Erfolge zu messen ist die größte Herausforderung für Kommunikatoren. (c) Getty Images / gopixa
Erfolge zu messen ist die größte Herausforderung für Kommunikatoren. (c) Getty Images / gopixa
Umfrage

Größtes Problem für Kommunikatoren? Messbarkeit

Die Bedeutung ihrer Arbeit in Zahlen zu übersetzen, ist laut einer Umfrage die größte Herausforderung für Kommunikatoren. Ebenfalls schwierig: Storytelling.
Aus der Redaktion

Die Schwierigkeit, den konkreten Effekt ihrer Arbeit messen und entsprechende Zahlen überzeugend präsentieren zu können, betrachten Kommunikationsexperten als das größte strukturelle Problem ihrer Branche.

In dieser Einschätzung von Messbarkeit als Hauptproblem von Kommunikation sind sich einer neuen Umfrage zufolge Spezialisten für interne Kommunikation und PR-Experten, Social-Media-Manager und Human-Resources-Kommunikatoren einig.

Auch für Marketingfachleute, Redenschreiber und Media-Relations-Spezialisten stellt die Messbarkeit ihrer Arbeitsergebnisse eines der größten Probleme dar – allerdings wird sie in diesen Berufszweigen noch von der Storytelling-Herausforderung übertroffen, aus „langweiligen Inhalten interessante Geschichten“ zu produzieren. Über mehrere Berufszweige hinweg wurde auch das Einbinden von Video-Inhalten in die Unternehmenskommunikation häufig als Problem benannt.

Bemerkenswert: Eine signifikante Minderheit in allen Berufszweigen erklärte, trotz der erkannten Schwächen und Probleme keine Weiterbildungsbudgets für ihre spezifischen Herausforderungen beantragen zu wollen.

Das US-Weiterbildungsunternehmen Lawrence Ragan Communications befragte für seine Studie 576 Kommunikationsexperten nach den aus ihrer Sicht drei größten Herausforderungen für die Kommunikationsarbeit.

Die Ergebnisse der Umfrage im Einzelnen, aufgeschlüsselt nach Berufszweigen (Mehrfachnennungen waren möglich):

Public-Relations-Verantwortliche

Exakt die Hälfte der befragten PR-Experten sieht es als größtes Problem, die Ergebnisse ihrer Arbeit messen zu können.

36 Prozent betrachten es als schwierig, eher dröge Inhalte in öffentlichkeitswirksame Geschichten umzusetzen. Für 28 Prozent ist es eine Herausforderung, die Geschäftsführung von der Bedeutung ihrer Arbeit zu überzeugen. Auf jeweils 25 Prozent kamen das „Pitchen“ von Journalisten, die Einbindung von Video in die Unternehmenskommunikation und die Erwirtschaftung von Umsätzen und Gewinnen durch digitale und Social-Media-Aktivitäten.

68 Prozent der PR-Spezialisten erklärten in der Umfrage, sie wären bereit, beim Management Weiterbildungsbudgets bezüglich dieser Probleme zu beantragen – 32 Prozent verneinten dies.

Experten für interne Kommunikation

Auch bei der internen Kommunikation sehen 50 Prozent der Befragten die Messbarkeit von Ergebnissen als Hauptproblem. Als besonders signifikant – mit 43 Prozent – wird in diesem Kommunikationszweig zudem die Schwierigkeit angesehen, zuverlässig Mitarbeiter zu erreichen, die nicht in Büros und an Computern arbeiten.

Interessante Geschichten aus Unternehmensinhalten zu erstellen, nannten 38 Prozent der befragten Verantwortlichen für interne Kommunikation als Herausforderung, knapp vor der allgemeinen „Verbesserung der Unternehmenskultur“ mit 37 Prozent.

Lediglich 60 Prozent der IK-Verantwortlichen äußerten die Absicht, Weiterbildungsbudgets zu beantragen – der niedrigste Wert aller Berufszweige.

Social-Media-Spezialisten

Den Effekt der eigenen Tätigkeiten zu quantifizieren, nannten 55 Prozent der Befragten als ihr Hauptproblem. Die Erwirtschaftung von Umsätzen und Gewinnen sowie das erfolgreiche Storytelling landeten mit jeweils 36 Prozent gleichauf auf Platz 2 – gefolgt vom Integrieren von Videos in die Onlinekommunikation, welches von 33 Prozent der Social-Media-Experten als besondere Herausforderung genannt wurde.

Dieser Berufszweig ist laut Umfrage am ehesten bereit, sich für Weiterbildungsbudgets einzusetzen. 81 Prozent der Social-Media-Experten äußerten diese Absicht.

Redenschreiber

Wenig überraschend: 63 Prozent der Befragten nannten Storytelling – aus Firmensinhalten spannende Geschichten zu machen – als ihre größte Herausforderung.

Kreatives Schreiben für Unternehmenszwecke und die Messbarkeit sind für jeweils 50 Prozent der Redenschreiber Top-Herausforderungen. Social Media überhaupt in die Unternehmenskommunikation einzubinden, sehen 38 Prozent als Problem an.

63 Prozent der befragten Redenschreiber sagten, sie würden sich für mehr Weiterbildung in diesen Bereichen einsetzen.

Media-Relations-Experten

Auch bei den Spezialisten für Medienpräsenz dominieren Storytelling (43 Prozent) und die Messbarkeit der eigenen Arbeit (41 Prozent) die Liste der größten Probleme.

33 Prozent sehen es zudem als Herausforderung, Unternehmensinhalte überhaupt in die Medien zu bringen. Das „Pitchen“ von Journalisten und Videos für die Unternehmenskommunikation kamen auf jeweils 28 Prozent.

Von den Media-Relations-Spezialisten erklärten 67 Prozent, beim Management Mittel für Weiterbildungen beantragen zu wollen.

HR-Kommunikatoren

Für Kommunikationsverantwortliche im Human-Resources- und Employer-Branding-Bereich liegt ebenfalls die Messbarkeit von Aufwand und Nutzen mit 50 Prozent Nennungen ganz vorn, gefolgt vom kreativen Schreiben für Unternehmenszwecke (38 Prozent).

Die Kommunikation mit dem Top-Management, Video-Formate in der Unternehmenskommunikation, Storytelling und die Bedeutung der eigenen Arbeit gegenüber der Geschäftsführung zu kommunizieren erreichten unter den Human-Resources-Spezialisten jeweils 31 Prozent.

Knapp zwei Drittel – 63 Prozent – der HR-Kommunikatoren sind laut Umfrage bereit, sich um Weiterbildungsbudgets für ihre spezifischen Herausforderungen zu bemühen.

Marketing-Spezialisten

Aus eher langweiligen Unternehmensinhalten interessante Geschichten zu machen – dies sahen 42 Prozent der Marketeers als besondere Herausforderung.

Dicht hinter dem Problem Storytelling folgt für die Marketing-Fachleute mit 41 Prozent das Erreichen von Umsätzen und Gewinnen durch digitale und Social-Media-Aktivitäten. Die Messbarkeit der eigenen Arbeit erreicht mit 37 Prozent auch in dieser Berufsgruppe einen signifikanten Wert, gefolgt von Video-Inhalten für die Unternehmenskommunikation mit 34 Prozent.

69 Prozent der befragten Marketing-Spezialisten wollen diese Defizite durch zusätzliche Weiterbildung angehen.

 

 
 


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