So gelingt der berufliche Neustart (c) Getty Images/Andy Reynolds
So gelingt der berufliche Neustart (c) Getty Images/Andy Reynolds
Selbstführung

Neustart im Job mit mehr Freiheit? So geht´s

Jobcoach und Journalistin Katrin Wilkens über den Wertewandel in der Lebensmitte, lange Leine und Eigenverantwortung statt Gehaltserhöhung - und warum man auf den ersten Eindruck pfeifen sollte.
Hilkka Zebothsen

Frau Wilkens, wer ist Ihre Zielgruppe?

Katrin Wilkens: Knapp 95 Prozent unserer Kunden sind Frauen, viele von ihnen in der klassischen Kinder-was-nun-Phase. Aber es kommen auch Männer zu uns. Wenn deren Kinder klein sind, trauen sie sich meist keinen Neustart zu, weil sie die Familie ernähren müssen. Sie kommen dann, wenn die Kinder etwas älter sind. Oder wenn sie finanziell unabhängig sind, zum Beispiel weil sie geerbt haben, aber dennoch nicht wissen, wie sie etwas tun können, dass sie ausfüllt.

Kommen die meisten nach der Kinderpause?

Klassischerweise, wenn die Kinder in die Kita kommen oder zu Beginn ihrer Schulzeit. Dann denken viele Mütter: „Jetzt habe ich sechs Stunden Zeit, muss aber auch einen Tag für mich haben und den Haushalt schmeißen.“ Die Wünsche zu priorisieren, ist Teil unserer Arbeit: Sichere Festanstellung, kreatives Arbeiten und 15 Wochenstunden ist oft der zitierte Ponyhof, aber den kann man ja auch machbar machen.

Was erwartet Ihre Kunden konkret an dem Tag, der ihr Leben verändern kann?

Ein konkretes Durcheinanderschütteln aller bisher gelebter Werte, Erfahrungen, Erinnerungen, Möglichkeiten. Wenigstens als Gedankenspiel muss einen Tag lang alles möglich sein dürfen, um am Ende das Machbare und finanziell Tragbare zu finden. Also, wenn eine Kundin sagt: „Ich wäre gern 007“, heißt das ja übersetzt auch: „Ich will etwas machen, das abwechslungsreich ist, männlich, sexy, kämpferisch, rau“. Natürlich wird diese Kundin nicht auf die Agenten-Akademie im Londoner Süden geschickt, aber vielleicht in die Kommunalpolitik? In die Notfallseelsorge? Vielleicht ist es ja auch eine Möglichkeit, als Schöffe mehr Extravaganz in seinen bürgerlichen Alltag zu bringen.

Welche Voraussetzungen müssen Ihre Kunden mitbringen?

Sie müssen den Input liefern, wir die Idee. Das heißt, übersetzt als Frage: „Nennen Sie 50 Dinge, die Sie wirklich gern machen...“ Einfach ist Nummer 1-20. Aber 25 wird’s schwierig, ab 45 – fast für alle nicht mehr machbar. Und wir gucken dann: sind das alles Frauenthemen, welche, die draußen stattfinden, die die Sicherheit betonen, die etwas mit Lernen zu tun haben? Wer keine Ahnung hat, was er gern mag, vernebelt den See, in dem wir fischen müssen. Dazu kommt: Veränderungswille ist nur die halbe Miete. Eine Idee zu haben ist das eine, die Umsetzung das andere. Und so fies das klingt: Leichter, sozial erträglicher Leidensdruck hilft enorm, den Impuls zu haben, wirklich etwas zu ändern. Ich selber war kreuzunglücklich, bevor ich i-do gegründet habe. Super Startbedingung. Und irgendwann sagte mein Mann: „Hör auf zu jammern. Mach!“ Noch bessere Startbedingung.

Die meisten in Ihrem Team sind Journalisten. Ist die Beratung wie ein Interview?

Wie ein total chaotisches. Bei Zeitungen und Zeitschriften sind ja oft auch genau die am besten, die nicht planvoll sind. Ähnlich wie bei Interviews von Journalisten gibt es bei uns ein grobes Raster, wir kennen natürlich den Lebenslauf und haben vorab einen persönlich zugeschnittenen Fragebogen geschickt – man fragt ja eine Ärztin nicht dasselbe wie eine Gärtnerin. Und dann tut man gut daran, all diese Antworten wieder zu vergessen. Das habe ich bei 500 Beratungen gelernt: Man soll auf den ersten Eindruck komplett pfeifen.

