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Rezension

Präsentieren im Ted-Stil

Das Vortragsformat „Ted-Talk“ beschreibt unterhaltsame und lehrreiche Kurzvorträge. Wie kann die Unternehmenskommunikation diese Art des Präsentierens adaptieren?
Anne Hünninghaus

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat es getan, Promikoch Jamie Oliver und U2-Sänger Bono auch: Alle drei haben schon auf der Bühne der Ted-Konferenz einen kurzen lehrreichen Vortrag mit Unterhaltungswert, einen so genannten „Ted-Talk“, gehalten. Die drei Buchstaben TED stehen für Technology, Entertainment und Design und sind ursprünglich der Name einer kalifornischen Innovationskonferenz. Das Themenspektrum des erfolgreichen Formats, bei dem Videos der besten Kurzvorträge ins Netz gestellt werden, hat sich inzwischen erweitert und schließt auch Wissenschafts-, Kultur- und Business-Themen ein. Außerdem sind globale Ableger entstanden, die „Tedx-Konferenzen“, die auch in Deutschland populärer werden.

Mit „Inspiring! Kommunizieren im TED-Stil“ legen der Führungskräfteentwickler Frank Edelkraut und Stephan ­Balzer, Medienberater und Veranstalter deutscher Ted-Konferenzen, nun einen Ratgeber vor, der sich mit dem besonderen Vortragsstil der Konferenzredner beschäftigt. Ziel ist es, Tipps zu liefern, wie sich Präsentationen und Ansprachen im Unternehmenskontext auf diese Art und Weise aufpeppen lassen.

Gelungen sind die Ausführungen zum Thema Storytelling. „Maybe stories are just data with a soul“ lautet ein schönes Zitat von Ted-Talkerin Brené Brown. Wir lernen schließlich aus Geschichten, deren Aufbau und Präsentation sind Grundlage des Formats. Die zehn „Ted-Gebote” lauten demnach auch: „1.: Träume groß. 2.: Zeige uns dein wahres Gesicht. 3.: Mache das Komplizierte einfach. 4: Nutze die Emotionen der Menschen. 5.: Streichle nicht dein Ego. 6.: Kein Verkauf von der Bühne. 7.: Fühle dich frei, andere Beiträge zu kommentieren. 8.: Lese deinen Talk nicht ab. 9.: Werde pünktlich fertig. 10.: Probe deinen Talk.“ Diese Tipps werden weiter ausgeführt, hinzu kommen weitere praktische Ratschläge, zum Beispiel, dass ein Redner sich auf maximal drei inhaltliche Punkte festlegen und alles darüber Hinausgehende wegstreichen sollte.

Leider finden sich jedoch auch im Buch zu viele kleinteilige Informationen. Geboten wird ein teils etwas chaotisches Sammelsurium aus allgemeinen Ted-Regeln, Tipps der beiden Autoren und zitierten Ratschlägen anderer. Einige Fallstudien aus Unternehmen zur Erfahrung mit Talks im Ted-Stil sind gähnend langweilig aufbereitet, die vorangestellte Information zu der jeweiligen Organisation wirkt teils werblich. Hier werden gleich zu Anfang genau die für Außenstehende uninteressanten Details präsentiert, von deren Nennung im restlichen Ratgeber abgeraten wird.

Wirklich ärgerlich sind die zahlreichen Rechtschreib- und Trennungsfehler (es finden sich fünf davon allein auf dem Buchrücken). Auch das Layout lässt zu wünschen übrig. Die Seiten mit ein paar visuellen Eindrücken von Rednern und Konferenzen zu versehen, ist an und für sich eine gute Idee. Leider sind die schwarz-weiß gedruckten Fotos teils so dunkel, dass man kaum etwas erkennen kann.
Für die Lektüre sollte man unbedingt ein Gerät mit Internetzugang parat haben, immer wieder wird auf einzelne Videoclips verwiesen, deren Inhalte wichtig für das weitere Verständnis sind. Außerdem dringend notwendig sind gute Englischkenntnisse, da auch längere Zitate, Textbeispiele und Trans­kriptionen nicht übersetzt werden.

Fazit: Dem Buch liegt eine hervorragende Idee zugrunde – denn tatsächlich könnten viele Reden, Präsentationen und Veranstaltungen von Unternehmen ein bisschen mehr „Ted-Stil“ gut gebrauchen. Nur: Diesen Stil, der für tiefgehende aber knappe und unterhaltsame Information steht, haben die Autoren bei der Niederschrift ihrer Tipps selbst leider zu wenig ­berücksichtigt. Bewertung: Empfehlenswert (drei von fünf möglichen Sternen)

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Frank Edelkraut, Stephan Balzer: Inspiring! Kommunizieren im TED-Stil. Springer Gabler 2016, 193 seiten, 34,99 Euro

 
 


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