Führungskräfte können von der Vernetzung ihrer Mitarbeiter profitieren. (c) Thinkstock/ipopba
Führungskräfte können von der Vernetzung ihrer Mitarbeiter profitieren. (c) Thinkstock/ipopba
Interne Kommunikation

Sechs Gründe für ein Social Intranet

Wer über die Einführung eines Social Intranets nachdenkt, braucht überzeugende Gründe für die Geschäftsführung. Unser Gastautor bietet eine Argumentationshilfe.
Oliver Chaudhuri

Die quartalsweise Rundmail mit deftiger Ansage, der von der Assistenz hochgeladene Foliensatz zum letzten Strategiemeeting und die jährliche, zärtliche Aufforderung, doch bitte an der Mitarbeiterumfrage teilzunehmen – in immer mehr Unternehmen aller Größen und Branchen ist dieses Kommunikationsverhalten von Führungskräften passé. Stattdessen werden immer mehr Menschen mit Personalverantwortung und Leitungsaufgaben im Social Intranet aktiv.

Hier kommunizieren sie niedrigschwellig und prägnant mit Teammitgliedern, markieren, welche Aktivitäten anderer ihnen gefallen, empfehlen Marktstudien oder Fachartikel oder posten kurze Status-Updates und informieren somit regelmäßig auch standortübergreifend oder während ihrer Geschäftsreise.

Kleine Gesten, große Wirkung

Interne Kommunikationsmanager können die Führungskräfte in ihrem Unternehmen dabei unterstützen, indem sie moderne Infrastruktur für Kommunikation und Kollaboration bereitstellen und Manager dazu befähigen, diese produktiv zu nutzen. Besondere technische Expertise oder ein hohes zeitliches Investment ist dabei für die Führungscrew nicht vonnöten. Denn es sind oftmals vor allem die vermeintlich kleinen Gesten, die große Wirkung entfalten und von Wertschätzung für die Leistung anderer zeugen.

Hier sind sechs konkrete Vorteile, die Führungskräfte aus der Bereitschaft zum Dialog auf Augenhöhe für sich und ihre Karriere ziehen.

1. Sie werden sichtbarer.
„Was denkt mein Vorgesetzter? Was ist ihm wichtig jenseits der Tatsache, dass wir unsere Ziele erreichen sollen?“ Wer regelmäßig Einblicke hierzu gewährt, erhöht das Verständnis und Commitment für seine Arbeit und seinen Führungsstil. Damit sind aber natürlich keine „Verbrüderungsorgien“ gemeint – beispielsweise muss der Vorgesetzte nicht plötzlich zum „Du“ übergehen oder Privates und Familiäres preisgeben.

2. Sie werden nahbarer.
Lob für unfallfreien Betrieb, einen gelungenen Messeauftritt oder Glückwünsche zum Dienstjubiläum: Es gibt unzählige Möglichkeiten, seiner gesamten Mannschaft zu demonstrieren, dass ihr Chef die Leistungen des Teams oder Einzelner wahrnimmt und würdigt. Wer diese Chance nutzt, gewinnt bei allen Zuhörern oder Lesern an Format und Profil. Das gilt übrigens auch – oder gerade? –, wenn konstruktiv oder mahnend kritische Themen offen angesprochen werden.

3. Sie sparen Zeit.
Wiederkehrende und redundante Fragen zu Veränderungen und Prozessen können durch klare, für alle mitlesbare Statements beantwortet werden. Querverweise und Links auf weiterführende Dokumente, vorherige Posts und mehr schaffen zusätzliche Verlässlichkeit – im Gegensatz zu Wissen, das in megabytegroßen E-Mail-Anhängen verloren geht.

4. Sie geben Orientierung.
Statt bloß Botschaften „von oben“ zu diktieren oder Powerpoint-Präsentationen weiterzuleiten, können Führungskräfte im Social Intranet ihre eigene Position und Haltung konkretisieren und Kontextinformationen liefern. Entscheidungen werden dadurch nachvollziehbarer. Nicht gemeint ist damit natürlich, öffentlich gegen Beschlüsse der Geschäftsleitung zu wettern.

5. Sie erhalten Impulse.
Dialog im Social Intranet bedeutet Geben und Nehmen: „Was können wir tun, um den Krankenstand in unserem Team schnell wieder zu senken?“, „Wie wird unser nächstes Kunden-Event noch erfolgreicher?“, „Was brauchen Sie, damit unsere Nachhaltigkeitsstrategie noch verständlicher wird?“ Wer diese und andere Fragen an sein Team richtet, kann mit vielen konkreten Ideen und Feedback rechnen – ohne, dass seine Kompetenz dabei angezweifelt wird. So werden vor allem auch die Themen, die wiederum Ihren Vorgesetzten auf den Nägeln brennen, konkretisiert und „übersetzt“, sodass sie durch eigenes Handeln von Ihrem Team umgesetzt werden können.

6. Sie entwickeln Ihre Mitarbeiter.
Die Fähigkeit zu Dialog, Zusammenarbeit und Interaktion ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Gelingen der digitalen Transformation. Führungskräfte, die mit gutem Beispiel vorangehen und die neuen Wege der Kommunikation und Kollaboration beschreiten, haben im digitalen Zeitalter die erfolgreicheren, agileren Teams.

 

 
 

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