Wir blicken auch auf weniger offensichtliche Job-HR-Bewerbungs-Dinge: Wenn ich einen Ehering blitzen sehe, frage ich: „Wie haben Sie geheiratet?“ War das eher konventionell im Dorfkrug der Eltern mit demselben Pastor, der sie schon konfirmiert hat und einer Hochzeitsreise nach Venedig? Oder sagt sie: „Ich habe meinen Mann geschnappt und wir sind nach Island gefahren, wo wir immer schon hinwollten, und haben uns klammheimlich trauen lassen“? Solche Metaphern helfen uns mehr, als wenn man nach der Lieblingsstätte zum Arbeiten fragt. Da antworten eh alle, „ein Haus am Meer und gleichzeitig lichtdurchflutet mitten in der Stadt“. Wir alle hatten schon Jobs in den Katakomben, bei dem aber die Stimmung so gut war, dass wir die Resopalplatten auf dem Schreibtisch gerne in Kauf nahmen.

Antwortet auf die Hochzeitsfrage niemand, „das geht Sie gar nichts an“?

Das wäre mal toll! Eine solche Antwort würde uns fundamental helfen, weil wir jemanden vor uns hätten mit einem hohen Wunsch nach Intimsphäre. Der muss sich im Beruf schützen können.

Welche Rolle spielt die Recherche während der Beratung?

Man findet im Internet schnell heraus, mit welchem Dienstgrad man sich bei der Bundeswehr bewerben kann, wenn man nicht gedient hat. Aber das ist so wenig in Stein gemeißelt wie das Höchsteintrittsalter bei der Polizei. Also rufen wir da an und haken nach, weil es oft Ausnahmen gibt. Aber wenn mir dann jemand sagt, seit er dort arbeitet, habe niemand jemals eine Teilzeitstelle bekommen, muss man damit auch nicht weiter rechnen.

Gab es schon wirklich krasse Veränderungen nach einem Tag? Die angesprochene Gärtnerin, die plötzlich Erzieherin werden will?

Das wäre ja einfach, wegen der Gemeinsamkeit der zarten Pflänzchen, die man groß zieht (lacht). Wir berieten einmal eine erfolgreiche Ärztin, die wahnsinnig kommunikativ und spritzig war, aber bereits nach fünf Minuten verkündete: „wenn ich ehrlich bin, ekeln mich 95 Prozent meiner Patienten an“. Da konnte man keinen großen Kompromiss aus der Tasche ziehen, aber man konnte ihre wissenschaftliche Expertise nutzen, so dass sie ein medizinisches Lektorat aufmachen konnte: Kongressberichte, Konzern-Studien, PR für Ärzte. Das war für uns total naheliegend, für die Kundin aber Lichtjahre exotisch, aber machbar, aufbaubar – und erholsam in der Stille.

Aber wir hatten auch mal eine Controllerin, die Slow Food in Süditalien studierte, die Atomphysikerin, die sich um die Verknüpfung von Autisten und Industrie kümmern sollte und schlicht die vielen, vielen naheliegenden Fälle, die einfach nur einen Millimeter Veränderung bedeuten, der aber dann die Wendung im Berufsleben bedeuten kann.

Zum Beispiel?

Der Architekt, der auf das viele Pitchen keine Lust mehr hat und lieber in das Gutachtenwesen wechselt, die Gynäkologin, die sich auf Wechseljahrberatung spezialisiert, die Altenpflegerin, die eine Arbeit zur Biografieschreiberin beginnt. Wir müssen am Ende des Tages keinen Originalitätspreis gewinnen, aber immer einen Machtbarkeitspokal.

Und was passiert, wenn die Idee gut ist – und die Kundin trotzdem zögert?

Dann ist das ein Zeichen, dass die Umsetzungskompetenz nicht besonders stark ausgebildet ist. Dann muss man sich wieder herantasten: Was brauchen Sie, damit Sie weiter gehen können? Einen Existenzgründungs-Coach, ein positives Feedback von Ihrem Mann, dass die Idee machbar wäre, einen Stundenplan, den Sie abarbeiten können?

