Das "Öko-Test"-Label darf nur für konkret getestete Produkte verwendet werden, entschied der Bundesgerichtshof. (c) Getty Images / serggn
Das "Öko-Test"-Label darf nur für konkret getestete Produkte verwendet werden, entschied der Bundesgerichtshof. (c) Getty Images / serggn
Urteil des Bundesgerichtshofs

„Öko-Test“-Label nur für geprüfte Produkte

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Unternehmen dürfen das Label „Öko-Test“ nur für tatsächlich getestete Produkte verwenden.
Aus der Redaktion

Dürfen Unternehmen ihre Produkte mit dem „Öko-Test“-Label bewerben, auch wenn diese von den tatsächlich geprüften abweichen? Diese Frage verhandelte der Bundesgerichtshof am heutigen Donnerstag. Dieser beschloss: Sie dürfen es nicht.

Geklagt hatte die Zeitschrift Öko-Test gegen die Versandhändler Otto und Bauer sowie den Discounter Matratzen Concord. Die Unternehmen hatten das Label in ihren Online-Shops verwendet, obwohl die abgebildeten Waren nicht von „Öko-Test“ geprüft worden sind.

Laut dem Urteil des BGH dürfen ausschließlich konkret getestete Produkte mit dem Label beworben werden. Sobald ein Produkt sich auch nur in Farbe oder Größe unterscheidet – beispielsweise ein blauer statt eines roten Fahrradhelms beworben wird – ist das Markenrecht verletzt.

Bei der Verhandlung im September hatte „Öko-Test“ die beklagten Unternehmen beschuldigt, die Wertschätzung der Marke ohne Gegenleistung für Eigenwerbung zu nutzen. Über das Urteil zeigte sich die Zeitschrift dementsprechend erfreut: Der BGH habe einem „wachsenden Label-Missbrauch“ einen Riegel vorgeschoben.   

Die Zeitschrift Öko-Test veröffentlicht seit mehr als drei Jahrzehnten Waren- und Dienstleistungstests. Seit 2012 ist das Siegel auch als Marke geschützt: Will ein Unternehmen damit werben, muss es einen Lizenzvertrag abschließen.

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Dürfen Kommunikatoren das Instrument der Lüge nutzen? / Symbolbild: (c) Getty Images/serazetdinov/SIphotography
Foto: Getty Images/serazetdinov/SIphotography
Analyse

Ist es legitim, Kampagnen auf Lügen aufzubauen?

Sommarøy zeigt, wie „Lügen“ eine Kampagne krachend scheitern lassen, "Zitrön" beweist das Gegenteil. Wie genau sollte es die PR mit der Wahrheit nehmen? »weiterlesen
 
Diese Kampagnen sorgten 2019 für Aufregung. (c) Getty Images / Massonstock
Foto: Getty Images / Massonstock
Bericht

Die Aufreger-Kampagnen des Jahres 2019

Auch 2019 erregten einige PR- und Image-Kampagnen die Gemüter. Die folgenden Kandidaten waren in Sachen kollektive Aufregung ganz vorne dabei. »weiterlesen
 
Ein Facebook-Mitarbeiter soll gegen Geld gesperrte Werbeanzeigen reaktiviert haben. (c) Getty Images / MartinPrague
Foto: Getty Images / MartinPrague
Meldung

Bestechung bei Facebook: Mitarbeiter gefeuert

Facebook hat einen Mitarbeiter gefeuert, der gegen Geld gesperrte Werbeaccounts reaktiviert haben soll. »weiterlesen
 
Bleiben die Likes unter Posts verborgen, posten User mehr – und verbringen somit mehr Zeit auf Instagram. (c) Getty Images / Olga Niekrasova
Foto: Getty Images / Olga Niekrasova
Meldung

Versteckt Instagram Likes, damit User mehr posten?

Seit einiger Zeit versteckt Instagram die Like-Zahlen unter User-Posts. Dahinter könnte unter anderem auch ein recht eigennütziger Zweck stecken.
 
Keine der Social-Media-Strategien ist perfekt. / Politische Werbung: (c) Getty Images/ SIphotography
Foto: Getty Images/ SIphotography
Bericht

"Wir brauchen eine supranationale Lösung"

Wie soziale Medien mit politischer Werbung umgehen, ist mangelhaft. Politikberater Martin Fuchs fordert ein staatliches Eingreifen. »weiterlesen
 
Telefonwerbung nervt. Wie überzeugt man potentielle Kunden stattdessen vom eigenen Unternehmen? (c) Getty Images / flyfloor
Foto: Getty Images / flyfloor
Kolumne

Telefonwerbung ersetzt keine Öffentlichkeitsarbeit

Telefonwerbung nervt – und geht das Vorhaben, Kunden vom eigenen Unternehmen zu überzeugen, außerdem völlig falsch an. Wie macht man es richtig? »weiterlesen