Wissen, wie der Konzern sich positioniert: Für die selbstständigen Kaufleute der Rewe Group dank einer App kein Problem. (c) Getty Images/DigtialStorm
Wissen, wie der Konzern sich positioniert: Für die selbstständigen Kaufleute der Rewe Group dank einer App kein Problem. (c) Getty Images/DigtialStorm
Praxisfall Rewe Group

Wo tausend Köpfe mit einer Stimme sprechen

Politische Arbeit für und durch jeden einzelnen Mitarbeiter? Bei der Rewe Group hilft eine App dabei, die selbstständigen Kaufleute über aktuelle politische Prozesse und Positionen des Unternehmens zu informieren sowie aktiv in die politische Interessenvertretung einzubinden. Public-Affairs-Leiterin Emilie Bourgoin stellt das Projekt vor.
Emilie Bourgoin

Der Rewe-Kaufmann aus der Südpfalz ist besorgt: „Schon wieder eine Baustelle neben meinem Markt? Wie sollen meine Kunden und Lieferanten da vernünftig anfahren?“ Die Frage soll bei der nächsten Wirtschaftsrunde lokaler Unternehmer mit dem Bürgermeister auf der Tagesordnung stehen. Auf der Agenda des Treffens stehen auch andere politische Themen. Doch wie lauten die jeweiligen Positionen von Rewe? Um sich vorzubereiten und sein Anliegen überzeugend darzulegen, nimmt der Kaufmann sein Smartphone und öffnet die Public-Affairs-Themen-App der Rewe Group.

Public Affairs ist Arbeit vor Ort

Politik wird nicht nur in Berlin gemacht. Unsere Kaufleute in den Regionen haben tagtäglich mit politischen Entwicklungen und Entscheidungen zu tun und müssen diese in ihren Märkten umsetzen. Für die Rewe Group ist daher klar, dass innerhalb ihrer genossenschaftlichen, dezentralen Unternehmensstruktur politische Arbeit nicht nur in der Zentrale, sondern auch vor Ort stattfinden muss. Der kontinuierliche Austausch mit politischen Entscheidungsträgern vom Oberbürgermeister bis zum Bundestagsabgeordneten ist unerlässlich. Von dem Thema Nachhaltigkeit über Standortfaktoren und Verbraucherschutz bis hin zur Logistik – es gibt zahlreiche Berührungspunkte zwischen Einzelhandel und Politik.

Wer könnte lokale Herausforderungen für die Märkte und den Einzelhandel authentischer gegenüber der Politik ansprechen als unsere Kaufleute selbst? Sie sind nicht nur in ihrer Gemeinde verankert, sondern auch Experten für alle Themen, die eine direkte Auswirkung auf das Handeln im Markt haben. Deswegen hat sich die Rewe Group bewusst dazu entschieden, die politische Kommunikation dezentral auszurichten.

Unser Ziel ist es, dass unsere Kaufleute selbst zu politischen Kommunikatoren der Rewe Group werden. Dabei unterstützen wir sie kontinuierlich. Wir wollen die Kaufleute befähigen, relevante politische Prozesse zu verfolgen und einzuschätzen sowie sich und ihren Markt adäquat im lokalen und regionalen politischen Raum zu positionieren.

Ein deutschlandweites Netzwerk von Public-Affairs-Botschaftern

Um also ein Netzwerk von Public-Affairs-Botschaftern zu schaffen, haben wir ein kommunikatives Tool entwickelt, das deutschlandweit einheitlich die politische Positionierung der Rewe Group stärkt – die Public-Affairs-Themen-App.

Gemeinsam mit unseren Beratungsagenturen 365 Sherpas und Ressourcenmangel Dresden entwickelten wir diese flexible und digitale Lösung, mithilfe der sich unsere Kaufleute und Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängig über aktuelle politische Themen, relevante Gesetzgebungsverfahren sowie Aktivitäten und Positionen der Rewe Group informieren können.

Die interne „Public Affairs Themen App“ informiert über die Positionen des Konzerns. (c) Rewe Group

Die interne „Public Affairs Themen App“ informiert über die Positionen des Konzerns. (c) Rewe Group

Dezentral, mobil, nutzerfreundlich – das waren die Schlagwörter, die es beim Konzipieren der App zu beachten galt.

Mit der Unterstützung unserer Fachkollegen beim Erstellen der Texte ist eine App mit umfangreichen Features und einer übersichtlichen Themenstruktur entstanden: Die Kaufleute können sich selbstständig über die Positionen der Rewe Group, über relevante Gesetze und eine Vielzahl von politischen Themen informieren – von Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherthemen über Digitalisierung bis hin zu Nahversorgung und Standortfragen.

Hintergründe zu aktuellen politischen Entwicklungen fließen aus dem Monitoring der Rewe Group in die App ein. Die Kaufleute können so mithilfe von Q&As besser in die Themen eintauchen. Außerdem bietet die App die Möglichkeit, die aufbereiteten Informationen aus der App an Externe weiterzuleiten und sich zu Rückfragen oder Feedback direkt mit der Public-Affairs-Abteilung auszutauschen.

Eine Politik der 1000 Köpfe

Wo stehen wir heute? Wir können stolz auf das vergangene Jahr zurückblicken: Die App wurde erfolgreich gelauncht. Das Tool stärkt nicht nur die politische Geschlossenheit innerhalb des Unternehmens, sondern auch die gesamte Corporate Identity der Rewe Group. Über 41.800 Seitenaufrufe bestätigen den unternehmensinternen Bedarf.

Mithilfe der App konnten wir unser Netzwerk aus authentischen Rewe Group-Botschaftern stärken, die die Botschaften und Positionen unseres Unternehmens lokal in die Politik und Gesellschaft tragen. Die Rewe Group spricht politisch mit einer Stimme – aber eben auch mit 1000 Köpfen.

 

Die Daten zum Projekt

 

Titel des Projekts
„Rewe Group Public Affairs Themen App“

Aufgabe
Entwicklung einer digitalen Lösung, mit der sich die Mitarbeiter der Zentral- und Regionalstandorte und Kaufleute jederzeit und an jedem Ort über Themen, aktuelle Gesetzgebungsvorhaben und Sprachregelungen der Rewe Group informieren können.

Agenturen
365 Sherpas und Ressourcenmangel Dresden

Zeitraum
Juli 2015 bis Januar 2017 (Launch), fortlaufende Aktualisierung

Zentrale Personen

  • Emilie Bourgoin, Leiterin Public Affairs der Rewe Group

 


Lesen Sie mehr Berichte und Interviews vom Kommunikationskongress 2018 in unserem Dossier (hier klicken).

 

 

 
 


randbemerkung

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