Gibt es Berufsgruppen, die sich besonders oft bei Ihnen einfinden?

Ja, alle die, die ein jobbedingtes Verfallsdatum haben: Marketing, Eventmanagement, Modeln sind tolle Berufs für die Zwanziger Jahre, aber spätestens nach dem ersten Kind fliegt man aus dem Karriere-Karussell heraus. Oder man will schlicht nicht mehr mitfahren, weil man erkennt: I had it all. Durchgefeierte Nächte, lange Konferenzen, viele Reisen – das sind nicht mehr meine Prioritäten mit 45 und einem fieberkranken Kind.

Eine Neuausrichtung bezieht sich auf viele Punkte. Welche Währung jenseits von Euros und Cents ist für Ihre Kunden interessant?

Es geht ihnen vor allem um Selbstbestimmung, das ist nach einer neusten Studie in der Zeit sogar der größte Wert, den Menschen fürchten zu verlieren: Und als Mutter mit kleinem Kind oder sogar mehreren, ist die erste Familienzeit erst mal das fremdbestimmteste, was sie sich vorstellen können. Wenn die zurück zur Arbeit kommen, sagen sie oft: Arbeit ist wie Urlaub, weil ich dort einfach mal das abarbeiten kann, was ich mir vorgenommen habe. Und keiner schreit: Mama, fertig, abputzen!

Es geht auch um einen generellen Wertewandel in der Mitte des Lebens, Kinder bieten da einen erfreulichen Break an – man ist durch eine Babypause gezwungen, zu stagnieren und Werte werden hinterfragt. Wenn ich bei einem der größten Süßigkeitenhersteller im Marketing arbeite, meinem Kind selbst aber nur Dinkel-Vollkorn backe, schmeckt der Job nun mal nicht immer himbeerjoghurtleicht.

Überhaupt sind PR und Marketing ganz typische Branchen, aus denen viele unserer Kunden kommen: Man muss viel reisen, hat Abendtermine und plötzlich die Sehnsucht, Sinnvolles zu tun. Das ist nicht immer der Brunnen von Karl-Heinz Böhm in Äthiopien, sondern für fast alle etwas ganz Individuelles. Und es hat nie etwas mit dem Geld zu tun: Selbst Erben sehnen sich nach einer sinnvollen Lösung, auch wenn die nicht immer „sozial“ heißen muss, sondern vielleicht auch nur „Nachlassverwaltung“.

Wer kommt noch zu Ihnen?

Der Erbe ist eher die Ausnahme, die Mehrzahl unserer Kundinnen sind die Reihenhausbesitzerin mit kranichbestickten Küchengardinen, die alles gleichzeitig wuppen: Cupcakes backen, Weiterbildung organisieren, Handwerker managen, Urlaub buchen – und nebenbei auch über den eigenen Auflösungsvertrag verhandeln. Eigentlich müssten man sie Ganeshas nennen, diese indischen Elefantenwesen mit sechs Armen und Beinen.

Diese Frauen haben über viele Jahre zurückgesteckt und nun das Gefühl: „Jetzt bin ICH mal dran!“ Und Frauen, die vom Kapitalismus überrollt werden. Einige kommen aus dem Bankgewerbe und möchten keiner 96-Jährigen mehr Rentenfonds mit einer Laufzeit von zwanzig Jahren verkaufen, bloß, weil das die Vorgabe von oben ist. Aber das muss auch nicht sein, weil sie ihre Kenntnisse anderweitig einsetzen können, zum Beispiel in der Schuldnerberatung oder indem sie an Schulen Teenager auf den Kapitalmarkt vorbereiten und erklären, was es bedeutet, wenn man sein Handy auf Pump kauft.

Inwiefern nützt Ihnen bei Ihrer heutigen Aufgabe die Erfahrung als Journalistin?

Erstmal kenne ich den Mütterstress selbst: Nach dem ersten Kind ließ sich mein beruflicher Status Quo noch halbwegs aufrechterhalten. Nach dem zweiten schrieb ich Bücher, das war schon anders. Und nach dem dritten konnte ich nicht mehr reisen. Wenn der Anruf kam, ob ich morgen irgendwo hinfahren kann, ach nee, doch nicht, der Flug wurde gecancelt, das Interview verschoben – das geht nicht als Mutter, wenn sie den Babysitter schon besorgt hat, den zweiten zur Sicherheit gleich mit, jedem Kind einen Schoko-Marienkäfer im Kühlschrank platziert hat und dem armen Mann gleich auch noch einen daneben.

