Damit Videokonferenzen nicht zum Desaster werden, sollten Sie folgende Tipps beachten./ Videokonferenz: (c) Getty Images/AndreyPopov
Damit Videokonferenzen nicht zum Desaster werden, sollten Sie folgende Tipps beachten./ Videokonferenz: (c) Getty Images/AndreyPopov
Digitale Meetings

Mit diesen fünf Tipps gelingt jede Videokonferenz

Es genügen schon wenige Verbesserungen, damit die Videokonferenz effektiv und nicht zur langweiligen Pflichtveranstaltung wird.
Carola Hug

Homeoffice, abgesagte Messen, gecancelte Veranstaltungen: Aus Angst vor dem Coronavirus werden im Moment viele Treffen und Besprechungen durch Videokonferenzen ersetzt. Doch nicht jede:r ist vor der kleinen Computerkamera so überzeugend, wie im Gespräch von Mensch zu Mensch. Damit Sie bei Ihrer nächsten Videokonferenzen punkten, haben wir fünf Tipps für Sie.

Alleine im heimischen Arbeitszimmer sitzen und trotzdem von Angesicht zu Angesicht mit Kolleg:innen, Kund:innen oder Käufer:innen weltweit sprechen – Apps wie Skype, Hangout oder GoToMeeting machen es möglich. Was lange als kostengünstige Notlösung galt, gehört in diesen Tagen zum Standard-Repertoire jeder Kommunikation. Kein Wunder, dass Zoom, ein Anbieter von Videokonferenzen, zu den Gewinnern der Corona-Krise gehört. Die Aktie hat gegen den Trend seit Anfang des Jahres um weit über 10 Prozent zugelegt.

Doch nicht jede:r mag es, allein vor dem Computer zu sitzen und sich nur per Mini-Kamera und Lautsprecher zu unterhalten. Gerade Menschen aus der Kommunikationsbranche fehlt oft der direkte Austausch mit dem Gegenüber. Wer im persönlichen Gespräch oder bei einer Präsentation normalerweise dynamisch und energiegeladen auftritt, wirkt per Video manchmal wie ein gehemmter Bürohengst. Es fehlt die Dynamik und der Schwung einer angeregten Diskussion. Deswegen ist es für die Teilnehmenden oft schwieriger, sich über lange Zeit bei Gesprächen oder Präsentationen via Computer zu konzentrieren. Dabei genügen schon wenige Verbesserungen, damit die Videokonferenz effektiv und nicht zur langweiligen Pflichtveranstaltung wird.

1. Achten Sie auf die Technik!

Eine stabile Internetverbindung (am besten über LAN-Kabel) ist dabei das A und O. Ein einigermaßen scharfes Bild und ein sauberer Ton sind wichtig, damit sich die Teilnehmer:innen auf das Gesagte konzentrieren und nicht durch Aussetzer abgelenkt werden. Ansonsten könnten wichtige Informationen verloren gehen. Eine gute Kamera und ein leistungsfähiges Mikrofon wirken da Wunder. Wer auch nach der Krise auf Videokonferenzen setzt, sollte sich überlegen, eine qualitativ hochwertigere externe Kamera und ein gutes Lavallier-Mikrofon anzuschaffen. Für beides gibt es oft günstige Angebote. Eine Anschaffung, die sich lohnt.

2. Oft unterschätzt: genügend Licht!

Das Licht sollte nicht von hinten (Fenster) kommen, da man sonst die Person vor der Kamera nur schlecht erkennt. Auch direktes Licht von der Seite, von unten oder oben ist ungünstig, denn so können hässliche Schlagschatten auf Ihrem Gesicht auftauchen. Positionieren Sie zwei Lampen rechts und links vom Computer, die Ihr Gesicht aufhellen und schalten Sie die Deckenlampe aus. Sie werden sehen, das Bild wirkt schmeichelhafter. Kontrollieren Sie das vor der nächsten Videokonferenz einfach mal selbst vor dem Computer.

3. Achten Sie auf Augenkontakt!

Es hilft Ihrer Kommunikation per Video, wenn Sie Ihren Gesprächspartner:innen direkt ins Gesicht sehen. Die Chance ist dann größer, dass Ihre Argumente Gehör finden. Aber dazu müssen Sie in die Kamera Ihres Computers blicken. Ein häufiger Fehler bei Videokonferenzen: Die Teilnehmer:innen schauen auf den Bildschirm, während sie sprechen. Der Augenkontakt fehlt also. Hier hilft oft ein kleiner Aufkleber mit einem Pfeil neben der Kamera, der an den Blickkontakt erinnert. Bemühen Sie sich, dass die Kamera sich auf Augenhöhe befindet. Zur Not legen Sie einfach ein paar dicke Bücher unter den Computer. Sie werden ansonsten von unten gefilmt und das führt zu einer unschönen Perspektive.

4. Zeigen Sie Dynamik!

Lange Videokonferenzen sind oft ermüdend, denn sie erfordern hohe Konzentration. Der Bildschirm ist klein und die Teilnehmer:innen sitzen bequem am Schreibtisch – manchmal lümmeln sie sogar nach einer Weile. Lehnen Sie sich nicht an, sondern sitzen Sie aufrecht und an der vorderen Stuhlkante. Versuchen Sie, Körperspannung zu halten. Mein Tipp: Stehen Sie auf! Wenn Sie kein Stativ besitzen, können sie den Computer auch in ein Bücherregal auf Augenhöhe stellen. Der Vorteil: Ihre Stimme klingt voller als im Sitzen, da Ihr Zwerchfell nicht eingezwängt wird. Sie können leichter gestikulieren und so Dynamik in Ihren Vortrag bringen. Aber Achtung: Suchen Sie einen sicheren Stand, damit Sie nicht vor der Kamera hin und her zappeln. Stellen Sie die Füße hüftbreit auseinander, um den Körper in Balance zu halten.

5. Achten Sie auf das Setting!

Wenn das Auge abschweift, ist die Konzentration auf das Gesagte hinüber. Plötzlich bemerkt der:die Gesprächspartner:in, dass die Zimmerpflanze im Hintergrund mal wieder Wasser braucht oder das Bild an der Wand schief hängt. Die Gedanken schweifen ab, der Faden des Gesprächs ist verloren! Suchen Sie eine möglichst neutrale und professionell wirkende Umgebung als Hintergrund aus, auch wenn Sie von zu Hause zugeschaltet sind. Ganz wichtig: Stellen Sie im Homeoffice sicher, dass niemand zu einem ungünstigen Zeitpunkt an der Tür klingelt oder im Hintergrund durchs Bild läuft.

Videokonferenzen müssen also nicht nur ein notwendiges Übel sein. Wer ein wenig Wert auf die Rahmenbedingung legt, kann seine Gesprächspartner:innen genauso begeistern wie im analogen Meeting. Ein Tipp, den Professor Robert E. Kelly bei seinem legendären Video-Gespräch besser beherzigt hätte.

 

 
 


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