Mit der Aktion um „Zitrön" hat Citroën seine Social-Media-Reichweite gehörig in die Höhe getrieben. (c) Citroën Deutschland
Mit der Aktion um „Zitrön" hat Citroën seine Social-Media-Reichweite gehörig in die Höhe getrieben. (c) Citroën Deutschland
Social-Media-Coup für Citroën

Bilanz der Zitrön-Kampagne: Mach mir ein Ö!

„Aus Citroën wird Zitrön“: So lautete die Schlagzeile, mit der der französische Autobauer am Montag für reichlich Wirbel in den sozialen Medien sorgte. Die Bilanz kann sich sehen lassen.
Aus der Redaktion

Mit der Aussprache (besonders) fremdsprachiger Markennamen tun sich die Deutschen seit jeher schwer. „Neik“ und „Möht“ können davon sicher ein Lied singen. Zu seinem 100. Geburtstag kommt Citroën seinen Kunden daher nun entgegen: Aus dem schwerfälligen „Citroën“ wird – „Zitrön“. 

Bilanz der frohen Botschaft, die zeitgleich auf allen Social-Media-Channels des Unternehmens ausgespielt wurde? Die Reichweite der Citroën-Beiträge auf den verschiedenen Kanälen übersteigt den Durchschnitt um das Vielfache: Auf Instagram verzeichnete der Post bis Mittwochmorgen rund 11.000 Aufrufe und über 150 Kommentare – üblich sind wenige bis gar keine Reaktionen. Auch auf Facebook und Twitter sammeln die Beiträge mehrere hundert Reaktionen und Likes – im Vergleich zu den niedrigen ein- bis zweistelligen Zahlen der übrigen Posts eine Explosion.

(c) Quadriga Media Berlin

So schlug sich „Zitrön“ in den sozialen Medien: Die Reichweite der Ankündigungs-Posts überstieg das übliche Maß um ein Vielfaches. (c) Quadriga Media Berlin

Überraschend viele Social-Media-Nutzer rätselten zwar zunächst: Kann das wirklich ernst gemeint sein? Auf Facebook wurde der Firma sogar vielfach der Boykott angedroht. Doch der Autobauer zog den Gag immerhin zwei Tage lang knallhart durch: Die Webseite wurde angepasst, das Firmenlogo unterzog sich einer Transformation – ebenfalls öffentlichkeitswirksam ausgespielt in den sozialen Medien.

Wenig später wurde auch Citroëns Youtube-Kanal aktiv: Im Stil von „Stromberg“ oder „The Office“, wie ein TV-versierter Kommentator bemerkt, zeigt der pseudo-dokumentarische Kurzfilm die Heldenreise eines eher mäßig begeisterten Autohändlers vom Zitrön-Verweigerer zum -Fan. Spätestens jetzt war wohl allen klar, dass es sich hier um einen – aufwändigen – PR-Gag handelt. 

Das Netz zeigt sich begeistert: Die selbstironische Aktion sei „absolut gelungen", „genial“ und sogar „episch“. „Nicht jeder kann über sein Heiligstes so wunderbar Witze machen“, lobt ein Kommentator auf Youtube. Kurzerhand springen auch andere Marken auf den Umbenennungs-Zug auf: Fisherman’s Friend zeigt sich solidarisch und tauft seine Geschmacksrichtung „Lemon“ kurzerhand entsprechend um; „Dr. Öttka“ macht Werbung für sein „Bistro Bagett“.

Dass es sich bei dem Spaß offensichtlich um einen Werbegag handelt, verkündet der Autobauer am Dienstagnachmittag schließlich auch offiziell. In den nächsten Tagen soll die zweite Phase der Kampagne starten. Die Social-Media-Zahlen legen es nahe: Nur verständlich, dass sich Citroën von dieser Erfolgsaktion nicht so schnell verabschieden möchte.  

 

 

 
 


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