Meine Arbeitsparameter brachen zusammen. Und dann habe ich mich mit der Journalistin Miriam Collée, die auch noch ganz viel Ausland-Expat-Erfahrung mitbrachte, zusammengesetzt und überlegt: Was machen Journalisten? Sie suchen den Kern und drehen ihn noch eine Schraube weiter – genau das machen wir in unserer Beratung heute auch. Nur, dass die Leute jetzt zu uns kommen müssen. Und wir die Schokomarienkäfer essen. Wir essen an den Beratungstagen unglaubliche Mengen vor sehr inkorrektem, sehr kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln. Unsere härtesten Kundin war eine Frau, die gestand: Ich esse in der Woche grundsätzlich keinen Industriezucker.

In langen Interviews gibt es ja mit viel Glück einen plötzlichen Moment großer Nähe, beinahe wie bei einem Flirt…

Den gibt es bei uns auch. Nur wird dann geweint.

Vor Berührtsein?

Und vor Schmerz. Es gibt viele tragische Geschichten, die man hinter einer strahlenden Fassade selten vermutet. „Unter jedem Dach ein Ach“ hat meine Großmutter immer gesagt, so ein bisschen ist das auch bei uns.

Und wie werden Sie die Schicksale wieder los?

Gar nicht, ich nehme sie gerne mit, weil die Geschichten gut sind. Sie sind viel toller als im Journalismus, weil bei den Kunden nie eine Pressesprecherin im Hintergrund sitzt und „Dazu werden wir keine Stellungnahme abgeben“ murmelt, die Geschichten sind viel authentischer, weil keiner performt, cool ist, prominent oder durchtrieben. Die Geschichten sind berührend, echt, tief und unglaublich reich. Klingt kitschig. Ist aber trotzdem so.

Gibt es in Ihren Beratungen einen kleinsten gemeinsamen Nenner, einen Moment, der immer passiert?

Nee, aber ich weiß, wir sind auf der richtigen Spur, wenn ich ab drei Uhr unsere Fragen theoretisch schon selbst beantworten könnte. Und richtig gut sind wir, wenn wir unsere Ideen präsentieren und der Kunde sagt: „Ja, das ist komisch, dass sie das sagen“ – und dann kommt eine Parallele, die wir nicht wissen konnten.

Aber das ist nur die halbe Miete, die Realisation ist viel schwieriger, wenn die Tage vollgepackt sind mit Kuchen-Backen in der Kita, Lernentwicklungsgesprächen, dem Geburtstag des Mannes und der Lieferung der Biokiste.

Ist Selbstbestimmung ein adäquater geldwerter Vorteil und eine lange Leine mehr wert als eine Gehaltserhöhung?

Das kann man so nicht pauschal sagen. Wir fragen vorab immer die finanziellen Verhältnisse ab und versuchen, in einem ähnlichen Finanzgefüge zu bleiben. Wenn eine Frau eine Kommunikationsabteilung geleitet hat, kann sie schlecht auf einmal Flüchtlingskoordination studieren – sie wäre immer mit dem Gehaltsgefüge unzufrieden und würde sich nicht wertig fühlen. Es sei denn, wir bekommen die ausdrückliche Erlaubnis, weil zum Beispiel der Mann genug verdient.

Ist das häufig so?

Ja. Manche wollen etwas verdienen, aber sind zufrieden, wenn sie für eine Teilzeitstelle erst einmal ein paar hundert Euro bekommen.

Und wie viele machen sich selbständig?

Etwa ein Viertel, wobei das meistens ganz kleine Ideen sind. Einer Frau, zu deren täglichem Ritual ein selbstgemachtes dreigängiges Menü mit ihrem Mann gehört, weil sie eine leidenschaftliche Köchin ist, haben wir einen lokalen Mittagstisch empfohlen. Kein „Essen auf Rädern“, sondern „Essen per pedes“, zu Fuß in der Nachbarschaft. Ihre Maßgaben waren: Sie wollte nicht mehr als zehn Stunden pro Woche arbeiten und ihr reichten 500 Euro Verdienst. Das kann man schaffen mit zehn Kunden und wenn man schlau haushaltet, vorkocht und manches einfriert. Und wenn ihre Kinder groß sind, kann sie das Modell skalieren.

