Blogger nähern sich in ihrem Rollenselbstverständnis Online-Journalisten an (c) Thinkstock/marekuliasz
Blogger nähern sich in ihrem Rollenselbstverständnis Online-Journalisten an (c) Thinkstock/marekuliasz

Meinungsbildung ist Hauptmotiv von Bloggern

Laut Studie haben Themenblogger ähnliche Ansprüche an die Qualität ihrer Beiträge wie Online-Journalisten.
Anne Hünninghaus

Themenblogger orientieren sich am Selbstverständnis von Online-Journalisten – sowohl in Hinblick auf ihre Motivation als auch auf ihre Herangehensweise an Themen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim, die im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbands entstanden ist.

Meinungsbildung als wichtigstes Motiv

Während in früheren Studien meist der Spaß am Schreiben als wichtigstes Motiv von Bloggern galt, steht nun der eigene Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung im Mittelpunkt. Im Vergleich zu Journalisten ist es Themenbloggern allerdings weniger wichtig, Kritik an Missständen zu üben, beziehungsweise Macht und Einfluss auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu besitzen.

Das zweitwichtigste Motiv, einen  Blog zu führen, besteht in der Unterhaltung. An dritter Position steht die Suche nach sozialer Anerkennung. Vier von fünf Bloggern, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben, führen ein thematisches Blog, zehn Prozent betreiben ein persönliches Tagebuch und neun Prozent ein Corporate Blog.

Grafik (c) Universität Hohenheim

Hohe Qualitätsanforderungen

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Blogger sich nicht nur in ihrem Rollenverständnis an Journalisten annähern, sondern auch hohe journalistische Qualitätsanforderungen an sich selbst stellen. Kriterien wie Objektivität, Relevanz, Richtigkeit und Aktualität schätzen sie als sehr relevant ein.

Bei der Themenrecherche greift der überwiegende Teil der Autoren auf Online-Medien zurück. Die größte Bedeutung haben laut Studie andere Blogs, gefolgt von persönlichen Gesprächen (online oder face-to-face). Die Internetseiten traditioneller Medien sowie Fachzeitschriften sind ebenfalls wichtige Quellen. Webseiten von Organisationen und Unternehmen, Soziale Netzwerke und Pressemitteilungen spielen eine etwas geringere Rolle.

Interaktion ist erwünscht

Besonders wichtig ist den meisten Bloggern der Kontakt zu ihren Lesern. Fast alle Blogs sind mit einer Kommentarfunktion ausgestattet, was die Interaktion zwischen Betreibern und Lesern unterstützt. RSS-Feeds bieten 93 Prozent der Blogs an. In 85 Prozent der Blogs sind zudem Buttons zum Teilen der Inhalte im Social Web integriert.

43,5 Prozent der Blogger veröffentlichen mehrmals pro Woche einen Beitrag, mehr als die Hälfte bloggt wöchentlich. Im Durchschnitt beträgt der Zeitaufwand, der für das Bloggen aufgebracht wird, neun Stunden pro Woche, allerdings variiert der von den Umfrageteilnehmern benannte Aufwand stark. Drei Viertel der Befragten verdienen an ihrer Bloggertätigkeit, allerdings meist kleinere Beträge. Mehr als 500 Euro Gewinn pro Monat verzeichnet nur jeder fünfte.

Themenbereiche, die von nicht-persönlichen Themenblogs bedient werden, sind vor allem Kultur/Medien sowie Technik/Computer/Internet.

Die Studie

Für die Studie haben zwischen dem 30. Januar und dem 2. März 2014 515 Blogger an einer Online-Befragung teilgenommen. Die Autoren der Studie sind Professor Michael Schenk, Julia Niemann und Anja Biehl von der Universität Hohenheim.

Hier geht es zur vollständigen Studie.

 
 

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