Beim Thema Digitalisierung spricht man zwar über Mittelständler, aber kaum mit ihnen. (c) Getty Images/NicoElNino
Beim Thema Digitalisierung spricht man zwar über Mittelständler, aber kaum mit ihnen. (c) Getty Images/NicoElNino
Studie über Kommunikation

Mittelständler besetzen kaum Digitalisierungsthema

Stark in der Digitalisierung, aber nicht in der Kommunikation darüber – so lautet das Fazit einer aktuellen Studie über den technischen Mittelstand. Wo es Nachbesserungsbedarf gibt.  
Katrina Geske

Mittelständische Unternehmen haben massiven Nachholbedarf in der Kommunikation ihrer Digitalisierungskompetenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Stuttgarter PR-Agentur Communication Consultants in Zusammenarbeit mit dem Analytics-Unternehmen Vico Research and Consulting.

Dafür wurden Online-Medien und Social-Media-Kanäle nach mehr als 2.500 Schlagworten aus Themenfeldern wie Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz durchforstet. Alle Schlagworte wurden in Relation zum industriellen Umfeld und zum Mittelstand gesetzt. Darüber hinaus wurde das Kommunikationsverhalten von 327 mittelständischen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht.

Wenig Eigeninitiative und Vertrauen in Altbewährtes

Die Ergebnisse der Untersuchung sollten Mittelständlern zu denken geben: Die Autoren bescheinigen ihnen wenig Eigeninitiative bei der Kommunikation ihrer Digitalisierungskompetenz. Denn nur elf Prozent aller Beiträge zum Thema wurden von den Unternehmen selbst initiiert oder veröffentlicht. Noch geringer ist der Anteil an Beiträgen auf unternehmenseigenen Kanälen: Er beträgt gerade einmal ein Prozent. Die Konsequenz: Beim Thema Digitalisierung wird zwar über, aber wenig mit den Unternehmen selbst gesprochen.

Weiterhin fällt auf, dass viele Mittelständler immer noch vorrangig auf klassische Pressearbeit und journalistische Medien setzen. Social Media spielen bei den untersuchten Industriebetrieben dagegen keine größere Rolle, sie werden größtenteils nur für die Messekommunikation genutzt. Hier ist Twitter das beliebteste Medium; Facebook dagegen erfreut sich keiner großen Beliebtheit.

Blick auf die Kanäle: Mehr als die Hälfte der Kommunikation zur Digitalisierung im Mittelstand findet auf Nachrichtenseiten statt – die klassischen journalistischen Kanäle sind damit relevanter als Social Media. (c) Communication Consultants

Blick auf die Kanäle: Mehr als die Hälfte der Kommunikation zur Digitalisierung im Mittelstand findet auf Nachrichtenseiten statt – die klassischen journalistischen Kanäle sind damit relevanter als Social Media. (c) Communication Consultants

 

Abhilfe durch klare Verantwortlichkeiten

Um künftig ihr Digital-Know-how kommunizieren zu können und auf diesem Weg ihre Reputation zu steigern, empfehlen die Studienautoren den Unternehmen vor allem, ihren Kommunikationsabteilungen ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Verantwortliche sollten klare Social-Media-Verantwortliche benennen oder, im besten Fall, ein eigenes Social-Media-Team zusammenstellen.

Wer nur über geringe Ressourcen verfügt, sollte Schwerpunkte in der Kommunikation setzen, etwa indem das Unternehmen für sich passende Themen besetzt. Zudem sollen die Mittelständler sich laut Studie mehr in die Diskussion zur Digitalisierung einklinken und dabei nicht scheuen, Stellung zu nehmen und Haltung zu zeigen. Wichtig ist außerdem, zu allen Themen die jeweils passende Plattform zu wählen: Als Alternative zu Twitter und Facebook darf es zu bestimmten Themen beispielsweise auch mal ein Fachforum sein.

Über die Studie

Die Studie „Sprechen Sie digital? Wie mittelständische Unternehmen (nicht) über Digitalisierung kommunizieren“ wurde zwischen dem 1. April 2017 und 30. April 2018 durchgeführt. Untersucht wurden mehr als 312.000 Beiträge in Online-Medien und Social-Media-Kanälen zur Digitalisierung im Mittelstand. Die Studie kann hier heruntergeladen werden. 

 

 
 

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