Mutmaßliche RWE-Mitarbeiter verbreiten Hetze und Drohungen bei Facebook. (c) RWE
Mutmaßliche RWE-Mitarbeiter verbreiten Hetze und Drohungen bei Facebook. (c) RWE
Social Media

RWE hat ein Hasskommentar-Problem

RWE sieht keine rechtlichen Möglichkeiten, gegen Mitarbeiter vorzugehen, die auf Facebook drastische Hasskommentare und Drohungen verbreiten.
Aus der Redaktion

Mitarbeiter des Essener Energiekonzerns RWE sollen in einer geschlossenen Facebook-Gruppe in erheblichem Umfang drastische Hasskommentare „bis hin zu Mordaufrufen“ verbreitet haben. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Recherche der Tageszeitung taz. Die Äußerungen stünden demnach in Zusammenhang mit den Räumungsaktionen im Hambacher Forst.

In der Gruppe „Pro RWE gegen Öko Terrorismus“ würden  – so der Bericht der taz –  etliche Personen, die sich anhand ihrer Klarnamen leicht als RWE-Angestellte identifizieren ließen, mit drastischen Worten gegen die Besetzer Hambacher Forstes hetzen. Unter anderem hätten die Journalisten folgende Äußerungen dokumentieren können:

  • „Es wird langsam Zeit, das dieses asoziale Drecks Pack verheizt wird.“
  • „Man sollte diese Affen mit Gummigeschossen von den Bäumen holen.“
  • „Warum rotten wir uns nicht alle zusammen und schlagen diesem Mistpack den Schädel ein und Ruhe ist in Hambach.“
  • „Wiederliches Dreckspack ist das. Todesstrafe wäre noch viel zu mild für das Viehzeug.“

Außerdem werden laut des Zeitungsberichts in der offenbar von RWE-Mitarbeitern dominierten Gruppe der deutsche Staat als „lahme Ente“, die Grünen als „Volksterroristen und Gehirnlegastheniker“ und die Klima-Aktivisten Greta Thunberg als „aufgewiegeltes, krankes Kind“ verunglimpft.

RWE erklärte dem Bericht zufolge, das Unternehmen verfolge diese und andere Facebook-Gruppen und suche den Kontakt zum Administrator, sofern bestimmte Kommentare als „uns nicht opportun erscheinen“. Arbeitsrechtliche Konsequenzen seien in aller Regel jedoch nicht möglich.

Bereits 2015 hatte der WDR über ähnliche Fälle im Umfeld von RWE berichtet.

Die Recherche der taz und die Reaktion von RWE sorgten bereits vor der Veröffentlichung des Artikels  für Aufsehen. Die Pressestelle des Energiekonzerns hatte in einem ungewöhnlichen Schritt die nicht-öffentlichen E-Mail-Anfragen der Zeitung auf ihrem Twitter-Kanal verbreitet und war dafür heftig kritisiert worden.

 

 
 


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