Die PR-Professorin Annika Schach gibt Tipps für den Unternehmensblog (c) Thinkstock/Tarchyshnik
Die PR-Professorin Annika Schach gibt Tipps für den Unternehmensblog (c) Thinkstock/Tarchyshnik
Serie zu PR-Textsorten – Teil 5

Richtiges Bloggen kann viel bewirken

Im fünften Teil der Serie geht es PR-Professorin Annika Schach um die Bedeutung von Unternehmenblogs. Dazu beschreibt sie, welchen Nutzen sie haben, gibt sprachliche Tipps und stellt drei gelungene Beispiele vor.
Annika Schach

Ein Unternehmensblog bietet eine zielgruppenspezifische Ansprache in ganz unterschiedlichen Themenfeldern. Blogbeiträge sind etwas Besonderes, denn die Inhalte werden aus einer persönlichen Perspektive heraus geschrieben. Darum sind sie eine gute Ergänzung zu den allgemeinen Unternehmensverlautbarungen und Corporate-Publishing-Aktivitäten. Laut einer Untersuchung des Verbands Bitkom setzten bereits 2012 insgesamt 28 Prozent aller Unternehmen Blogs ein. Das ist eine überraschend hohe Zahl, denn das Betreiben eines Blogs erfordert wohldurchdachte Prozesse, hohen Aufwand und ausreichende personelle Ressourcen.

Nutzen von Corporate Blogs

Im Unternehmensblog werden Themen dargestellt, die in einem Zusammenhang zum Geschäftsfeld des Unternehmens stehen. Wichtig dabei ist aber, dass die Inhalte keinesfalls werblich sein dürfen, sondern redaktionell aus einer persönlichen Perspektive heraus erstellt werden. Ein Unternehmensblog ist ein Kommunikationsangebot, das relevante Themen der Zielgruppe aufnimmt und diese interessant und authentisch aufbereitet. Unterschiedliche Ziele können mit der Blogkommunikation erreicht werden. Das reicht von einer Expertenpositionierung und der Erweiterung der Medienkontakte über die Kundenkommunikation und Marktforschung bis hin zu interner Kommunikation, Wissensmanagement oder Recruiting.

Die Sprache in Blogbeiträgen

Im Unternehmensblog stehen die chronologisch geordneten Beiträge inhaltlich und optisch im Zentrum. Weitere Elemente sind sogenannte Widgets, das heißt Kästen, in denen bestimmte Funktionen gebündelt sind und die Blogroll, eine Linkliste, in der die Lieblingsblogs des jeweiligen Betreibers aufgelistet werden. So gelingt die Vernetzung. Der Schreibstil eines Blogbeitrags unterscheidet sich sehr stark von anderen Textsorten der Unternehmenskommunikation. Was in Pressetextsorten unbedingt vermieden werden sollte, ist beim Blogbeitrag erwünscht: Die Persönlichkeit und die Perspektive des Autors darf und sollte sogar in den Text einfließen. Die Zielgruppenansprache eines Unternehmensblogs kopiert bewusst den Stil eines privaten Blogs und ist auch von der Themenauswahl sehr persönlich und individuell verfasst. Unternehmensblogs zeichnen sich durch einen speziellen Schreibstil aus: eine lockere Sprache mit subjektiven Elementen. Darum wird häufig aus der Ich-Perspektive geschrieben. Die Überschrift eines Blogbeitrags sollte möglichst kurz sein und die wichtigsten Keywords am Anfang enthalten. Der gesamte Beitrag muss Informationen auf einen Blick erfassbar machen, wie zum Beispiel durch eine gute Strukturierung mit Absätzen, Zwischenüberschriften, Aufzählungen und gegebenenfalls Bildern.

Drei Beispiele für gelungene Blogs

Der Daimler-Blog

Der Klassiker unter den Mitarbeiterblogs zeigt die Macht der persönlichen Geschichten rund um das Auto. Seit 2007 ist er am Start und wird gut genutzt.

Der Mode-Blog „Two for fashion” von Otto

Ein kundenorientierter Unternehmensblog der Modesparte des Versandhändlers Otto für junge Frauen. Das Projekt wird extern betreut. Freie Autoren liefern Geschichten aus der Modewelt, das Marketing der Produkte steht im Hintergrund.

Der IT-Blog von Capgemini

Aktuelle Trends und Themen aus der IT Welt werden von Spezialisten aus dem Unternehmen aufbereitet. Er stützt die Expertenpositionierung im Markt.

 
 

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Kommentare

Der Beitrag ist nicht schlecht und aus meiner Sicht nicht gelungen, denn Sie beschreiben am Thema vorbei. Was bewirkt denn richtiges bloggen? Und warum gibt es in diesem Blog-Magazin keinen RSS-Feed zum Abonnieren? Kopfschüttelnde Grüße

Guten Tag Frau Bicker, wir mussten unseren RSS-Feed wegen technischer Probleme leider von der Seíte nehmen, arbeiten jedoch an einer Lösung.

Liebe Frau Bicker, vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben Recht, dass die Überschrift des Beitrags vielleicht etwas verwirrt. Insgesamt bezieht sich der Beitrag ja eher auf die Perspektive des Unternehmens, das Format Blog und die sprachlichen Merkmale, als auf die Nutzerperspektive. Die Wirkung von Blogs wäre ein sehr spannendes zusätzliches Thema, das man vielleicht mal anschließen könnte. Viele Grüße Annika Schach


randbemerkung

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