Das können B2B-Unternehmen bei ihrer Social-Media-Arbeit besser machen. (c) Getty Images / Tick-Tock
Das können B2B-Unternehmen bei ihrer Social-Media-Arbeit besser machen. (c) Getty Images / Tick-Tock
Social Media

So verbessern B2B-Brands ihre Social-Media-Arbeit

Viele B2B-Unternehmen nutzen die Möglichkeiten der sozialen Medien bereits gewinnbringend. Für alle, die sich hier noch schwertun, hat unser Gastautor einige Tipps zusammengestellt.
Kai Sievers

B2B-Marken haben die Möglichkeiten von Social Media schon lange erkannt, Channels aufgebaut und Follower gesammelt. Es scheint aber, dass sich zwei Welten entwickelten: Auf der einen Seite findet man tolle Beispiele für informative, motivierende und lebendige Unternehmensseiten. Auf der anderen Seite sehen wir austauschbare Botschaften, schlechte Stockbilder und verwaiste Channels. Wenn man schon etwas macht, dann richtig – oder? Diese fünf Schritte helfen ihnen dabei, besser zu werden.

1. Holen Sie Ihre Strategie aus der Schublade

Zur Erinnerung ein paar Basics: Social-Media-Arbeit wirkt spontan, erfordert allerdings einiges an Disziplin. Im beruflichen Kontext geht es schließlich um professionelle Kommunikation. Entwickeln Sie eine zielführende Kommunikationsstrategie. Warum möchten Sie einen Kanal nutzen, was soll das unter dem Strich bringen und welchen Wert kann Ihr Content für Ihre Zielgruppen bringen?

Erste Fragen, auf die Sie eine Antwort finden sollten:

  • Wer ist meine Zielgruppe? Entwickeln Sie Personas Ihres Social-Media-Publikums.
  • Welche Ziele möchte ich bei meinen Zielgruppen erreichen? Ziele, die auf Ihre Gesamtstrategie einzahlen, sind die Messlatte für den Erfolg ihrer Social-Media-Aktivitäten
  • Auf welchem Kanal finde ich meine Zielgruppen? Hierüber bieten die Kanäle selbst wunderbare Auswertungen.
  • Welcher Content ist kanaladäquat und was erwartet meine Zielgruppe von mir?
  • Wie gestalte ich einen kontinuierlichen Dialog-Prozess?
  • Wie messe ich meine Aktivitäten?

Überprüfen Sie Ihre ganzheitliche Kommunikationsstrategie – was kann und soll Social Media im Gesamten für die Kommunikation Ihrer Marke leisten und was nicht.

2. Investieren Sie in relevanten Content

Recherchieren Sie, analysieren Sie, kuratieren Sie. Welche Themen sind wirklich für Ihre Kunden interessant? Was gibt es aktuell zu berichten? Social-Media-Kanäle sind natürlich auch da, um Werbung für Ihr Unternehmen und Ihre Produkte zu machen – jedoch nicht vorrangig. Ihre Follower wollen nicht mit Verkaufsangeboten zugespamt werden, sie wollen Vertrauen gewinnen – die Grundlage einer guten Beziehung, auch der Geschäftsbeziehung.

Kennen Sie die Leute, die stets nur von sich reden? Nervig, oder? Genauso empfinden es Ihre Follower, wenn Sie stets nur über Ihr Unternehmen posten. Teilen Sie doch zur Abwechslung auch themenrelevante Beiträge anderer Unternehmen und zeigen Sie Haltung zu den Entwicklungen in Ihrer Branche. Bleiben Sie interessant, unterhaltsam und interaktionswert.

Apropos Interaktion: Reagieren Sie nicht auf Nachrichten und Anfragen oder löschen Sie negative Kommentare, statt sich ihnen zu stellen? Dann hat das „Social“ in Social Media für Sie leider keine Funktion mehr. Der Kontakt zu Ihren Followern ist das Wichtigste, das, was Social Media eben ausmacht. Sie können sich austauschen und durch Kritik nur besser werden.

3. Gewinnen Sie Ihre Mitarbeiter als Fürsprecher

Ihre eigenen Channels können die Funktion von Content Hubs übernehmen und sicherlich viele Follower direkt mit News versorgen. Aber überlegen Sie mal, welche Reichweite und Glaubwürdigkeit überzeugte Mitarbeiter erreichen können! Im B2B geht es um Beziehungen; diese können Ihre Mitarbeiter wunderbar aufbauen und pflegen. Sie müssen aushalten, hierbei keine Kontrolle zu haben.

Das setzt eine Menge Vertrauen voraus – von Ihnen als Verantwortlichen in Ihre Kollegen und Mitarbeiter, aber auch Ihre Kollegen müssen darauf vertrauen, dass mögliche Fehler wertschätzend gemeinsam geglättet werden. Unterstützen Sie sie durch Trainingsangebote und Weiterbildungen und gehen Sie mit Ihren Kollegen im Management mit gutem Beispiel voraus – das schafft Orientierung. Stützen Mitarbeiter in ihren persönlichen Profilen Ihre Marke, dann überlegen Sie, wie Sie diesen Mut und Einsatz belohnen können. Das ist für alle sichtbare Loyalität.

4. Kommunikation braucht Zeit

Natürlich ist der Zeitaufwand je nach Kampagne und Unternehmen unterschiedlich. Doch es gibt eine grobe Orientierungshilfe, die zeigt, dass Social Media nicht mal ebenso nebenher betreut werden kann. Über den Daumen gepeilt sollten Sie für das Verfolgen von Gesprächen 15 Minuten einplanen. Um Ihre Inhalte zu promoten und zu verteilen, planen Sie am besten 20 Minuten ein. Das Teilnehmen an Dialogen beansprucht etwa 30 Minuten am Tag. Länger dauert das Veröffentlichen von Inhalten: Hier planen Sie etwa drei bis fünf Stunden wöchentlich ein. Der Aufbau der eigenen Community, die Generierung von Fans und Followern kommt sogar auf fünf bis zehn Stunden in der Woche.

Summa summarum kommt die Orientierungshilfe also schon auf über 20 Wochenstunden für das Betreuen der Social-Media-Kanäle – das kann kein einzelner Mitarbeiter zusätzlich leisten. Wenn Sie Kapazitäten schaffen und ein Team für Social Media aufbauen, denken Sie daran: Inhalt kommt vor Tool-Know-how. Setzen Sie auf ein Team, das Ihr Business versteht.

5. Bleiben Sie dran

Haben unsere Tipps geholfen? Das sehen Sie nur, wenn Sie Ihre Arbeit messen und reflektieren. Wo standen Sie, als Sie gestartet haben? Wie viel Aufwand haben Sie investiert, welche Parameter geändert und wo stehen Sie heute? Wie reagieren Ihre Zielgruppen? Was können Sie daraus lernen? Bleiben Sie dran!

 

 

 
 


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