

Instagram

Status quo
Die Foto- und Video-Plattform ­Instagram dürfte momentan die beliebteste App bei vielen Social-Media-Managern sein. Denn hier kann man seine Kreativität beweisen, die Interaktion der Nutzer ist weitaus höher als bei Facebook und zudem kann man meistens relativ schnell eine große Reichweite aufbauen. Seit dem vergangenen Jahr ist es auch möglich, Werbung analog zu Facebook zu schalten und somit die gewünschte Zielgruppe innerhalb der mittlerweile mehr als 400 Millionen aktiven Nutzer zu erreichen.

Das Ziel
Auf Instagram zeigen wir unseren Schmuck und unsere Uhren „in echt“. Gerne verwenden wir hier auch Fotos unserer Kunden, die uns die Verwendung ihrer Bilder erlaubt haben. Hierbei nutzen wir mit „Olapic“ eine spezielle Software, mit der wir diese Fotos finden und den Freigabeprozess automatisieren können. Neben Instagram binden wir diesen User Generated Content auch auf unserer Webseite ein und verknüpfen die Fotos mit den gezeigten Produkten. So kann der Kunde den Look sofort nachkaufen.
Ein weiterer Schwerpunkt bei Insta­gram ist für uns ­Influencer ­Marketing. Hierbei kooperieren wir mit reich­weitenstarken und authentischen ­Fashion-Bloggern, die zur Steigerung ­unserer Markenbekanntheit beitragen.

Fashion Instagramerin @caro_e_ setzt den Schmuck in Szene. Foto: (c) Privat:screenshots/Thomas Sabo

Twitter

Status quo
„Just setting up my twttr.“ Mit diesem Satz startete Twitter-Mitgründer Jack Dorsey 2006 das große Gezwitscher. Twitter ist ein Echtzeit-Kurznachrichtendienst mit dem (noch) Alleinstellungsmerkmal, dass die Nachrichten maximal 140 Zeichen lang sein dürfen. Twitter hat seine Stärken bei aktuellen Ereignissen, wenn sich viele User zu einem Thema äußern und dies mit themenrelevanten Schlagworten – den Hashtags – versehen. Im deutschsprachigen Raum wird Twit­ter vor allem von Medien, Organisationen, Unternehmen und Prominenten genutzt. Bei Privatpersonen konnte sich der Dienst bislang nicht richtig durchsetzen. Zuletzt stand Twitter wegen schwacher Werbeerlöse und stag­nierender Nutzerzahlen stark unter Druck.

Das Ziel
Twitter nutzen wir vor allem bei Events, für die wir spezielle Hashtags kreieren, um alle Tweets zu bündeln. Dazu steuern wir selbst aktuelle Bilder und Videos bei und inspirieren die anwesenden Medien und Blogger, ihre Inhalte auch mit unseren Hashtags zu versehen. Wenn diese über uns berichten, retweeten (teilen) wir deren Beiträge beziehungs­weise starten wir Konversationen, um die Reichweite zu steigern.
Twitter spielt für uns auch eine Rolle im Kundenservice. Vor allem in Großbritannien wird ­es zur direkten Kommunikation zwischen ­Kunden und Unternehmen genutzt, so dass sich hier unsere Kollegen aus England um aktuelle ­Anfragen kümmern.

Bloggerin "fashion Boss" greift den Event-Hashtag #thomassaboaboutlove auf.

Pinterest

Status quo
Pinterest kann man sich am besten als virtuelle Pinnwand oder Sammelalbum ­vorstellen. Der Name setzt sich zusammen aus Pin, was so viel wie anheften oder festpinnen bedeutet, und Interest, also Interesse. Nutzer legen sich Pinnwände an, die thematisch sortiert sind. Diese füllen sie mit „Pins”, meist Bildern oder Videos, die sie beim Surfen im Internet gefunden haben. Dahinter stecken aber Links zu den Seiten, die diese Bilder oder Videos enthalten. So entsteht auf Dauer eine Art Linksammlung, verborgen hinter einer Bildersammlung. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Inhalte von der eigenen Webseite von Nutzern gepinnt werden und dann neue Interessenten generieren.

Das Ziel
Wir nutzen Pinterest selbst aktiv, um ­unsere Produkte in thematisch passende Pinnwände zu integrieren: Zum ­Beispiel kann dies eine Pinnwand zum Thema ­Festival-Looks sein, auf der dann nicht nur passende Schmuckstücke von uns zu finden sind, sondern auch Fashion-Trends, Infos zu Festivals oder Looks von Bloggern. Also Themen, die dem Interessenten einen Mehrwert ­bieten können.
Zugleich profitieren wir vom Pinterest ­Share-Button auf unserer Webseite, mit den Besucher unseres Onlineshops mit einem Klick ihre Favoriten auf Pinterest speichern. Diese Pins bringen uns kontinuierlich Traffic auf die Webseite.

Ring, Traumfänger (c) Privat:screenshots/Thomas Sabo

Unverzichtbares Element im Online-Shop: Pin-it-Button, damit Besucher ihre Favoriten auf Pinterest speichern können. Foto: (c) Privat:screenshots/Thomas Sabo

Snapchat

Status quo
Snapchat ist aktuell das große Mysterium in der Social-Media-Landschaft. Jeder spricht davon, aber (noch) kaum einer versteht es. Snapchat ist ein vor allem bei Teen­agern und Twens beliebter Instant-Messenger, bei dem Nutzer Fotos oder Videos (Snaps) versenden, die sich nach ­maximal zehn Sekunden löschen. Wurden früher ausschließlich Fotos oder sogar Nacktbilder darüber verschickt, bietet die App inzwischen viel mehr: Verschiedene Medien veröffentlichen dort täglich speziell auf die App zugeschnittene Nachrichten. Es gibt Filter mit Gesichtserkennung, um mehr oder weniger lustige Selfies zu erstellen. Und mittels Snapchat Stories, die aus mehreren Fotos und Videos bestehen, kann man seine Follower durch sein Leben führen. Im Gegensatz zu Snaps sind Stories insgesamt 24 Stunden sichtbar und somit auch für Unternehmen in der Kommunikation interessant.

Das Ziel
Wir nutzen Snapchat für Sneak ­Peeks, also die ersten Veröffentlichungen von neuen Kollektionen, oder auch zur Live-Berichterstattung bei Events. Dort geben wir einen Blick hinter die Kulissen und können umfänglicher und spontaner berichten als auf anderen Kanälen. Auch veranstalten wir regelmäßig Gewinnspiele, da die Sichtbarkeit und die Interaktion auf Snapchat bisher extrem hoch sind. Zudem haben wir erste Erfahrungen mit „Takeovers“ von Fashion Influencern, die unseren Account übernehmen und aus ihrem Alltag oder von einem Event berichten, gemacht.

Snapchat online Preview der neuen Kollektion: Aufgrund der kurzen Verweildauer von Fotos und Videos eignet sich Snapchat hervorragend für exklusive Einblicke. Foto: (c) Privat:screenshots/Thomas Sabo

 
 

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