Oder eine Geisteswissenschaftlerin sagte uns: „Ich brauche bei meinen vollen Tagen einen Job, bei dem ich nicht nachdenken muss, eine stupide Tätigkeit ist für mich wie Yoga.“ Wir schlugen ihr einen individuellen Fensterputzservice für Privatpersonen vor. Die Recherche zeigte: Es gibt jede Menge gewerbliche Fensterputzer in Hamburg, die jederzeit die Elbphilharmonie schrubben könnten – aber der Bedarf in überalterten Stadtteilen, wo die Menschen nicht mehr selbst auf die Leiter klettern wollen, ist groß. Da reichen am Anfang ein paar wenige Kunden, der Rest kommt über Empfehlung und weil man bei einem Termin den nächsten ja schon ausmacht. Ihr Vater war Handwerker, der konnte sie gleich bei seinen Kunden empfehlen.

Klingt, als wäre jeder Tag ein Marathonlauf.

Ja, deswegen machen wir das auch nur zweimal die Woche. Weil man nie weiß, welche Geschichte kommt. Und wenn man anfängt, in Makrovorlagen zu denken, hat man verloren. Wenn ich lese, die Hobbys einer Kundin sind Yoga und Zumba-Tanz, bilde ich mir ein, zu wissen, wer da kommt. Wir Journalisten glauben ja immer, wir hätten Menschenkenntnis, aber das ist falsch. Wenn man das akzeptiert, kann am Ende auch Tier-Heilpraktiker dabei herauskommen.

Und was würden Ihre Kollegen Ihnen als nächsten beruflichen Schritt raten?

Ach, für mich darf es ruhig noch invasiver werden. Ich liebäugele schon lange mit der Telefonseelsorge, schreibe ein neues Buch oder coache Ärzte. Ich habe Rhetorik studiert und bin mit einem Arzt verheiratet – das ist ein weites Feld … (lacht)

Selbstführung: Lesen Sie hier den Essay zu Währungen in der PR jenseits von Euro und Cent.

 

 
Katrin Wilkens (c) Simone Scardovelli
Katrin Wilkens
Ido

Katrin Wilkens ist Geschäftsführerin der Hamburger Jobberatung i.do. Die dreifache Mutter arbeitete als freie Journalistin unter anderem für den „Spiegel“, die „Zeit“, „Frankfurter Allgemeine“ und „Nido“. Als studierte Rhetorikerin ist sie davon überzeugt: Kein Mensch ist langweilig. Nur unsere verkümmerte Beobachtungsgabe macht Menschen langweilig.

 

Kommentare

Es ist bei diesen immer mehr werdenden Coachings doch immer das gleiche Dilemma: Mit viel Aufwand werden geheime Wünsche aus einem herausgekitzelt. Und dann kommt dabei meist irgendeine Mini-Solo-Selbstständigkeit heraus, bei der man im besten Fall nichts verdient. Und meistens eher Geld vernichtet. Die völlig überlaufene PR-Branche bietet ja meistens Schleudersitz-Jobs, bei denen sehr viele Karrieristen ab Anfang vierzig rausgekegelt werden und dann ausgelaugt und völlig perspektivlos sind. Unsere Branche ist voll damit, deswegen hier auch dieser Artikel, nicht wahr? Irgendwann coachen wir uns alle gegenseitig. Oder wir schneiden uns gegenseitig die Haare. Was ist des Pudels Kern? Es gibt immer weniger Arbeit, die sich lohnt. Weder Frau Wilkens noch andere können da was machen. Wer sich coachen lässt, erhält aber letztlich eine andere Botschaft: "Es liegt nur an Dir selber. Nur an Dir." Amerikanisch eben: "Ja, du gezielt entsorgte Ex-Pressesprecherin Mitte Vierzig, Du must nur wollen, dann klappt es auch mit der neuen Karriere als selbstständige Beraterin für irgendwas." Männer gehen kaum in solche Sitzungen. Warum wohl?


randbemerkung

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