Qualifikations-Schmieden, ich komme! (c) Getty Images/iStockphoto
Qualifikations-Schmieden, ich komme! (c) Getty Images/iStockphoto

Qualifikations-Schmieden, ich komme!

Lebenslanges Lernen in der Kommunikation ist nötig. Was sollte man bei der persönlichen Auswahl bedenken?
Gerhard J. Ernest

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag führte im Jahr 2010 eine Umfrage durch und stellte fest: Ein Großteil der Unternehmen klagt darüber, auch den fachlich qualifizierten Studierenden gelänge es nicht, Gelerntes in der täglichen Praxis umzusetzen. Die Folge? Man trennt sich nach der Probezeit. Dieser Beitrag liefert Impulse für Personaler und Weiterbildungs-Interessierte, die eine aus ihrer Perspektive „richtige“ Entscheidung treffen möchten.

Während die Zahl der Kommunikations-Kanäle wächst und wächst, schrumpfen andernorts die Budgets. Ob für Karrierewillige, die sich mit ihrem aktuellen fachlichen Status nicht zufrieden geben, oder blutige Youngster: Investitionen in Bildung müssen sich in jeder Hinsicht amortisieren. Finanziell, aber auch in punkto Umsetzungstauglichkeit, Reputation und den anvisierten beruflichen Aufstiegschancen.

Dreht man den Spieß um, betrachtet die Beschaffung geeigneter Mitarbeiter aus unternehmerischer Sicht oder mit den Augen des Personalverantwortlichen, gilt auch hier: Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Das mag für manches Ohr vielleicht zu trocken klingen, geht es bei der Mitarbeiterauswahl doch auch um Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Fairness und persönlichen Willen, beruflich nur das Beste zu leisten.

Logisch, Softskills dieser Art werden Sie weder in einem Uni-Diplom lesen noch in dem ersten Schnuppergespräch feststellen können. Unabhängig davon, wo Sie sich gerade gedanklich einreihen, Aus- und Weiterbildung erfordert von allen am Prozess Beteiligten noch stärkere Professionalisierung.

Anbieter von Ausbildungen im Kommunikationsbereich Anbieter von Ausbildungen im Kommunikationsbereich (c) Helios Media 

Anbieter von Ausbildungen im Kommunikationsbereich Anbieter von Ausbildungen im Kommunikationsbereich (c) Helios Media

Wo herrscht Qualifizierungs-Bedarf?

Fragen wie „Was bringt Storytelling?“ und „Sind Content-Marketing und Social-Marketing nur ein kurzfristiger Hype?“ drängen in die Ohren von Pressesprechern, PR- und Marken-Experten. Alle, alle sind gefordert, vernünftige Antworten in Form zeitgemäßer Kommunikations-Lösungen zu geben. Stößt ehemals Erlerntes auf die Erkenntnis „Ich muss mich weiterbilden“, sollte der Vorsatz erst umgesetzt werden, wenn das Unternehmen oder der „Bildungswillige“ ermittelt hat, wo der größte Weiterbildungsbedarf – etwa im Bereich Technik, Multimedia, Kreativität oder Cross Media – besteht. Das hilft, Lebenszeit sinnvoll zu planen und Frust zu vermeiden. Und das Ziel Nummer eins: Karrierechancen greifbar zu machen.

Zu tun gibt es an allen Ecken noch sehr viel. So weist der DPRG-Arbeitskreis „Kommunikation im Mittelstand“ darauf hin, dass diverse Studien zeigten, in der Kommunikation mit dem Mittelstand stecke großes Entwicklungspotenzial. Thomas Lüdecke, Leiter des Arbeitskreises, schreibt auf der DPRG-Website, professionelles Kommunikationsmanagement und dessen Nutzen seien in vielen KMUs nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Laut der Blitzumfrage „Aus- und Weiterbildung in Kommunikation und PR“ nennen 70 Prozent der Befragten Online-PR und Social Media als größte Wissenslücken. Hand aufs Herz, wo liegt Ihre Lücke?

 

Welche Auswahlkriterien entscheiden?

Die Blitzumfrage „Aus- und Weiterbildung in Kommunikation und PR“ der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor zeigt Interessantes: Geht es um die Genehmigung einer Fortbildung, ist für Unternehmen in 70 Prozent der Fälle der Preis entscheidend. Die Erfahrung mit dem Anbieter spielt für Unternehmen bei 53 Prozent der Entscheidungen eine Rolle. Für die Geschäftsleitung ist die Auswahl von Referenten zu 52 Prozent ein Entscheidungskriterium. Völlig andere Maßstäbe setzen Volontäre, Praktikanten und Einsteiger. Der Umfrage zufolge ist für diese Gruppe eine Zertifizierung des Anbieters wichtig (33 Prozent).

Angebots-Quellen: Was zählt?

Wer bereits Recherchen nach einem idealen Aus- und Weiterbildungsanbieter hinter sich hat, wird vermutlich bestätigen: Das Internet ist voll von Angeboten. Doch auch hier gibt es unterschiedliche Präferenzen. Wer sich an den „Rankings“ der oben genannten Blitzumfrage orientieren will, erfährt unter anderem, dass eine persönliche Empfehlung noch immer den ersten Platz einnimmt, wenn es darum geht, sich über Fortbildungsangebote zu informieren (63 Prozent). Mitarbeiter in Führungspositionen sowie Berufseinsteiger hören eher auf den Tipp von Kollegen.

Money makes the qualification go round

Sie interessieren sich für Brand-Storytelling oder Content-Marketing? In diesem Fall können Sie beispielsweise für einen berufsbegleitenden 3-semestrigen Studiengang an der Leipzig School of Media rund 16.500 Euro investieren. Wie viel dem Einzelnen oder dessen Arbeitgeber die Weiterentwicklung wert ist, tja, das hängt von einigen bereits genannten Faktoren ab.

Anbieter von Weiterbildungen im Kommunikationsbereich (c) Helios Media

Anbieter von Weiterbildungen im Kommunikationsbereich (c) Helios Media

E-Learning, Vollzeit-Präsenz-Seminar oder Uni?

Galt Lernen und die Vermittlung komplexen Know-hows noch vor einigen Jahren als staubtrocken, heißt es anno 2014: her mit iPad, App oder einfach ran an individuelle Lernplattformen privater oder staatlicher Aus- und Weiterbilder. Entscheidend sind außer dem Budget Standort, Flexibilität der Lernangebote, Erfahrung und Praxisbezug der Dozenten, technische Ausstattung der Räumlichkeiten und didaktische Tauglichkeit, Teilnehmerzahl sowie Art und Umfang des Lernmaterials, das zum Einsatz kommt.

Aspekte wie Nähe zu Medien, Markenartikel- oder Industrieunternehmen, die eventuell studien- oder berufsbegleitend ein interessantes Praktikum ermöglichen, lassen so manche Entscheidung zu einem Puzzle werden. Schließlich gibt es auf Social Media, crossmediale Kommunikation oder auf ein duales Studium spezialisierte Anbieter. Verstehen Sie die beiden Tabellen deshalb als Einstieg oder Auftakt in die Welt der Karrieremöglichkeiten.

 
 

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