Alexander Unverzagt warnt vor Native Advertising (c) Getty Images/iStockphoto/Frans Rombout
Alexander Unverzagt warnt vor Native Advertising (c) Getty Images/iStockphoto/Frans Rombout

Native Ads können Schleichwerbung sein

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Native Advertising kann verbotene Schleichwerbung sein, sagt Anwalt Alexander Unverzagt.Teil eins unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven".
Hilkka Zebothsen

Natürlich kann „Native Advertising“ zu Absatzchancen und PR-Resonanz führen. Doch sie tun dies in der Regel unter kreativer Umgehung gesetzlicher Regelungen: „Native Ads“ sollen bewusst als redaktioneller Beitrag wahrgenommen werden. Aber dahinter verbirgt sich Werbung oder eine Form der Öffentlichkeitsarbeit, die nur den übrigen redaktionellen Inhalten eines Mediums angepasst ist und ihnen in Form und Schrift ähnelt. Durch diese Anpassung besteht rechtlich die Gefahr, dass Leser und Nutzer „Native Advertising“ nicht als Werbung erkennen.

Es muss "Anzeige" heißen

Vielmehr handelt es sich bei „Native Advertising“ um verbotene Schleichwerbung, wenn bestimmte Kriterien vorliegen. Selbst extra hinzugefügte Hinweise wie „PR-Mitteilung“, „Promotion“, „Ein Service von…“ oder „Sponsored by…“ ändern daran rechtlich nichts.

Vielmehr muss der Zusatz „Anzeige“ vorkommen, und zwar so deutlich, dass er vom Leser oder Nutzer nicht zu übersehen ist. Der Zusatz muss unmittelbar am werbenden Beitrag stehen und darf nicht erst im Impressum auftauchen. „Native Ads“ müssen sich in Position, Größe, Schriftart und Farbe deutlich absetzen vom redaktionellen Inhalt. Anderenfalls wird das Recht, das ja gerade unbewusstere Leser und Nutzer schützen soll, verletzt."

 

 

 
Alexander Unverzagt (c) Privat
Alexander Unverzagt
Rechtsanwalt

Alexander Unverzagt ist Rechtsanwalt für Urheber- Verlags-, Presse-, Persönlichkeits- und PR-Recht, Hamburg. Er ist Autor von „Handbuch PR-Recht" und Co-Autor des „Newsletter Kommunikationsrecht“ der depak.

 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Die SoMe-Expertin Julia Rathjen Native Advertising nirgends so spannend wie online (c) Getty Images/iStockphoto
Foto: (c) Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 1 Min.
Kommentar

Native Ads sind ein Gewinn für den Online-Auftritt

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Gut gemachte Native Ads bereiten den Nutzer freude, sagt Social Media-Expertin Julia Rathjen. Teil zwei unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven". »weiterlesen
 
Ein Thema, vier Perspektiven – Native Advertising: Marco Vollmer sieht die Kreativität bedroht (c) Getty Images/iStockphoto
Foto:Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 1 Min.
Kommentar

Offen sein für Native Ads?

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Der WWF-Kommunikator Marco Vollmar warnt vor dem Bankrott der Kreativität. Doch es bringe nichts, sich darüber zu beschweren.Teil drei unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven". »weiterlesen
 
Ein Thema, vier Perspektiven: Native Advertising (c) Getty Images/iStockphoto
Foto: Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 2 Min.
Kommentar

Wir brauchen eine Regelung für Native Ads

Native Advertising: Nächstes heißes Ding oder Teufelswerk? Hier sprechen PR-Profis Klartext. Der MEEDIA-Chefredakteur Georg Altrogge fordert eine Sprachregelung für die Branche. Teil vier unserer Serie "Ein Thema, vier Perspektiven". »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Martin Moschek ist seit 2017 Mitglied der DPOK-Jury und in diesem Jahr zum ersten Mal Juryvorsitzender (c) Alexander Heinrichs Photographie
Foto: Alexander Heinrichs Photographie
Lesezeit 3 Min.
Interview

"Verliert nicht den Spaß an der Sache!"

Am 24. Mai wird in Berlin wieder der Deutsche Preis für Onlinekommunikation vergeben. Mit dem Juryvorsitzenden Martin Moschek sprachen wir darüber, was in der Onlinekommunikation derzeit wichtig ist, warum er nichts von Trends hält und was den DPOK besonders macht. »weiterlesen
 
Studie von Hotwire: Sowohl B2B-Entscheider als auch Verbraucher fordern Haltung von Unternehmen. (c) Getty Images / tumsasedgars
Foto: Getty Images / tumsasedgars
Meldung

Verbraucher und B2B-Entscheider fordern Haltung

Nicht nur für Konsumenten, sondern auch für Geschäftspartner spielen öffentlich vertretene Werte von Unternehmen eine große und wachsende Rolle. »weiterlesen
 
Seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Zigarettenkonsumenten, auch weil immer mehr Raucher auf E-Produkte umsteigen. (c) Getty Images/Pam Walker
Foto: Getty Images/ Pam Walker
Lesezeit 6 Min.
Gastbeitrag

Die Zigarette ist tot – es lebe die (E-)Zigarette

Rauchen ist bekanntermaßen schädlich. Seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Zigarettenkonsumenten auch deshalb, weil immer mehr Raucher auf E-Produkte umsteigen. Ausgeklügelte PR hat ihren Anteil daran. »weiterlesen
 
Überschätzen PR-Profis digitale Medien? Eher nicht. (c) Getty Images/phototechno
Foto: Getty Images/phototechno
Analyse

Überschätzen PR-Profis wirklich digitale Medien?

Faktenkontor zieht aus einer Studie den Schluss, Kommunikatoren würden digitale Medien überbewerten. Doch geben die Zahlen dieses Fazit tatsächlich her? »weiterlesen
 
Viele Unternehmen wünschen sich, einen Artikel in Wikipedia zu haben. (c) Getty Images/Devonyu
Foto:Getty Images/Devonyu
Lesezeit 5 Min.
Gastbeitrag

Die Wikipedia-Welt hat ihre eigenen Regeln

Wikipedia ist eine der meistbesuchten Websites und gefragtesten Informationsquellen überhaupt. Doch längst nicht jedes Unternehmen darf Artikel in der Online-Enzyklopädie veröffentlichen. Was Sie wissen sollten, wenn Sie es vorhaben. »weiterlesen
 
Der VW-Chef trat mit seiner Aussage "Ebit macht frei" gehörig ins Fettnäpfchen. (c) Getty Images/vesilvio
Foto: Getty Images/vesilvio
Lesezeit 1 Min.
Meldung

VW-Chef irritiert mit „Ebit macht frei“-Äußerung

In einem Gespräch mit Managern des VW-Konzerns hat sich Diess gründlich in der Wortwahl vergriffen. »weiterlesen