Schlgzeile gesucht (c) Getty Images/iStockphoto
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Schlagzeile gesucht - und jede Menge Blödsinn gefunden

Sie sollen neugierig machen. Aufmerksamkeit erregen. Inhalte zuspitzen und ins Thema ziehen: Schlagzeilen. Gut müssen die sein. Sind sie aber selten.
Hilkka Zebothsen

Wie halten Sie es mit der Religion? Egal. Denn: „Wir sind Papst!“ Eine große deutsche Boulevard-Zeitung vermeldete 2005 die frohe Botschaft angesichts der Wahl des Deutschen Joseph Ratzinger als Oberhaupt der Katholiken. Der damalige Balkenredakteur war durchaus ein geeigneter Kandidat für den ­verlagsinternen Wettbewerb des ­wöchentlichen „Zeilengotts“.

Als Hamburg einst gebeutelt war von krassem Aprilwetter zwischen Strahlesonne und Graupelschauern, hievte die damalige Chefredakteurin eine Ein-Wort-Zeile auf den Titel: „Verrückt-Wetter“. 14 Buchstaben, alles drin.
Auch Nachrichten aus Unternehmen brauchen schlagende Zeilen.
Aber ­diese?

Ein regionaler Überwachungsverein behauptet: „Mundhygiene: Es kommt auf die eigene Vorliebe an“. Ach was. Aha. Die Vorliebe von Blattmachern nach knackigen Headern wird so nicht bedient.

„Das Positive daran, ich kann damit alt werden“ zitiert eine PR-Agentur eine Kundin. Raten Sie mal das Thema. In der Meldung dazu geht es weder um eine Partnervermittlung für Golden Ager noch um ein neues Eigenheim. Sondern um eine Kompressionstherapie beim Arm-Lymphödem. Haben Sie richtig getippt? Eben. Und dass Wiederholungen nerven, beweist eine Verlagsmeldung: „Das JAHRBUCH SPONSORING 2014 ist erschienen / Das Jahrbuch Sponsoring 2014 gibt Einblick in Wirkung, Entwicklung und Umsetzung von Sponsoring.“ H1 und H2 mit Wortdoppelung + -Triple = Killerzeile.

Also lieber mal von den Medien lernen. Mein Favorit für den Ganzjahressieg 2014 sitzt bei einem norddeutschen Nachrichtenmagazin: Die Geschichte über den Dienstantritt der frischgebackenen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen betitelte er (oder sie?) mit der krachenden Zeile „Guns N´ Röschen“.

 
 

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