Welche Möglichkeiten bietet Virtual Reality für die Unternehmenskommunikation? (c) Getty Images / max-kegfire
Welche Möglichkeiten bietet Virtual Reality für die Unternehmenskommunikation? (c) Getty Images / max-kegfire
Virtual Reality

Mit VR Emotionen in die Kommunikation bringen

Virtual Reality (VR) ist das perfekte Medium, um Kommunikation im Unternehmen emotionaler und relevanter zu machen. Mit zunehmender Verbreitung von Virtual-Reality-Geräten auf dem Markt tritt VR langsam aber sicher ihren Siegeszug in die Unternehmen an. Welche Möglichkeiten VR für die Unternehmenskommunikation bietet und für welche Unternehmen die Technologie besonders interessant ist, beschreibt unser Gastautor.
Michael Neidhöfer

Praktisch jeden Tag treffen wir Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen und erklären ihnen, wie Virtual Reality in Zukunft Geschäftsprozesse, Produktpräsentationen und nicht zuletzt auch die Unternehmenskommunikation verändern wird. In nahezu allen Fällen erzeugt VR eine starke emotionale Reaktion – und das Feedback ist positiv. „Wow“, „unglaublich“ oder „fantastisch“, bekommt man oft zu hören.

Interessanterweise gibt es bei den Reaktionen auf das neue Medium keinen gravierenden Altersunterschied. Zwar lernen gerade Jüngere die Bedienung der Technologie schneller. Allerdings erkennen sowohl die Generationen Y und Z als auch Schulkinder oder die Generation 50+ schnell die Vorteile der Technologie für ihren Alltag. Besonders oft greifen 25- bis 44-Jährige auf VR-Inhalte zu; 63 % davon sind männlich.

Warum so emotional?

In der Virtual Reality spielt der sogenannte Grad der Immersion eine bedeutende Rolle – inwieweit VR die Sinne des Menschen beeinflusst. Je höher die Immersion, desto weniger merkt ein Mensch, dass er sich in einer virtuellen Realität befindet. Mit der heutigen Technik kann man Bild, Ton und zu einem gewissen Grad Haptik realistisch bereits simulieren. Auch Bewegung ist heutzutage frei möglich, da vermehrt mobile Datenbrillen zum Einsatz kommen.

Mit hochrealistischen Avataren kann man in absehbarer Zukunft eine digitale Version von sich selbst erschaffen, die nahezu nicht mehr vom eigenen Abbild zu unterscheiden ist. Damit kann man einen Menschen in Umgebungen versetzen, die nahezu einem Holodeck gleichen, wie man es aus Star Trek kennt. Gleichzeitig wird es dabei möglich, auch über physische Grenzen hinweg – und ohne „störende“ Technologie wie ein Smartphone – mit anderen zu kommunizieren. Virtuelle Realität macht die Kommunikation also wieder menschlicher.

Vielfältige Möglichkeiten für die Unternehmenskommunikation

Nahezu alle Arten von Unternehmen können von der VR-Technologie profitieren, für einige ist sie jedoch besonders interessant. Gerade Unternehmen im Industriesektor sind beispielsweise darauf angewiesen, ihre schwer beweglichen Produkte auf Messen zu präsentieren. Durch den Einsatz von VR lassen sich Kosten sparen und der Verkaufserfolg deutlich erhöhen. Die gesamte Produktpalette eines Unternehmens live erleben zu können, erhöht gleichzeitig die emotionale Bindung zum Unternehmen.

Auch Anbieter von chemischen Produkten können die Anwendungsbereiche ihrer Produkte den meisten Mitarbeitern und Kunden nur schwer vermitteln. Hier kann VR dabei helfen, den Einsatz von Chemikalien in Produkten zu visualisieren.

Viele Unternehmen experimentieren nun auch im Bereich Human Resources mit VR. Beispielsweise lassen sich Führungswerte und Arbeitsweisen besser vermittelt, indem man ein „Erlebnisprogramm“ kreiert. Mitarbeiter können sich mithilfe von 360-Grad-Aufnahmen an Produktionsstätten ihres Unternehmens versetzen, Produktionsprozesse und Arbeitsbedingungen kennenlernen, ohne reisen zu müssen. Werte wie Mut, Risikobereitschaft oder Teamplay können über interaktive Apps mit Gamification-Elementen simuliert werden – virtuelle Escape Rooms oder andere Teambuilding-Maßnahmen sind denkbar.

Nicht nur Unternehmen können von Virtual Reality profitieren: Im Rahmen des Projekts „Digitale Kunsthalle“ machten wir in Kooperation mit dem ZDF Ausstellungen diverser Museen, die momentan nicht physisch gezeigt werden können, in einem komplett virtuell konstruierten Museum wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Außerdem waren wir an der Schaffung der weltweit ersten Virtual-Reality-Zeitreise beteiligt: Hier können Besucher mithilfe von VR-Brillen die Stadt Luxemburg des Jahres 1886 erleben.

Die Vorteile der VR-Technologie

Storytelling: In eine virtuelle Realität einzutauchen ist wie in einem Film mitzuspielen: Die Welt reagiert auf den Nutzer und biete ungeahnte Interaktionsmöglichkeiten.

Bewegung: Virtuelle oder erweiterte Realitäten verleihen einer Erzählung Bewegung. Wie Visuals in einem Text bieten auch sie neue Bedeutungsebenen und neue Tiefe

Eintauchen: Der Benutzer fühlt sich tatsächlich, als wäre er Teil der Erzählung. Dies kann ein stärkeres Einfühlungsvermögen begünstigen.

Komplexität: Virtuelle Realitäten können dabei helfen, komplexe Daten auf eine verständliche, ansprechende und einprägsame Weise zu vermitteln.

 

 

 

 
 


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