Der "Sustainability Image Score" untersuchte den Einfluss von Nachhaltigkeit auf das Image von Unternehmen (c) Thinkstock/FotoCuisinette
Der "Sustainability Image Score" untersuchte den Einfluss von Nachhaltigkeit auf das Image von Unternehmen (c) Thinkstock/FotoCuisinette
Sustainability Image Score 2017

Miele liegt im Nachhaltigkeits-Ranking vorn

Hausgeräte und Biermarken kommen bei den Deutschen gut weg: Laut dem aktuellen "Sustainability Image Score" werden sie von Verbrauchern als am nachhaltigsten eingeschätzt.
Judit Cech

Die PR-Agentur Serviceplan und das Marktforschungsunternehmen Facit Research haben zum siebten Mal die Nachhaltigkeitsstudie "Sustainability Image Score" veröffentlicht. Diese untersucht jährlich, welchen Einfluss Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility auf das Image von Unternehmen, die Kaufbereitschaft sowie die Kundenbindung haben.

Miele, Erdinger, Radeberger, Landliebe und Kneipp gehören demnach zu den Marken, die von den befragten Verbrauchern am nachhaltigsten wahrgenommen werden. Dieses Ergebnis korreliert weitestgehend mit den Branchen, die die Befragten als nachhaltig einschätzen. Dazu gehören Babynahrung, Haushaltsgeräte, Bier und Körperpflege.

(c) Facit Research/Serviceplan

Das Unternehmens-Ranking des SIS 2017 (für eine bessere Auflösung klicken Sie bitte auf das Bild) (c) Facit Research/Serviceplan

Rang SIS 2017 Branche
1 72 Babynahrung
2 71 Haushaltsgeräte
3 70 Bier
4 70 Molkereiprodukte
5 69 Körperpflege
6 69 Convenience/TK
7 68 Kaffee
8 67 Energie
9 66 Süßwaren
10 65 Sportartikelhersteller

Die zehn am nachhaltigsten wahrgenommenen Branchen Deutschlands. (c) Facit Research/Serviceplan

Insgesamt liefert die Studie zwei zentrale Erkenntnisse: Zum einen legen 69 Prozent der Verbraucher beim Kauf eines Produkts Wert auf Nachhaltigkeit. Dies ist jedoch nur für zehn Prozent der Verbraucher auch der bestimmende Faktor für eine Kaufentscheidung.

(c) Facit Research/Serviceplan

Die Typologisierung der Käufer (c) Facit Research/Serviceplan

Zum anderen – und das ist für Kommunikatoren interessant – machen Konsumenten ihre Wahrnehmung von Nachhaltigkeit nicht an der Unternehmensbranche fest, sondern an der Unternehmenskultur. 

 Die Studie zeigt, dass Marken Vertrauen genießen, obwohl ihre jeweilige Branche als weniger nachhaltig wahrgenommen wird. So erreicht die Automobilbranche nur den zwölften Platz im Branchen-Ranking. Auch Automobilhersteller, die im Abgasskandal eine große Rolle spielen – wie VW (Platz 103), Audi (Platz 95)und Mercedes-Benz (Platz 72) – werden von den Kunden schlecht bewertet. Dagegen schafft es BMW, das bisher kaum von dem Skandal betroffen ist, sogar unter die Top 10. Ähnliches lässt sich in der Fast-Food-Branche  (Platz 15) beobachten. Während McDonald’s und Burger King nur Platz 104 und Platz 108 erreichen, schafft es Nordsee auf Platz 24. 

Über den SIS 

Die Nachhaltigkeitsstudie „Sustainability Image Score (SIS)“ untersucht seit 2011, welches Nachhaltigkeitsimage einzelne Unternehmen oder ganze Branchen aus Sicht der Verbraucher haben und wie sich Nachhaltigkeit auf das Unternehmensimage auswirkt. Durchgeführt wird sie von Facit Research und Serviceplan Corporate Reputation.

