Soziale Business-Netzwerke wie Linkedin und Xing können Katalysatoren für die Botschaften der Geschäftsführung sein. (c) Getty Images/z_wei
Soziale Business-Netzwerke wie Linkedin und Xing können Katalysatoren für die Botschaften der Geschäftsführung sein. (c) Getty Images/z_wei
Positionierung bei Philips

Der Social CEO

Philips in Deutschland positioniert seinen CEO Peter Vullinghs seit mehr als einem Jahr über soziale Medien. Wie speziell die Business-Netzwerke Linkedin und Xing genutzt werden, erläutert Kommunikationsleiter Sebastian Lindemann.
Sebastian Lindemann

Der CEO fungiert für mich als Leuchtturm meines Unternehmens. Sichtbarkeit und Nahbarkeit sind zwei der wichtigsten Attribute eines Unternehmenschefs – und seiner Kommunikation intern wie extern. Neben Intranet und den klassischen Townhall-Meetings nutzen CEOs, Konzerne, Verbände und Agenturen dafür zunehmend auch soziale Plattformen, die den 360-Grad-Kommunikationsansatz erweitern. Sie können auf ganz unterschiedliche Art und Weise Katalysatoren für die Botschaften der Geschäftsführung sein.

Digitalisierung leben

Eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte, ist die Präsenz des CEOs in sozialen Medien mittlerweile in jedem Fall. Denn nur, wer Digitalisierung lebt und mit gutem Beispiel vorangeht, vermittelt seinen Mitarbeitern, Kunden und Partnern die Vorreiterrolle und Strategie des Unternehmens glaubhaft. Eine stringente, authentische Social-Media-Nutzung mit persönlichen Standpunkten des CEOs kann so erheblich zum Erfolg eines Unternehmens sowie der Verbreitung seiner Strategie beitragen und das Image fördern.

Philips hat in den vergangenen Jahren eine intensive Transformation hin zu einem globalen Gesundheitskonzern vollzogen. Daher ist es für unser Unternehmen nur folgerichtig, diese digitale Vorreiterrolle im Bereich Digital Health auch mithilfe sozialer Netzwerke zu kommunizieren. Außerdem bieten Online-Plattformen ein enormes Potenzial, um neue Business-Kontakte zu generieren.

Um „an der Quelle“ Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile der Social-Media-Plattform zu erhalten, besuchte Peter Vullinghs, CEO Philips Market DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz), im Frühjahr 2017 im Rahmen einer Reise durch das Silicon Valley das Headquarter von Linkedin in Kalifornien, USA. Er kam mit einem klaren Arbeitsauftrag wieder: „Ich will über die sozialen Netzwerke Business machen. Liebes Kommunikations-Team, setzt das bitte für mich um.“

Seit mittlerweile über einem Jahr positioniert Philips DACH nun seinen CEO über soziale Kanäle – und nutzt so Kommunikationspotenzial, das durch klassische Public Relations nur schwer bis gar nicht erreicht werden kann.

Kommunikation mit rotem Faden

Bis jedoch das Gesicht unseres CEOs und seine ganz persönlichen Statements zu Konzernstrategie und Entwicklungen der Gesundheitsbranche seine Wege auf Xing und Linkedin finden konnten, mussten einige Hürden genommen werden. Außerdem galt es, die unterschiedlichen Ansichten zu diskutieren, wie die Profile zukünftig genutzt werden sollten. Wie genau sollte die Positionierung von Peter Vullinghs aussehen? Wie regelmäßig sollte gepostet werden? Posten wir auf Linkedin parallel dasselbe wie auf Xing? Und sind diese Plattformen wirklich zum „Geschäftemachen“ vorgesehen oder doch eher zur Image-Förderung?

Wir fokussieren uns hinsichtlich der Themen hauptsächlich auf jene aus dem Bereich (digitale) Gesundheitslösungen sowie Unternehmensführung. Gepostet werden etwa zwei Beiträge pro Monat – sei es von einem Event bei Philips, einer Award-Verleihung oder zu einem interessanten Medienbericht. Wir haben uns dafür entschieden, Posts parallel auf Linkedin und Xing zu veröffentlichen. Auf Linkedin teilen wir Beiträge meist auf Englisch, da die Kontakte hier internationaler sind, auf Xing entsprechend in deutscher Sprache.

Auf Linkedin äußert sich Philips DACH-CEO Peter Vullinghs meist in englischer Sprache. (c) Screenshot

Auf Linkedin äußert sich Philips DACH-CEO Peter Vullinghs meist in englischer Sprache. (c) Screenshot

Der CEO als Experte

Auf Xing haben wir uns gemeinsam mit der Redaktion zudem dafür entschieden, Peter Vullinghs als „Xing Insider“ zu positionieren. Etwa 260 ausgewählte Insider teilen dort ihr Know-how und ihre ganz persönlichen Einsichten zu den verschiedensten Themenbereichen. Vullinghs postet als Insider für digitale Gesundheitslösungen einmal pro Monat einen Beitrag zu Gesundheit und E-Health. Dabei äußert er – sozusagen auf einer „Verlängerung seines Profils“ – klar seine Meinung und Position, fungiert so als Thought Leader für das Unternehmen und manifestiert seine Expertenstellung.

Wir haben festgestellt, dass sich automatisch immer mehr auch Geschäfte aus dieser Form der CEO-Positionierung ergeben. Die Essenz unserer bisherigen Erfahrungen haben wir für uns folgendermaßen zusammengefasst:

Dos

  • Langfristige und regelmäßige Aktivitäten (posten, liken, sharen)
  • Persönliche Sprache
  • Klare Positionierung und Authentizität
  • Aktive Vernetzung mit potenziellen Geschäftspartnern, Kunden und Kollegen
  • Anmeldung in relevanten Gruppen (inspirierende Informationen und Austausch von Ideen)
  • Fotos und Bewegtbild verwenden
  • Qualität vor Quantität bei Posts und Kontakten

Don’ts

  • Keine Verwendung als Werbeplattform
  • Keine politischen Statements (auch aufgrund unserer Philips-Guidelines)

Lesen Sie mehr Berichte und Interviews vom Kommunikationskongress 2018 in unserem Dossier (hier klicken).

 

 
 

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