Namhafte Konzerne finanzierten einen Klimawandelleugner über Jahre. / Shell: (c) Oliver Reck Studio Reck
Namhafte Konzerne finanzierten einen Klimawandelleugner über Jahre. / Shell: (c) Oliver Reck Studio Reck
Shell, KLM, Bayer ...

Shell Papers: Konzern-Geld für Klimawandelleugner

Frits Böttcher leugnete den Klimwandel und bezeichnete den Treibhausgaseffekt als Mythos. Dafür bekam er Geld von Konzernen.
Aus der Redaktion

Shell, KLM, Bayer, die ING Bankengruppe und Thyssen-Krupp: Diese Unternehmen sollen Studien, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, jahrelang finanziell gefördert haben. Das berichten die Investigativjournalist:innen der Plattform für authentischen Journalismus (PAJ). Die sogenannten "Shell Papers" wurden in der Zeitung De Volkskrant und auf der Investigativ-Webseite Follow the Money veröffentlicht.

Laut der Recherchen haben die Firmen den Wissenschaftler und Klimawandel-Skeptiker Frits Böttcher zwischen 1989 und 1998 mit mehr als einer Million niederländischer Gulden (450.000 Euro) unterstützt. Das Geld nutzte der inzwischen verstorbene Chemieprofessor, um klimawandelskeptische Artikel und Meinungsbeiträge zu veröffentlichen. Böttcher lehrte in Leiden und war dafür bekannt, den Treibhausgaseffekt als Mythos abzutun. Seiner Meinung nach sei CO2 sogar "gut für den Planeten". 

Mehreren der beschuldigten Unternehmen sei es nicht möglich, die Vorwürfe zu überprüfen. Dafür läge der Fall zu lange zurück. „Das war vor 25, 30 Jahren. Wir können nicht darüber spekulieren, was genau passiert ist und in welchem Kontext“, erklärte Shell gegenüber der französischen Nachrichtenagentur afp. KLM teilte mit, dass es "keine Hinweise" für eine Unterstützung Böttchers gebe. Thyssen-Krupp könne die Vorwürfe ebenfalls nicht bestätigen und stellt klar, keine Klimawandel-Skeptiker:innen zu unterstützen.

 

 
 


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