Nachhaltigkeit wird dabei aus den drei Dimensionen ökologische Nachhaltigkeit, ökonomische Nachhaltigkeit und soziale Nachhaltigkeit zusammengesetzt. Ökologische Nachhaltigkeit bezieht sich auf den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, umweltschonenden Technologien oder umweltschonenden Produkten. Ökonomische Nachhaltigkeit meint die Einschätzung, ob ein Unternehmen fair und seriös wirtschaftet oder anfällig für fragwürdige Geschäftspraktiken ist. Die Dimension der sozialen Nachhaltigkeit beschreibt, ob ein Unternehmen gute Arbeitsbedingungen bietet und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.

Die Ergebnisse der diesjährigen Studie basieren auf einer Onlinebefragung von mehr als 18.000 Verbrauchern zu 109 Unternehmen aus 15 Branchen. Erstmals untersucht wurden in diesem Jahr die Branchen Bier und Körperpflege. Eine Kurzfassung des SIS 2017 können Sie hier herunterladen.

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Wie können sich Pressestellen vor manipulierten Umfragen schützen? (c) Thinkstock/z_wei
Illustration: Thinkstock/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kommentar

Qualität beginnt beim Auftraggeber

Bis vor Kurzem gehörten Umfragen und Studien zu den klassischen Instrumenten der PR-Arbeit. Doch seit der Spiegel eine systematische Manipulation in der Marktforschung aufdeckte, herrscht Verunsicherung. Wie sollen Pressestellen jetzt mit Studien umgehen? Eine Hilfestellung. »weiterlesen
 
(c) Thinkstock/viviamo
Foto: Thinkstock/viviamo
Lesezeit 1 Min.
Studie

Das sind Deutschlands beliebteste CEOs

Eine Untersuchung hat die Reputation von Vorstandsvorsitzenden deutscher Unternehmen untersucht. Die kleineren Unternehmen hängen die DAX-Firmen ab. »weiterlesen
 
Eine Studie hat herausgefunden, wie häufig Markenlogos im Social Web zu sehen sind. (c) Thinkstock/Vaniatos
Foto: Thinkstock/Vaniatos
Lesezeit 1 Min.
Studie

Marken, die auf Twitter und Instagram auffallen

User-generated Content wirkt sich auf die Sichtbarkeit einer Marke aus. Dies belegt deutlich eine Studie, die untersucht hat, welche Markenzeichen am häufigsten im Social Web auftauchen.
 
Verbraucher bescheinigen Unternehmensführern eine geringe Glaubwürdigkeit. (c) Thinkstock/tovovan
Foto: Thinkstock/tovovan
Lesezeit 2 Min.
Studie

Nur Politiker sind noch unglaubwürdiger als CEOs

Deutsche Verbraucher verlieren das Vertrauen in Unternehmen. Schuld sind Skandale und die anhaltende Debatte um Glaubwürdigkeit, schlussfolgert eine neue Studie. »weiterlesen
 
Wikipedia genießt großes Vertrauen unter deutschen Internetnutzern. (c) Thinkstock/bestdesigns
Foto: Thinkstock/bestdesigns
Lesezeit 1 Min.
Studie

Das Portal, dem die Deutschen vertrauen

Der Verband der Kommunikationsagenturen GPRA hat Nutzer nach ihrem Vertrauen in Onlineplattformen befragt. Das Ergebnis: Wikipedia toppt, Facebook floppt. »weiterlesen
 
Gerade PR-Berufsanfängern fehlt es an Vorbildern. (c) Thinkstock/phototechno
Gerade PR-Berufsanfängern fehlt es an Vorbildern. (c) Thinkstock/phototechno
Lesezeit 4 Min.
Studie

PR – eine Branche ohne Vorbilder?

Im Gegensatz zu Journalisten fällt es Anfängern im Berufsfeld Kommunikation oft schwer, klare Vorbilder auszumachen. Woran das liegt und was sie sich von Leitfiguren wünschen, zeigt eine aktuelle Studie der Universität Leipzig. »weiterlesen